Dienstag, 29. Juli 2014

das muss ja auch mal gesagt werden

Neulich habe ich auf Facebook folgenden Spruch gelesen:

"Früher wollte ich alles anders machen als meine Eltern.
Heute weiß ich, dass sie ihre Sache gar nicht mal so schlecht gemacht haben."

Ich bin ja normalerweise kein großer Teiler - aber den musste ich teilen.
Weil er stimmt.
Geht's Euch auch so? Wenn Euch jemand sagt: "Du bist wie Dein Vater" dann habt ihr sofort irgendetwas Negatives im Kopf. Egal, wieviele tolle Seiten und Charakterzüge Euer Papa hat.
Meiner ist z. B. unglaublich kreativ. Der kann alles, was irgendwie kunsthandwerklich ist. Egal, was er anfängt, er kanns. Und er hat - als ich klein war - die tollsten Geschichten erfunden.
Nebenbei ist er ziemlich cholerisch und ein klitzekleines bisschen rechthaberisch. Und jetzt ratet mal, an was ich sofort denke, wenn jemand sagt: "Du bist wie Dein Vater"...
Dabei wär's doch so einfach, zu sagen: "Dankeschön. Ich hoffe, dass ich auch so handwerklich begabt bin." Oder "Ja, so kreativ möchte ich gerne sein."

Manchmal machen wir uns das Leben echt selber schwer.
Daher möchte ich mich jetzt mal ganz offiziell bei meinen Eltern bedanken. Wie alle anderen auch hatten wir auch mal schwierige Zeiten - aber alles in allem haben wir das ganz gut hingekriegt. Und ich finde mich ganz gut, so wie ich bin. Und das ist ja schließlich nicht zu Letzt Euer Verdienst.
Danke dafür, dass ihr immer für mich da wart und da seid  und mich mit allen Höhen und Tiefen einen Teil dazu beigetragen habt, mich zu dem zu machen, was ich heute bin.





Noch ne kleine Anekdote am Rande:
Das Klinikum möchte gerne für den Tag an dem sie mich wieder heimgeschickt haben 10 Euro. Ich hab jetzt mal widersprochen. Ich bin ja nicht behandelt und nicht versorgt und nicht gepflegt worden. Mal sehen, ob ich trotzdem zahlen muss....

Dienstag, 22. Juli 2014

lauft doch erst Mal in meinen Schuhen

Es gibt ja immer wieder Leute, die meinen sie wüssten, wie das Leben so läuft. Oder wie es laufen sollte. Oder wie man es zu leben hat. Dabei vergessen sie nur leider oft, dass das vielleicht für ihr Leben so gelten mag, aber dass das deshalb noch lange nicht auf alle anderen Leben zu übertragen ist.
Sie gehen einfach mal davon aus, dass die Wertigkeiten, die sie in ihrem Leben ansetzen für alle gelten und dass Menschen, die anders leben automatisch falsch liegen bzw. etwas falsch machen.
Prinzipiell darf das wegen mir gerne jeder denken. Solange er es für sich behält.
Denn wer gibt vor, welche Wertigkeiten richtig sind und welche nicht?
Bei mir sieht es z. B. immer chaotisch aus. Es ist selten wirklich aufgeräumt. Man kann aber immer laufen, ohne am Boden festzukleben, der Tisch klebt auch nur selten (außer, das Apfelsaft-Massaker war unbemerkt oder meine Tochter schwelgt in Bastelarbeiten), meine Kinder haben täglich frische, halbwegs saubere Klamotten an, sie kriegen regelmäßig selbstgekochte und halbwegs ausgewogene Mahlzeiten ...
Kurz: Ein relativ normales Leben in einem Haushalt mit 3 noch ziemlich kleinen Kindern.
Ja, andere Leute würden es vielleicht schaffen, dass die Küchen-Arbeitsplatte nicht mit Papieren, abgerissenen Knöpfen, abgelegten Stiften, Wasserbomben und anderen Dingen, die man nur kurz aus der Hand oder aus der Reichweite der Kinder legen muss, zulandet. Andere Leute würden es auch schaffen, dass im Gang nicht immer mindestens 5 Paar Schuhe rumliegen und 3 Jacken über dem Treppengeländer hängen, weil die Garderobe bereits voll ist. Ich bin mir auch sicher, dass es Menschen gibt, die es schaffen, dass die Decken auf dem Sofa immer zusammengelegt sind und die Kissen schön am Rand entlang liegen.
Ob sie das allerdings zu besseren Menschen macht, finde ich persönlich fraglich. Ob sie glücklicher sind auch. Zweifelsohne müssen sie sich seltener rechtfertigen und beleidigen lassen.
Ich gebe ehrlich zu, dass ich Hausarbeit nicht mag. Mir gibt es keinerlei Befriedigung, wenn die Küche blitzt und blinkt. Ich weiß sowieso, dass es spätestens morgen früh nach dem Frühstück wieder genauso aussehen wird wie vorher und dass die mühsam freigeschaufelte Eckbank spätestens morgen nachmittag wieder voller Stifte und Bastelpapier liegen wird.
Mir ist es auch einfach egal, wenn da was liegt - bis es ein kritisches Maß übersteigt und ich im Hau-Ruck-Verfahren aufräume.
Weil mir andere Sachen wichtiger sind. Mir war es heute wichtiger, mit meinem Sohn Wasserbomben zu füllen, ihm zu zeigen, wie man den Knoten macht und uns ein kleine Wasserschlacht zu liefern. Mir war es wichtiger, die Bügelperlenbilder meiner Tochter und deren Freundin zu bügeln. Mir war es wichtiger, mit meinem Sohn 5 Seiten der Wawuschels zu lesen. Mir wäre es auch wichtiger gewesen, mich selbst mal hinzusetzen und eine halbe Stunde ein gutes Buch zu lesen - aber dazu bin ich heute gar nicht gekommen. Und wer bitteschön darf jetzt beurteilen, ob das die richtige Prioritätenverteilung ist, oder nicht? Wer darf sich das Recht nehmen zu sagen Hausarbeit wäre wichtiger gewesen?
Was mich an dieser Geschichte so sehr ärgert, ist, dass nicht gemessen wird, was man macht, sondern immer nur gewertet wird, was man NICHT macht.
Ich bin maßgeblich daran beteiligt, dass aus unseren 3 Kindern selbständig denkende und mit moralischen Grundsätzen vertraute Menschen werden, die wissen, dass es Rechte und Pflichten gibt. Ich bin außerdem daran beteiligt, den Alltag von 5 Menschen unter einen Hut zu kriegen und dafür zu sorgen, dass alle ihre Termine (die Pflicht- und die Kür-) einhalten. Ich kümmere mich um die großen und kleinen Wehwehchen, sorge für so banale Dinge wie das Vorhandensein von Klopapier und Ketchup, wasche die >100 Kleidungsstücke, die bei uns pro Woche zusammenkommen und lege sie zusammen, lese Gute-Nacht-Geschichten, singe Gute-Nacht-Lieder, räume die Spülmaschine ein, sauge, habe heute knapp 30 Hemden und andere Dinge gebügelt und den Wocheneinkauf für uns erledigt .......
Es ist also gar nicht so, dass ich gar nichts tue den lieben langen Tag. Ich mache nur ein bisschen nicht so wie andere - und das verleitet manche Menschen dazu, mich zu verurteilen.
Daher jetzt nochmal für alle:
Zu mir kann jeder immer kommen und kriegt jederzeit einen Kaffee.
Wer Sorgen hat kann auch nachts um 3 kommen und wird immer noch ein offenes Ohr finden.
Wer sich bei mir nicht wohlfühlt, kann hingegen gerne wegbleiben. Es muss sich niemand quälen.
Sollte jemand nur zu mir kommen, um sein Ego aufzubessern, weil er mit dem sicheren Gefühl geht, besser zu sein, als ich, darf derjenige das gerne tun - solange er es für sich behält.
Wer meint, mir ins Knie schrauben zu müssen, wie unzulänglich ich bin und was ich alles nicht richtig mache, darf sich hingegen gerne die Luft dafür sparen. Ihr dürft Euch sicher sein, dass mir meine Schwächen ebenso bewusst sind, wie meine Stärken. Ich benötige diesbezüglich wirklich keine Hilfe zur Selbsterkenntnis.Sollte mich Eure Meinung diesbezüglich interessieren, werde ich Euch fragen. Sollte ich nicht gefragt haben, bin ich nicht an Meinungsäußerungen interessiert. Kehrt doch bitte vor Eurer Tür (wo wir es doch schon von der Sauberkeit und Ordnung haben) - wegen mir auch in Eurer Wohnung, in Eurem Haus, in Eurem Keller oder unter Eurem Tisch. Eigentlich ist mir ziemlich egal, wo ihr überall kehrt - nur macht nicht so nen Wirbel bei mir... Lebt Euer Leben, wie Ihr das wollt, aber lasst mir meines.
Kommt, wenn ihr gerne kommt und wenn ihr wegen uns kommt. Sonst: bleibt bitte zu Hause und lasst den Platz frei für die, die gerne kommen.
So einfach ist das.
Ach ja: Und falls ihr wirklich helfen wollt (Eurem Gegenüber und nicht nur Eurem eigenen Ego), dann fragt doch mal, wie's geht und hört dann auch zu. Schaut demjenigen in die Augen und findet raus, ob es wirklich "gut" ist, oder ob das nur die Standardantwort war. Nehmt Euch Zeit für jemanden und interessiert Euch für ihn statt ihm Eure Welt überzustülpen.
Ein langer und für meine Verhältnisse extrem.schlecht gelaunter Post - aber das muss auch mal sein.
In diesem Sinne: Gute Nacht.

