In dieser Woche gab es einen Todesfall in meinem weiteren Familienkreis. Gestern war ich im Rosenkranz. Ich bin kein sehr katholischer Mensch. Ich gehe dort nicht hin, weil ich mich in der Kirche mehr mit Gott verbunden fühle. Das kann ich überall sein - muss es aber auch in der Kirche nicht.
Ich mag das Rosenkranz beten, weil es Zeit ist, die ich ganz für mich alleine habe. Wo meine Gedanken auf die Reise gehen können, weil ich nicht an 1000 Kleinigkeiten denken muss, die ich noch machen muss oder was ich noch schnell schauen muss oder was eines der Kinder braucht. Ich kann das zwar alles denken, aber für eine halbe Stunde kann und muss ich nichts machen. Die Gebete sind automatisiert, meine Gedanken können also frei schweifen. Ich komme dabei oft (nicht immer) ganz zu mir.
Gestern war es ziemlich bewölkt, als wir in die Kirche gingen. In unserem Dorf gibt es eine relativ große alte Klosterkirche mit einem Hauptschiff und zwei Seitenschiffen. Die Kirche hat zwar große Fenster, aber aufgrund der Bewölkung und weil es ja schon Abend war, herrschte ein bisschen dusteres Zwielicht. Und dann kam auf ein Mal die Sonne heraus und schien durch eines der Fenster über dem Seitenschiff genau auf ein großes Kreuz an der gegenüberliegenden Wand. Nur durch eines und genau auf das Kreuz. Dieses Kreuz hatte ich noch nie bewusst wahrgenommen und jetzt hing es da in einer Lichtinsel an der ansonsten dusteren Wand.
Dieser Moment war beinahe magisch und hat meine Seele berührt.
Nicht weil ich glaube, dass Gott mir etwas sagen wollte, nicht weil ich meine, dass das Licht wegen mir kam sondern einfach nur, weil es wunderschön war. Eben beinahe magisch.
Weil ich in diesem Moment trotz der Trauer um den Verstorbenen, trotz des Leidens mit den Angehörigen, trotz der Angst und der Wut und der Hilflosigkeit, die in Anbetracht des Todes in mir waren ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit empfand. Dankbarkeit dafür, dass ich am Leben sein darf. Dankbarkeit dafür, dass ich diese ganze Masse an Gefühlen spüren kann und darf und Dankbarkeit dafür, dass ich derartig wunderbare Dinge wie die Sonne, die durch Wolken scheint sehen und erleben darf.
Die Magie des Lebens liegt eben meistens in den kleinen Dingen und braucht kein großes Tamtam.
Genießt die kleinen Momente, denn sie machen das große Glück.
Freitag, 15. April 2016
Mittwoch, 30. März 2016
von der Wertigkeit von Dingen
Heute geht's ums Thema: Was ist was wert? Und dabei denke ich noch gar nicht an solche Dinge wie das Leben oder die Freiheit, sondern ganz banal an Güter und Dienstleistungen.
Ich habe ja schon erzählt, dass ich ein Kleingewerbe habe, in dem ich Handarbeitssachen herstelle und fotografiere. Ich nähe, strickle und häkle (oder fotografiere eben) im Auftrag von anderen. Ich mache das wirklich gerne, es bereitet mir (meistens) Freude und Genugtuung, etwas mit meinen Händen zu schaffen und kreativ zu sein.
Leider muss ich dabei mmer wieder feststellen, dass diese Arbeit von einigen nicht wertgeschätzt wird. Wenn ich für eine selbstgestrickte Mütze 18 Euro oder für eine genähte Jacke 40 Euro verlange ist das Interesse plötzlich nicht mehr so groß. Das selbe passiert, wenn ich für Fotos Geld verlange.
Das Argument ist dann oft: "Aber das ist doch selbstgemacht..." (man muss hier nicht sehr gut sehen, um das "nur" zwischen den Zeilen zu lesen).
Ich kann durchaus verstehen, dass viele gut auf ihr Geld aufpassen müssen. Allerdings kann ich nicht verstehen, dass man bereit ist, für seinen Marken-Pulli viel Geld hinzulegen (der oftmals in Bangladesch von netten kleinen Kindern produziert wird), man hier aber nicht bereit ist, für ein Einzelstück nach seinen eigenen Wünschen genauso viel zu investieren. Ich kann nicht begreifen, dass das dann "nur" selbstgemacht ist - und warum das weniger wert ist...