Freitag, 18. Juli 2014

Satz mit X: "War wohl nix"...

Eigentlich hatte ich gehofft, mit dem heutigen Tag das letzte Jahr abschließen zu können. Es waren sogar schon die Einladungen für ein kleines "Endlich-ist-es-rum-"Festchen geschrieben. Aber da hab ich dir Rechnung mal wieder ohne das Klinikum gemacht.
"Durch einen Notfall und OP-Knappheit" musste nämlich meine OP heute leider abgesagt werden.
Das wurde mir heute um halb zehn (nachdem ich seit 6:45 drinnen war) auf nüchternen Magen angedeutet, dass das passieren könnte und heute nachmittag um kurz nach zwei auf immer noch leeren Magen mitgeteilt.

Prinzipiell könnte man jetzt sagen, dass das halt mal vorkommt und dass es ja nicht so schlimm ist, weil ja nichts akutes vorliegt. Könnte man sagen, wenn, ja WENN es nicht schon im Vorfeld so einige Dinge gegeben hätte, die nicht optimal gelaufen sind.
Und WENN darunter nur ich, aber nicht meine Kinder und meine Familie leiden würden.
So ist aber leider in beiden Punkten das Gegenteil der Fall.
Ich fasse kurz meine Geschichte mit dem ZK zusammen:
  • Gleich bei Diagnosestellung im Oktober schafft es mein Frauenarzt, mir einen Termin in der Mammasprechstunde am nächsten Tag (Mittwoch) zu ergattern. Von dort soll ich zur Mammographie - und werde dort heimgeschickt, weil ich die Vorbilder (von Januar, auf denen noch gar nichts zu sehen ist) nicht dabei habe. Die Ärztin im Klinikum sieht sich außer Stande, eine Mammographie anzufertigen oder einen Ultraschall zu machen.
    In der Gyn-Ambulanz werde ich daraufhin auf den darauffolgenden Freitag wieder in die Mammasprechstunde geladen - mit der Bitte, da die Bilder mitzubringen. Donnerstag Feiertag, ich mich also abgehetzt, um die Bilder noch zu organisieren, komme am Freitag wie vereinbart - nur leider war da in der Mammographie überhaupt niemand da.
    Fazit: 3. Termin nochmal eine Woche später und da wurde dann endlich ein Ultraschall (keine Mammographie) gemacht um festzustellen: Ja, Tumor (komisch, wusste ich ja vorher schon, war ja sogar schon biopsiert)
  • Die Tatsache, dass die Biopsie-Ergebnisse und die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung des Tumors nicht übereinstimmen fällt mir auf (weil ich mal wieder den Arztbrief gelesen habe, der mich ja eigentlich gar nichts angeht). Nach einer Nachuntersuchung der Stanzproben kommt die Einschätzung des Klinikums: der Tumor kam während der OP zu spät ins Formalin und zeigt deshalb veränderte Werte. Da sich dieses pathologische Untersuchungsergebnis auf die anschließende Therapie auswirkt wäre es doch schön, wenn man sich da wirklich darauf verlassen könnte, oder?
  • Am 27.05. gehe ich zur OP-Planung in die Gyn-Ambulanz. Dort wird der Termin der OP auf den 18.07. festgelegt. Da zeitgleich der Port entfernt werden soll, muss ein Chirurg mit an den Tisch. Aussage am 27.05: Mit 6 Wochen Vorlauf klappt das schon, das zu organisieren. Am 15.07. komme ich zur OP-Vorbereitung und werde erst mal in die Chirurgische Ambulanz geschickt, um dort klarzumachen, dass ein Chirurg am 18. bei der OP anwesend ist - das ist nämlich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant und organisiert. In der chirurgischen Ambulanz erklärt man mir, dass ich überhaupt keinen Termin bei Ihnen bekomme, weil ich ja stationär aufgenommen werde....
  • Am 18.07. stehe ich pünktlich um 06.45 auf Station, erfahre um 9.30, dass es passieren kann, dass ich nicht drankomme und werde um kurz nach zwei heimgeschickt.
Ich bin wirklich die Letzte, die kein Verständnis aufbringt. Mir ist klar, dass ein Notfall vorgeht. Mir ist auch klar, dass dabei vorkommen kann, dass irgendwer dabei nicht mehr an diesem Tag operiert wird. Ich gestehe auch jedem sein Recht auf geordnete Arbeitszeiten zu. (Wobei ich in meinem Job durchaus auch kenne, dass man in Krisenzeiten halt mal doppelt so lange arbeitet, wie man arbeitet...) Was mir nicht klar ist, warum das eine OP ist, die bereits seit 6 Wochen steht. Was mir ebenfalls nicht klar ist, ist, warum ich dann weitere 2-3 Wochen warten muss. Was mir ebenfalls nicht in den Kopf will ist, dass ein Haus wie das ZK keinen OP für Notfälle hat? Was mich wirklich ärgert, ist, dass meine Kinder und meine Familie jetzt nochmal durch den Stress durchmüssen (und es ist gerade für meine Kinder sehr wohl Stress und Angst und Aufregung, wenn die Mama "mal wieder" ins Krankenhaus geht).
Ja, meine OP ist freiwillig, es geht um nichts Lebensbedrohendes, es ist vom Prinzip her egal, ob man die heute, in drei Wochen oder in 2 Jahren macht. 
Vom Prinzip her - aber für mich macht es eben sehr wohl einen Unterschied. 
Weil ich mich bereits auf diese OP eingestellt habe. 
Weil ich meine Ängste vor dem Eingriff mühsam unter Kontrolle gebracht habe und mich das eine Menge Kraft gekostet hat. 
Weil ich eigentlich gedacht hatte, mit dem heutigen Tag diese ganze Geschichte abschließen zu können - und jetzt kann ich es wieder nicht abschließen.
Weil es eine Menge Organisationsbedarf mit sich bringt, die Kinder so zu versorgen, dass alles irgendwie weiter läuft.
Weil das Ganze langsam aber sicher meinen Zeitplan, der vorsieht, im September wieder zu arbeiten, ins Wanken bringt.
Weil es sich einfach total scheiße anfühlt.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Kette unglücklicher Zufälle eine Ausnahme bin. Jemanden mit schlechterer psychischer Konstitution könnte das durchaus aus der Bahn werfen. Zum Glück bin ich relativ stabil. So besteht die Möglichkeit, dass ich mich bald wieder gefangen habe...
Und nochmal zur Klarstellung: Ich bin mit der Arbeit der behandelnden Ärzte und Pfleger sehr zufrieden, WENN sie denn mal die eigentlich angedachte Arbeit tun. Das Operationsergebnis auf der linken Seite finde ich super, ich fühlte mich auf Station gut betreut. Und trotzdem kann man nicht schönreden, dass da drinnen einiges schief läuft und es an ganz schön vielen Abläufen ordentlich hakt.

Mittwoch, 16. Juli 2014

ZK die X.

Eigentlich hätte ich ja ehrlich gedacht, dass sogar im ZK 6 Wochen Vorlaufzeit reichen, um einen Gynäkologen und einen Gefäßchirurgen geplant gleichzeitig an einen OP-Tisch zu bekommen und somit im Zuge einer einzigen Vollnarkose auch gleich den Port zu ziehen.
Ich wurde eines Besseren belehrt.
Gestern hatte ich Termin zur OP-Vorbereitung - und ratet mal: richtig, es war NICHT organisiert. Statt dessen wurde ich dann zur Chirurgischen Ambulanz geschickt um das zu klären. Die haben mir dann mitgeteilt, dass der nächste Termin für einen Port-Ex der 29.08. wäre und dass sie mir als Ambulanz überhaupt keinen Termin für einen stationären Aufenthalt machen können.
Kennt ihr Asterix? Das Haus, das Verrückte macht? Wer auch immer das geschrieben hat muss schon mal im ZK gewesen sein.
Fakt ist, dass ich am Freitag, wenn ich aufwache, schauen kann, ob der Port noch drinnen ist oder nicht - vorher werde ich nicht wissen, ob es klappt. Toll, oder? Dafür wurde mir erklärt, dass sie das jetzt gar nicht mehr machen, eine Port-Ex in Vollnarkose, weil das so ein kleiner Eingriff ist, den man in örtlicher Betäubung macht...
Ich bin schon froh, dass ich die nächsten Jahrzehnte kein Krankenhaus mehr brauchen werde :-)
Als Entschädigung hab ich aber ein kleines EKG geschrieben bekommen - wenigstens mal jemand, der sich für mein Herz interessiert. Ist alles ok!

Zur Entspannung hab ich dann nachmittags ein bisschen bei meiner Freundin fotografiert. Eine Familie mit 4 Kindern auf ein Foto zu bekommen ist gar nicht so einfach (wie bei den Ponys...) Aber es sind ein paar ganz nette dabei rausgekommen.
Und weil ich ja gerade auf schwarz-weiß stehe, gibts auch ein paar schwarz-weiß-Bilder ...



Montag, 14. Juli 2014

wie schwer oder leicht ist das Leben eigentlich?

Es gibt Menschen, bei denen scheint das ganze Leben schwer zu sein. Und wenn man dann mal genauer zuhört, dann überlegt man das eine oder andere Mal, ob man wirklich aus allem einen Elefanten machen muss. Und andere haben ein wirkliches Päckchen zu tragen, so dass man beim Zuhören erst mal schluckt - und scheinen trotzdem durchs Leben zu tanzen.
Woran liegt das? Woher kommt diese Schwere bei den einen und die Leichtigkeit bei den anderen?
Nehmen wir das Beispiel mit dem Jammern: Wieso scheinen manche Menschen das Jammern für sich zu brauchen wie die Luft zum Atmen? Und da wird gejammert, was das Zeug hält. Angefangen davon, dass es einem so schlecht geht bis dahin, dass der Nachbar schon wieder um 9 schon gestaubsaugt hat...
Ich bin ja durchaus auch ein Jammerlappen. Ich finde, es gibt nur wenig Schlimmeres, als eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt. Mit Fieber im Bett zu liegen oder die Kloschüssel umarmen und keiner merkt, wie dreckig es einem geht - das ist mies. Da muss man einfach jammern, um sicherzustellen, dass man nicht aus Versehen gesund wird, ohne dass es einer gemerkt hat.
Aber wenn Menschen immer nur um des Jammerns willen jammern finde ich es schwierig. Wenn sie überhaupt keine Lösung haben wollen, sondern einfach nur Aufmerksamkeit brauchen und Mitleid wollen - dann geht das oft echt an meine Grenzen.
Oder Menschen, die versuchen, anderen ständig eines reinzuwürgen. Die Bestätigung draus ziehen, dass sie anderen Fehler nachweisen können, weil sie sich dann überlegen und gut fühlen. Die sich ständig mit anderen vergleichen und messen, wer besser, toller, schlanker, schöner, schlauer, reicher oder sonst ein -er ist - und richtig gemein werden können, wenn sie mal bei einem Vergleich nicht als strahlender Sieger hervorgehen.
All das sind Sachen, die unserem Leben eine unglaubliche Schwere geben. Die uns nach unten ziehen, wie die sprichwörtlichen Bleigewichte an den Füßen.
Effektiv machen wir uns doch in grob geschätzt 90% der Fälle das Leben selber schwer, oder? Würden wir nicht nur uns das Recht zugestehen, so zu sein, wie wir sind, sondern auch den anderen das Recht, dass SIE so sind wie sie sind, würden wir uns nicht ständig mit anderen vergleichen und würden wir uns nicht nur für uns interessieren, sondern den Menschen in unserem Leben von uns aus Aufmerksamkeit schenken, wäre vielleicht manches einfacher.
Vielleicht sollten wir uns öfter mal an einen Spielplatz setzen und Kindern beim Spielen, beim Schaukeln, beim Wippen, beim Rennen, beim Klettern zusehen und ihr Lachen hören - da kann man oft die pure Leichtigkeit des Seins spüren. Das Leben ist nämlich meistens schön und nur manchmal schwer und wir sollten alle aufpassen, dass wir es uns nicht selber unnötig schwer machen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Tag.