Nehmen wir das Beispiel einer Mütze:
Da ich versuche, alles rechtlich korrekt zu machen, zahle ich brav meine Verpackungslizenz. Da ich außerdem unsere Umwelt ein bisschen schützen will, verwende ich gerne auch Verpackungen nochmal (die also schon jemand anderes lizenziert hatte) - aber egal.
Und dann kommt da ja auch noch das nette Finanzamt und die Herrschaften von der HWK - und die wollen auch nur mein Bestes...
Noch Fragen dazu, wie es zu dem Preis kommt, wenn ein Knäuel Wolle doch nur 1 Euro kostet (Wolle, die ich im Übrigen eher nicht verwende ;-) )
Nehmen wir das Fotografieren:
Es stimmt, ich habe den Beruf nicht erlernt. Ich mache es auch noch nicht seit 20 Jahren - deshalb stehe ich ja noch am Anfang und habe diesen Punkt erst jetzt mit in mein Repertoire aufgenommen. Nichtsdestotrotz habe ich Workshops besucht (und werde das auch weiterhin tun), ich habe Bücher gelesen und auf alle möglichen Weisen versucht, mich weiterzuentwickeln.
Auch wenn viele meinen, beim Fotografieren ginge es ja nur darum, ein bisschen zu knipsen.
Dröseln wir doch auch hier mal auf:
Und: Ja, ich habe kein Studio. Ich will auch kein Studio. Nicht, weil ich mit einem Studio nicht umgehen könnte, sondern weil ich eine andere Art von Fotografie betreibe. Ich kann aber zu Euch kommen und falls ihr nicht in einem lichtdurchfluteten Loft wohnt kann ich so viel Licht mitbringen, dass wir trotzdem bei Euch schöne Bilder machen können. Wenn ihr Fotos von Eurem Baby haben wollt, kann ich Accessoires mitbringen, falls ihr Bilder vom Babybauch wollt, habe ich ein Kleid.....
Das Material kostet, die Technik kostet, die Aus- und Weiterbildung kostet, die Accessoires kosten, Energie, Verpackung, Hilfsmittel, Pc, Programme, Steuern, Lizenzen, Kammerbeiträge, .... - alles kostet und Zeit ist ja bekanntlich auch Geld. Insgesamt steckt in all diesen Dienstleistungen einfach richtig viel Liebe, Zeit und 1000 Kleinigkeiten, die alle entweder Zeit oder Geld (oder beides) kosten und die man oft gar nicht wirklich wahrnimmt.
Leider muss ich dabei mmer wieder feststellen, dass diese Arbeit von einigen nicht wertgeschätzt wird. Wenn ich für eine selbstgestrickte Mütze 18 Euro oder für eine genähte Jacke 40 Euro verlange ist das Interesse plötzlich nicht mehr so groß. Das selbe passiert, wenn ich für Fotos Geld verlange.
Das Argument ist dann oft: "Aber das ist doch selbstgemacht..." (man muss hier nicht sehr gut sehen, um das "nur" zwischen den Zeilen zu lesen).
Ich kann durchaus verstehen, dass viele gut auf ihr Geld aufpassen müssen. Allerdings kann ich nicht verstehen, dass man bereit ist, für seinen Marken-Pulli viel Geld hinzulegen (der oftmals in Bangladesch von netten kleinen Kindern produziert wird), man hier aber nicht bereit ist, für ein Einzelstück nach seinen eigenen Wünschen genauso viel zu investieren. Ich kann nicht begreifen, dass das dann "nur" selbstgemacht ist - und warum das weniger wert ist...
Nehmen wir das Beispiel einer Mütze:
- Wenn ich eine Mütze mache, überlege ich mir, wie ich die Wünsche des Kunden am Besten umsetzen kann. Ich frage anfangs viel nach, um wirklich das zu machen, was der Kunde will. Soll die Mütze gestrickt, gehäkelt oder genäht werden, wie groß soll sie sein, welches Material wird bevorzugt, gibt es Musterwünsche, ...
- Wenn ich mir in etwa vorstellen kann, was der Kunde will, dann fahre ich los und besorge das Material. Dazu muss ich im Optimalfall 8 km fahren, gerne aber auch 20 oder 25.
- Danach "produziere" ich die Mütze. Ich setze mich also hin und brauche im günstigsten Fall eine halbe Stunde, häufiger allerdings zwei bis 5 Stunden (oder bei aufwändigen Dingen noch länger) für die Mütze. Ein Kuscheltier zu häkeln oder stricken braucht übrigens wesentlich länger als eine Mütze, auch wenn es kleiner aussieht....