Montag, 7. Juli 2014

was uns so alles glücklich macht - oder doch nicht?

Ich treffe in meinem Leben ja ne ganze Menge Menschen. Und immer wieder lerne ich Leute kennen, die scheinbar "alles" haben. Oder sich zumindest (nach eigenen Angaben) irgendwelche Träume erfüllt haben. Und dann denkt man sich: He, super, dann ist er/sie jetzt sicher glücklich - aber irgendwie machen viele davon gar nicht so den Eindruck oder verhalten sich nicht so.
Da schwärmt man ewige Zeiten davon, dass man XYZ haben will - und wenn man es sich dann kauft, ist es nach kürzester Zeit uninteressant. Das mag nicht so schlimm sein, wenn das Objekt der Begierde ein Objekt ist. Also der heißersehnte Nintendo 3DS. Dann ist das vielleicht unverständlich und evtl. auch ärgerlich, aber es tut keinem wirklich weh. Wenn das heißersehnte Objekt aber lebendig ist, wird's kritisch. Dann sind die Häschen nach dreimal kuscheln uninteressant und fürs Misten findet sich kein Freiwilliger und wenn nicht irgendjemand sich durchringt und füttert, würde sogar das ausfallen. Dann bleibt der innig gewünschte Hund den ganzen Tag alleine zu Hause, weil alles andere wichtiger ist. Da steht das schwer erbettelte Pony wochenlang nur rum, weil keiner was tut, da kommt die sehnlich gewünschte Katze wieder ins Tierheim, weil sie im Urlaub stört...
Kann mir jetzt bitte ein Mensch erklären, warum das so ist? Ist tatsächlich in unserem Leben der Weg das Ziel? Ist es spannend und interessant an den Punkt zu kommen, dass man sich etwas leisten KÖNNTE? Und sollte man es dann lassen, sich das zu leisten? Gibt es Anzeichen dafür, dass dieser Langeweile-Effekt eintreffen wird? Es gibt ja schließlich auch Leute, die wünschen sich einen Hund, kaufen sich einen und sind glücklich damit und kümmern sich. Unter welche Voraussetzungen also passiert das? Wenn wir zu viel haben? Wenn wir "es" zu leicht bekommen? Steigt der Wert mit der Anstrengung? Oder ist das völlig unabhängig voneinander?
Ich glaube z. B. schon, dass in unserer Konsumgesellschaft Dinge ihren Wert verlieren. Weil man sich vieles einfach so leisten kann, weil man für kaputte Dinge sehr leicht Ersatz findet, weil vor dem "Haben" oft gar keine oder nur sehr geringe Anstrengung steht. Wenn ich nur lange genug betteln muss, bis mir jemand meinen Wunsch erfüllt, muss ich das ja beim nächsten Wunsch nur auch so machen. Wenn ich dagegen für die Erfüllung richtig arbeiten muss, dann überlege ich mir vielleicht, ob es nach vier Wochen schon was Neues sein muss.
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
Ich wünsche Euch auf jeden Fall allen, dass Euch die Erfüllung eines Wunsches tatsächlich Befriedigung verschafft und nicht nur Langeweile. Dass ihr lange Spaß und Freude am Objekt Eurer Begierde habt und nicht schon nach kurzer Zeit etwas Neues braucht. Und dass die Dinge für Euch ihren Wert behalten.


Samstag, 5. Juli 2014

was macht uns zu was?

Ich höre immer wieder von Leuten. "Ohne XXX wäre ich nichts". Für die XXX kann man alles Mögliche einsetzen. Meine Kinder, meinen Mann, meine Musik, die Pferde, .....
Aber ist das wirklich so? Wären diese Menschen ohne das jeweilige X nichts? Und warum habe ich kein X? Ich habe nichts, von dem ich behaupten würde, ich wäre nichts ohne es. Heißt das jetzt, dass ich nichts so gut kann/so sehr liebe, dass ich ohne nichts wäre? Habe ich keinen Inhalt in meinem Leben? Oder nur oberflächliche Dinge?
Fragen über Fragen...
Ich bin der festen Überzeugung, dass ich genau den richtigen Mann gefunden habe. Bei ihm fühle ich mich wohl und zu Hause und sicher und geborgen. Ich liebe meine Kinder und bin um jedes einzelne davon froh und dankbar, sie zu haben. Würde ich einen von ihnen verlieren, wäre ich unendlich traurig und mein Leben wäre anders. Hätte ich den Mann und/oder die Kinder nicht gehabt, wäre mein Leben nochmal anders. Aber ich wäre trotzdem noch etwas. Ich wäre nach wie vor ich.
Ich habe lange Jahre und liebend gerne in einem Chor gesungen. Seit ich nicht mehr dort singe fehlt mir das Singen - aber ich bin immer noch ich.
So lange ich auch nachdenke, ich finde nicht die eine Sache, die mich ausmacht. Ich bin vielschichtig. Mein Ich hat viele Facetten. Es gibt welche, die mag ich lieber als andere - aber insgesamt gehören alle zu mir. Und auch wenn ein Kern immer gleich bleibt oder sich zumindest nur sehr langsam verändert, so ändert sich doch das Ich ständig und fortwährend. Weil ich lebe und deshalb dauernd mit neuen Eindrücken und Erfahrungen konfrontiert werde. So hat mich das letzte Jahr sicherlich verändert - aber es hat trotzdem keinen völlig anderen Menschen aus mir gemacht.
Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich auch froh, dass mein Mann nicht sagt, dass er ohne mich nichts wäre. Die Verantwortung möchte ich nicht haben, ständig und immer dafür sorgen zu müssen, dass jemand etwas ist.
Ich möchte auch nicht, dass meine Kinder diese Rolle bekommen und ich "nur noch" Mutter bin (und ich werte damit ganz bestimmt nicht die Rolle der Mütter ab - ich weiß, was Mütter leisten :-)  ) Aber ich bin ohne meine Kinder immer noch etwas. Ich habe außer der Rolle als Mutter noch andere Dinge, die mich definieren.Sie können also irgendwann flügge werden (in ferner Zukunft, beeilen müssen sie sich damit noch nicht) ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass ich dann nichts mehr bin.
Ich bin und bleibe ich. Ob mit oder ohne Haare, ob mit oder ohne Brust, ob mit oder ohne Singen usw.
Das klingt jetzt alles ungemein selbstbewusst und erwachsen, dabei bin ich gerade die beiden Dinge eher nicht. Aber trotz allem bin ich ich. Ich bin ein Ich-bin-ich, so wie in dem gleichnamigen Kinderbuch. (Wir haben uns im Kindergarten eines genäht. Meines war dunkelblau mit bunten Blümchen drauf und ich kann mich noch genau daran erinnern)

Ich wünsche Euch allen, dass Ihr für Euer Leben sagen könnt: "Ohne XXX würde mir etwas fehlen" aber nicht sagen müsst "Ohne XXX wäre ich nichts".

Samstag, 28. Juni 2014

schöne Traditionen

Ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich Traditionen mag.
Gestern war wieder so ein Tradtitions-Tag.
Traditionell treffe ich mich nämlich einmal im Jahr mit meinen Kolleginnen und Kollegen hier zum Grillen. Und traditionell ist es ein richtig netter Abend. Egal ob wir zu zweit oder zu zwölft sind - es ist immer lustig und nett und ich genieße es. Gerade weil wir normalerweise alle "Einzelkämpfer" sind und die Arbeit in unserem Familien nur extrem selten im Team absolviert wird, tun uns solche Gemeinschaftsaktivitäten gut, bringen uns enger zusammen und bieten die Gelegenheit, sich über Gott und die Welt (und auch ein bisschen Arbeit) zu unterhalten.
Ich habe auf jeden Fall den gestrigen Abend so was von genossen und freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr.

Montag, 23. Juni 2014

schwarz und weiß - und grau und bunt und überhaupt

Kennt ihr auch so Menschen, bei denen alles entweder schwarz oder weiß ist? Entweder ist man der beste Freund oder der böseste Feind. Entweder ist etwas supertoll oder total blöd. Entweder sind sie himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt.
Da können zwei Leute exakt das selbe tun - und trotzdem ist es nicht das selbe. Beim Freund ist es toll und dem, der auf der dunklen Seite der Macht steht ist es furchtbar.
Schwarz und weiß eben. Entweder so oder so. Dazwischen ist nichts.
Dabei besteht doch das Leben aus ganz vielen Schattierungen. Zugegeben: Manchmal ist schwarz/weiß reizvoll. Es macht z. B. manche Fotos interessant. Es bleibt Platz für eigene Phantasie. Und es kann Stimmungen ausdrücken. Aber selbst wenn man ein Schwarz-Weiß-Bild ansieht, ist es nicht nur schwarz oder weiß - da gibt es hellere und dunklere Stellen. Grau eben. Und das Leben bietet uns nicht nur schwarz oder weiß oder grau - das wirft mit Farben ja geradezu um sich. Mit hellen, dunklen, knalligen oder gedeckten, mit schönen und manchmal auch mit ziemlich hässlichen - aber mit verschiedenen. Deshalb ist es ja gerade so schön - weil es nicht nur Hü und Hott gibt, sondern auch ein bisschen Brrr und ein bisschen He und vielleicht noch etwas Wiest...
Mein Appell heute ist daher: Lasst die Farbe in Euer Leben. Meist gibt es nicht nur 2 Möglichkeiten sondern geschätzte zig-Millionen. Genießt die Vielfalt und achtet auf die Schattierungen.

Sonntag, 22. Juni 2014

lang, lang ist's her

Hier wars jetzt ziemlich lange ruhig, was daran liegt, dass wir im Urlaub waren. Richtig gemütlicher Familienurlaub. Viel baden, jeden Spielplatz bespielen, einen Wildpark besuchen - und sonst einfach nur gemütlich das machen, was sich halt so ergibt.
War schön und war für mich entspannender, als 3 Wochen AHB mit Kindern.
Gestern abend hab ich mich dann mit einer Freundin getroffen und wir sind zum Baggersee gelaufen. Dank des WM-Spiels Deutschland-Ghana waren wir dort ganz allein, hatten also den See bei Sonnenuntergang ganz für uns. Das Wasser war wunderbar und samtweich (nur die Mücken haben zugegebenermaßen etwas genervt - wenn man mit offenem Mund geschwommen ist, war man satt) und gar nicht so kalt wie gedacht. Und danach haben wir lange einfach geredet und die Sterne angeschaut. Auf dem Heimweg hab ich die ersten Glühwürmchen entdeckt. Ich liebe Glühwürmchen.
Insgesamt hab ich mich 10 - 20 Jahre jünger gefühlt... Lang, lang ist's her. Und so schwanke ich zwischen "jung" und "alt" fühlen. Aber egal wie - ich fühl mich wohl und bin zufrieden.
Das waren gestern auch einige unserer Themen. Dass es so viele Menschen gibt, die nicht zufrieden sind, obwohl sie eigentlich ziemlich viel haben. Und was Macht aus Menschen macht. Und dass Fußball doof ist :-)


Aber nochmal zurück zur ersten Frage. Warum ist das eigentlich so? Warum sind so viele Menschen ständig am Jammern, obwohl es ihnen nicht wirklich schlecht geht? Warum ist Jammern in unserer Gesellschaft so wichtig? Manchmal könnte man meinen, dass Zufrriedenheit negativ bewertet wird und einem unterstellt wird, dass man keine Ziele mehr hat, wenn man zufrieden ist - oder dass man keinen Ehrgeiz mehr entwickelt und nicht bereit ist, sich weiterzuentwickeln. Dabei hat das eine mit dem anderen ja nichts zu tun. 

Klar ist Unzufriedenheit vom Prinzip her ein Motor, der uns antreibt. Wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin, habe ich einen Anreiz, etwas zu tun und diese zu ändern - theoretisch. Praktisch tun es aber viele nicht, sondern belassen es beim Jammern und Unzufrieden sein.
Die Theorie ist also nicht 1 : 1 in die Praxis umsetzbar. Und genausowenig heißt Zufriedenheit, dass man nichts mehr tut. Vielleicht überlegt man anders, was Veränderungen heißen und was sie mit sich bringen, bevor man sich Hals über Kopf hineinstürzt. Vielleicht ändert man manche Dinge tatsächlich nicht, weil man damit seine Komfortzone verlassen würde. Das muss aber ja nicht negativ sein. Es muss ja nicht alles ständig geändert werden.
Ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Auch wenn mich manchmal Leute oder Dinge tierisch nerven und auch, wenn ich nicht frei von Neid bin. Insgesamt will ich mit niemandem tauschen und liebe mein Leben. Ich habe den für mich richtigen Mann gefunden, ich habe drei tolle Kinder (und jeder einzelne von den vieren kann mich tierisch nerven - und trotzdem liebe ich sie abgöttisch), wir haben ein tolles Haus, ich habe einen Job, der mir Spaß macht, wir können keine riesen Sprünge machen und uns nicht alles leisten - aber ab und zu sind mal kleine Extras wie ein Essen-Gehen oder ein kleiner Urlaub drinnen. Was braucht man mehr? Ich bin glücklich. Ich kann mich mit Freunden am See treffen und Glühwürmchen anschauen. Und das finde ich toll.
Und ich wünsche allen, dass sie auch an den Punkt kommen.

Dienstag, 10. Juni 2014

perfekte Momente

Manchmal - ehrlich gesagt sogar ziemlich oft, bei mir sogar fast jeden Tag - gibt es perfekte Momente.
Heute haben sie sich gehäuft.
Heute vormittag z. B. lag ich mit meinem Sohn auf der Couch und wir haben gemeinsam ein Buch gelesen. Einfach nur gekuschelt und abwechselnd laut vorgelesen. Und es war toll. Ein bisschen Nähe, ein bisschen Ruhe - einfach toll.
Heute nachmittag waren wir bei Freunden und haben Kindergeburtstag nachgefeiert - und danach saß ich auf meiner Hollywoodschaukel und habe meine Füße in eine Wanne mit frischem Brunnenwasser (ca. 9°C) gestellt - herrlich.
Heute abend waren wir mit einer Freundin beim Baden. Der Sohnemann hat beschlossen, dass er lieber zur Oma will und dort übernachtet - auch ok. Also waren der Papa, ich und die zwei Mädels mit Nina beim Baden an einem traumhaft schönen See.
Die Sonne war warm, es waren wenige Leute da, das Wasser war wunderbar und ganz weich - und es war einfach eine perfekte Stunde in der wir alle unseren Spaß hatten.
Wunderbar.
Ich wünsche Euch allen, dass ihr auch jeden Tag so wunderbare Minuten erleben dürft - und vor allem, dass ihr sie auch seht, wenn sie da sind und sie nicht im Alltagsrummel untergehen.


zu heiß

Boah, ich beneide alle Menschen, die den Sommer mögen - mir ist es zu heiß. Viel zu heiß. Ich weiß gar nicht, wie ich so schnell schwitzen soll, wies mir heiß ist.
Dazu dann noch Hitzewallungen und wegen der immer noch sehr kurzen Haare den Zwang, einen Hut zu tragen macht es einfach ... HEIß...

Egal, müssen wir jetzt durch und man lästert ja nicht übers Wetter, weil es ist ja meistens zu heiß oder zu kalt oder zu nass oder zu trocken...

Mir ist es auf jeden Fall viel zu heiß für philosophische Ergüsse oder anderweitige ordentliche Posts, daher hier ein paar Impressionen unseres Pfingstwochenendes.

Oh, falls mir irgendein computerbegeisterter Mensch sagen kann, warum man in meinem Blog nur manchmal kommentieren kann und warum ich derzeit selbst nicht kommentieren kann, wäre ich wirklich begeistert.

Außerdem wurde ich genötigt, eine Foto-Seite auf Facebook zu erstellen - vielleicht werdet ihr dann hier eher davon verschont. Falls jemand vorbeischauen will:
https://www.facebook.com/jChU77
Ich freue mich auch über "gefällt mir"s :-)

Hier also jetzt die Pfingstimpressionen:















Freitag, 6. Juni 2014

die Sache mit der Perfektion

Wie ist das mit Euch? Seid Ihr perfektionistisch?
Es gibt ja Bereiche (im Haushalt z. B.), da bin ich gar nicht perfektionistisch. Da bin ich mehr so larifari. Da kann ich viel Chaos aushalten. Und es gibt andere Dinge, da regen mich kleinste Kleinigkeiten auf.
Schiefe Bilder z. B. machen mich wahnsinnig.
Heute habe ich festgestellt, dass ich beim Fotografieren auch perfektionistisch bin. Blöderweise kann ich es nicht gut genug, um das wirklich sein zu können - aber unabhängig davon, stören mich an den gemachten Bildern dann Kleinigkeiten.
Heute habe ich wieder das Pferd einer Freundin fotografiert - mit ihr gemeinsam. Und sie hat dann ein paar Bilder zu "Lieblingsbildern" gekürt, die ich so nie nehmen würde.
Dabei wären sie z. T. schon mit etwas Nachbearbeitung selbst für mich akzeptabel.


 manchmal ist ein bisschen heller oder dunkler schon besser - wobei es zugegebenermaßen immer noch unscharf ist




anderer Bildausschnitt - oder auch mal schwarz-weiß macht auch gleich einen Unterschied
 auch hier macht der Ausschnitt den Unterschied

 Manchmal muss man dagegen tatsächlich ein bisschen in die Trickkiste greifen.
 Und hier noch ein paar Bilder, die ich mag, obwohl sie nicht perfekt sind :






Sonntag, 1. Juni 2014

50 things I found in my room

Nina scheint es manchmal langweilig zu sein und dann fordert sie mich zu doofen Blog-Spielchen heraus. Und an Abenden wie heute, an denen die Kinder im Bett sind und der Mann außer Haus, steige ich da auch glatt drauf ein.
Die Herausforderung heute: 50 Dinge, in diesem Zimmer (also für mich jetzt im Büro)
Also, mal sehen, ob es 50 werden:
1.) Gitarre - weil ich es zwar nicht kann aber unglaublich gerne drauf herumschrumme. Die aktuelle habe ich von Jürgen zu Weihnachten geschenkt bekommen und ich liebe sie heiß und innig.
2.) Strickmaschine - nach anfänglichen Kämpfen kommen wir momentan ganz gut miteinander klar, auch wenn sie die Zusammenarbeit beim Lochmusterstricken immer noch verweigert. Dafür können wir Socken schon fast im Schlaf.
3.) Canon EOS 350 D - meine neue Liebe, der ihr die ganzen überflüssigen Fotos verdankt
4.) Bücher - nicht wegzudenken und wer die Bücher-Seite anschaut sieht auch, dass ich immer wieder mal eines fertig lese
5.) Schuhe - (wenn wir ehrlich sind machen Punkt 4 und 5 zusammen in der gesamten Wohnung schon weit mehr als 50 Dinge aus - aber egal). Schuhe haben bei uns - wie Socken - die Neigung, alleine aufzutreten, obwohl sie doch eigentlich paarweise da sein sollten. Ich fürchte das Sockenmonster in unserer Waschmaschine steigt nachts aus und vernascht auch Schuhe... Ich bin mittlerweile ja von den roten weg und ziehe sie nur noch aus purem Spaß an der Freude an.
6.) Djemben und Cajon - wunderbar zum Frust ablassen
7.) Spinnrad - zum Wolle zwirnen und um den Lymphfluss in den Beinen anzuregen :-)
8.) Wolle, Wolle, Wolle - für Punkt 2 nötig
9.) Stoffe - um damit für mich, meine Kinder oder sonstige nette Menschen schöne Sachen zu nähen
10.) Filzzeug - für kleine Accessoires und weil man damit die Kinder so wunderbar beschäftigen kann
11.) PC - was würde ich wohl ohne machen?
12.) Buchhaltungsunterlagen fürs Monsterlabel - für 2013 und 2014 noch kein Kassenbuch geführt... Shame on me. Muss ich wohl irgendwann mal nachholen
13.) Schere - die kriegen bei uns Füße und sind selten da zu finden, wo man sie erwartet. Ich hab schon mindestens 4 4er-Packs beim Aldi gekauft und finde max. eine im ganzen Haus. Irgendwer scheint die zu fressen.
14.) Stricknadeln - weil ich ab und zu trotzdem mit der Hand stricke
15.) zwei Styroporkugeln, auf denen ich die Newborn-Mützen ausprobiere
16.) USB-Kabel en masse - für die verschiedenen Geräte. Mittlerweile gut sortiert in einer Tasche unterm Drucker. Ganz besonders wichtig: Das graue, das ist nämlich für die Kamera
17.) Drehstuhl - heiß umfochten, wer hier sitzt ist Herr über den PC
18.) Sofa - im Büro kaum zu sehen, aber nichtsdestotrotz wichtig
19.) Fotoalben - für jedes meiner Kinder wird ein Fotoalbum geführt. So richtig mit Einkleb-Bildern. Bin ich schon ein bisschen stolz drauf, auch wenn ich es nicht immer schaffe, tatsächlich für jeden Monat mind. ein Bild zu haben.
20.) Spiele - ich liebe Gesellschaftsspiele. Leider ist mein Mann kein Spiele-Spieler   :-(
21.) Kaffeetasse - um diese Uhrzeit zu vernachlässigen, in der Früh enorm wichtig!
22.) Kinderspielzeug - komisch, das divergiert bei uns im Haus überall hin. Ein bisschen wie Sahara-Sand...
23.) Schnittmuster - hier stapel ich meine Schnittmusterzeitungen und die bereits ausgeschnittenen Schnitte. Leider ist mein Ordnungssystem nicht wirklich gut, so dass ich die Schnitte manchmal auch nicht mehr zusammenfinde und neu ausschneiden muss...
24.) Kuscheltiere - was die im Büro machen erschließt sich mir nicht ganz, aber vor mir auf dem Tisch liegt beispielsweise eine quietschgelbe Ente
25.) Büromaterial (Locher, Tesa, Tacker, ....) - kaum zu glauben, aber auch das ist in unserem Büro zu finden
26.) Kochbücher - schön aufgeräumt im Regal. Ich liebe Kochbücher. Ich liebe es, sie durchzublättern - aber seit Chefkoch.de koche ich nur noch sehr selten draus.
27.) mein Bandwebrahmen - den hat mir mein Mann gebaut, damit ich drauf Brettchenweben kann und da müssen zwei Hölzer wieder festgemacht werden - und seither steht er jetzt hier und wartet drauf. Dabei ist ein wirklich schönes Band drauf... Mal sehen, wann das was wird. Das ist so eine typische Winterarbeit.
28.) Hackbrettständer - der steht hier hinterm Sofa, weil er im Wohnzimmer so viel Platz wegnimmt. Ich würde gerne mein Hackbrett stehen lassen, dann würde ich vielleicht auch mehr spielen - aber dafür sind die Kinder noch eine Runde zu klein.
29.) Inline-Skates - die waren früher (vor 10 Jahren) noch regelmäßig in Gebrauch, die letzten 8 Jahre dafür gar nicht mehr... Aber beruhigend zu wissen, dass sie noch da sind
30.) Falttaschen - ganz wichtig, um meine Monsterlabel-Aufträge zu verschicken.
31.) Hängesessel - ich liebe ihn, mein Mann hasst ihn und wenn er nicht aufpasst, werde ich ihn auch diesen Winter wieder ins Wohnzimmer an den Balken hängen. Füße an den Kachelofen und lesen - es gibt weniges, was schöner ist
32.) Maxi Cosi - steht seit 1,5 Jahren, seit wir ihn nicht mehr brauchen und wartet auf bessere Verwendung. Falls jemand einen braucht: Einfach melden, ist unfallfrei....
33.) Taufkerzen der Kinder - alle drei auf dem Regal. Werden jedes Jahr am Geburtstag wieder angezündet, da es aber dicke Stumpenkerzen sind können die Kinder ziemlich alt werden....
34.) Schulzeug - weil es manche Dinge nur im Pack gibt, liegt hier noch ein bisschen was rum, schließlich haben wir ja erst ein Schulkind
35.) Foto-DVDs - von Hochzeit, erstem Kind, diesjährigem Familienshooting...
36.) farbiges Papier - weil man das immer brauchen kann
37.) alte Tastaturen und PCs - warum das Zeug hier noch rumsteht kann ich echt nicht sagen
38.) eine Pentax X90, eine Nikon Coolpix 4300 und eine Nikon Coolpix hau mich tot - die alte Kamera und die Kinderfotos
39.) ein Samsung Galaxy Tablet - mein völlig unerwartetes Geburtstagsgeschenk. Om Nom wird mich durch die langweilige Krankenhauswoche bringen...
40.) Stricksocken (wie sollte es auch anders sein)
41.) Wäscheklammern - brauch ich immer wieder mal an der Strickmaschine, verteilen sich dann aber komischerweise im Raum
42.) essbare Unterwäsche - nicht lachen, war mal ein glödsinniges Geburtstagsgeschenk und liegt noch unausgepackt hier in der Ecke
43.) die Verlängerungen für unseren Küchentisch - damit an den Geburtstagen und sonstigen Familien-Feiern alle 25 - 30  Leute dran Platz haben
44.) unsere Video-Kamera - damit die denkwürdigen Auftritte unserer Kinder festgehalten werden können
45.) eine Rolle schwarzer Filz - kann man ganz gut als Fotohintergrund nehmen :-)
46.) mein Tragetuch - langsam wird es Zeit, dass ich mich schweren Herzens davon trenne
47.) ein Karton mit fertigen Monsterlabel-Dingen, die ich nicht verkauft habe und die jetzt hier rumliegen
48.) eine Hüpfkuh - fällt streng genommen unter Kinderspielzeug, ist aber toll und deshalb einzeln erwähnenswert
49.) der Drucker - für die ganzen Rechnungen und Briefe an die Krankenkasse und alles andere, was man halt sonst den ganzen Tag so druckt (Mandalas für die Kinder z. B.)
50.) Jürgens Tracht - die durch die wundervolle selbstgenähte Weste enorm aufgewertet wird :-)  (nein, die Tracht ist tatsächlich ziemlich cool und mein Mann sieht extrem gut darin aus!)
Ha! Geschafft.
Nina, das kostet Dich ne Runde!

Samstag, 31. Mai 2014

manchmal bin ich traurig, so traurig, so traurig..

Manchmal kriegt man so Mitteilungen, die machen einen von einer auf die andere Sekunde traurig.
Dabei sind sie gar nicht schlimm. Man kann sogar viel Positives sehen - und trotzdem reißen sie einen total rein.
Ich meine jetzt nicht die wirklich schlimmen Nachrichten, die einen traurig machen, weil sie furchtbar sind und man mitleidet, sondern so Kleinigkeiten, die eigentlich gar nicht so schlimm sind.
Mir hat z. B. gerade eine Freundin erzählt, dass sie jetzt für 4 Jahre nach Spanien geht. Spanien ist nicht aus der Welt, sie kommen wieder, für ihren Mann ist es beruflich eine super Chance, die Kinder sind noch in einem Alter, wo das ganz gut geht und sie haben die Möglichkeit, etwas von der Welt zu sehen. Wir haben uns bisher auch nicht regelmäßig getroffen, vielleicht 1 - 2 Mal im Jahr.
Und trotzdem macht es mich traurig. Warum auch immer. Ich gönne es ihnen. Vielleicht bin ich ein bisschen neidisch, weil ich nie "weg" war. Wenn ich im Ausland war, dann immer nur kurz für einen Urlaub, ich habe nie wo anders gelebt. Andererseits - wollte ich das wirklich? Ich fühle mich hier wohl, ich bin hier zu Hause, ich fühle mich verwurzelt und angekommen. Mir fehlt das Leben im Ausland nicht. Aber ich kann natürlich auch nicht mitreden, bin kein Weltenbummler. Wobei ich das auch gar nicht unbedingt sein will.
Ich bin und bleibe ein Landei und fühl mich wohl als solches.
Nichtsdestotrotz ist es eine der Gelegenheiten in denen man ganz kurz sieht, gegen was man sich entscheidet, weil man sich entschieden hat, so zu leben, wie man lebt. Denn jede Entscheidung FÜR etwas heißt ja gleichzeitig auch eine Entscheidung GEGEN 1 Mio. andere Alternativen treffen.
Ich bin glücklich hier, ich will mein Leben auch nicht tauschen und deshalb vertreibe ich jetzt auch das Traurigsein aus meinem Kopf und wünsche den Vieren alles Gute und viel Glück für ihre Zeit in Spanien.
Felicidades y mucha suerte

Freitag, 30. Mai 2014

von wegen leicht

Ich hab ja irgendwann hier schon mal behauptet, dass ich gerne in die Berge gehe. Gestern war ich am Überlegen, ob ich das nicht revidieren sollte....
 Da ich mit den Kindern nicht wirklich dazukomme (bzw. die Kleinste noch zu klein ist um das selbst zu laufen und ich keinen Bock habe, sie raufzuschleppen), habe ich mich mit meiner Cousine verabredet um mit ihr alleine zu gehen.
Ich hab extra eine leichte Tour angemeldet, weil ich ja ein echtes Konditionswunder bin. Gäbe es Kondition im Minusbereich wäre ich da auch noch dabei... Die Chemo hat das Ganze nicht wirklich verbessert.
Sie hat also eine Tour rausgesucht und mir versprochen, dass die echt easy ist und man die auch mit den Kindern gehen könnte: Vom Alatsee über die Saloberalm und den Zirmgrad auf den Falkenstein.
Den Alatsee kenn ich nur aus den Kluftinger-Büchern, der Rest hat mir gar nichts gesagt - also: nehmen wir.
Ich hab mir also Bergstiefel und ne Regenjacke geliehen, Pflaster und Traubenzucker eingepackt und wir sind um halb sieben los Richtung Allgäu.
Der Alatsee ist morgens um 8 noch ziemlich friedlich, es ist wenig los, mal läuft praktisch ganz alleine. Es könnte alles so schön sein. Der See liegt idyllisch da, es ist ruhig man hört die Kuhglocken und die Vögel - und dann fängt das Ganze sofort mit Steigung an. So richtig Steigung. Nicht mal eben ein bisschen, sondern gleich ordentlich...
Man wird dann durch den Vier-Seen-Blick ein bisschen für den ersten anstrengenden Aufstieg entschädigt - aber das dicke Ende kommt dann erst... Zum Zirmgrad geht es dann richtig steil hoch. Kennt ihr das, wenn ihr anfangt, euch kleine Ziele zu setzen: Bis zu dem Baum, dann schnaufen, bis zu dem Stein, dann kurze Pause, ...? Das war bei mir der Anfang. Wenn ich richtig am Filter bin, zähle ich. Noch 50 Schritte, nochmal 50 Schritte... irgendwann war ich bei 25 Schritten....Ich verstehe jetzt, warum es heißt, dass einen die Berge wieder an das Wesentliche bringen... Sie bringen einen zum Atmen. Zum ziemlich bewussten Atmen. Mich zumindest.  Wenn das nicht wesentlich und existenziell ist, weiß ich ja nicht. Aber ich bin trotz allem oben angekommen. Ganz oben. Der Weg über den Zirngrad war dann wirklich schön, mit toller Aussicht. Der Aufstieg zum Falkenstein nochmal ätzend - aber machbar.
Alles in allem haben wir auf dem Hinweg 2,5 Stunden und zurück "nur" 1,75 gebraucht. Zurück sind wir dann über einen Wiesenweg gelaufen - der war wirklich schön. Das war so, wie ich mir Bergwandern immer vorgestellt habe.
Insgesamt war es ein wirklich schöner Tag, der mich mal wieder über meine eigenen Grenzen gebracht hat. Und es ist schon toll, wenn man es "geschafft" hat und über den Berg ist.
Nina, sollte ich nochmal mit Dir in die Berge gehen: Ich mag NIEMALS eine schwere Tour! Immer dran denken!!!!


 Der Alatsee
bekannt aus Kluftingers "Seegrund"








Auf dem Zirngrad - bereits nach dem "ich schaff das nicht, ich dreh jetzt um"-Punkt




 Man wechselt auf der Strecke öfter mal zwischen Deutschland und Österreich. Handy auf stumm stellen lohnt sich also wirklich

Auf dem Falkenstein