- Dann muss ich noch aufräumen, ein Etikett schreiben (ich unterliege nämlich lustigerweise der Textilkennzeichnungspflicht), eine Rechnung schreiben, das Ganze verpacken und dann zur Post bringen (auch nochmal 3 km von hier).
Und dann kommt da ja auch noch das nette Finanzamt und die Herrschaften von der HWK - und die wollen auch nur mein Bestes...
Noch Fragen dazu, wie es zu dem Preis kommt, wenn ein Knäuel Wolle doch nur 1 Euro kostet (Wolle, die ich im Übrigen eher nicht verwende ;-) )
Nehmen wir das Fotografieren:
Es stimmt, ich habe den Beruf nicht erlernt. Ich mache es auch noch nicht seit 20 Jahren - deshalb stehe ich ja noch am Anfang und habe diesen Punkt erst jetzt mit in mein Repertoire aufgenommen. Nichtsdestotrotz habe ich Workshops besucht (und werde das auch weiterhin tun), ich habe Bücher gelesen und auf alle möglichen Weisen versucht, mich weiterzuentwickeln.
Auch wenn viele meinen, beim Fotografieren ginge es ja nur darum, ein bisschen zu knipsen.
Dröseln wir doch auch hier mal auf:
- Ich bespreche vor, wann es günstig ist, was für Fotos gewünscht werden...
- Ich mache mir Gedanken darüber, wo wir Fotos machen können - oft fahre ich auch vorher hin und schaue mir die "Location" genauer an, um Ideen zu entwickeln, was schöne Motive sein könnten.
- Ich komme zum vereinbarten Ort und verbringe im Regelfall mindestens eine Stunde, oft auch zwei oder drei mit den Kunden, um möglichst entspannte Fotos zu machen (gerade wenn Kinder dabei sind, braucht man manchmal ein bisschen Zeit, bis alle warm werden und wir natürliche Fotos machen können).
- Zum Fotografieren habe ich eine ordentliche Kamera und mehr als ein Objektiv, um die für die jeweiligen Gegebenheiten möglichst optimale Kombination verwenden zu können.
- Wenn die Bilder im Kasten sind (ich also geknipst habe), fahre ich heim und lade die Bilder auf meinen PC.
- Hier sichte ich die Bilder in einem (ordentlich erworbenen) Bildbearbeitungsprogramm, schmeiße alles, was verwackelt oder total unscharf ist raus, lösche Bilder, bei denen alle blöd schauen oder der Nachbar durchs Bild fährt.
Besonders bei Tieraufnahmen (Pferde im Galopp oder Hunde in vollem Lauf) verwende ich gerne die Serienbildaufnahme. Wenn jemand Geld für Fotos von seinem Liebling ausgibt, will er auch, dass der auf den Fotos gut aussieht. Auch Pferde und Hunde zwinkern, manchmal schauen sie doof und nicht jede Laufphase ist gleich attraktiv auf Bildern. Hier muss man also die besten Bilder raussuchen. - Die Bilder, die dann übrig bleiben werden genauer angeschaut und bearbeitet. Das ist die Arbeit, die früher in der Dunkelkammer geschah. Hier geht es darum, den Bildern genug Schärfe, Kontrast, Helligkeit, Farbe etc zu geben. Je besser das Ausgangsbild war, je mehr das bereits meinen eigenen Vorstellungen entspricht, desto weniger muss hier gemacht werden.
- Danach stelle ich den Kunden die Fotos meist für eine Vorauswahl zur Verfügung. Es können noch Wünsche geäußert werden, ich versuche, diese zu erfüllen.
- Falls vereinbart bestelle ich die Prints, ansonsten brenne ich die Daten auf CD.
- Den Datenträger (und etwaige Prints) verpacke ich selbst in Handarbeit (siehe oben "nur selbstgemacht") und schicke oder bringe diese zu den Kunden.

Und: Ja, ich habe kein Studio. Ich will auch kein Studio. Nicht, weil ich mit einem Studio nicht umgehen könnte, sondern weil ich eine andere Art von Fotografie betreibe. Ich kann aber zu Euch kommen und falls ihr nicht in einem lichtdurchfluteten Loft wohnt kann ich so viel Licht mitbringen, dass wir trotzdem bei Euch schöne Bilder machen können. Wenn ihr Fotos von Eurem Baby haben wollt, kann ich Accessoires mitbringen, falls ihr Bilder vom Babybauch wollt, habe ich ein Kleid.....Das Material kostet, die Technik kostet, die Aus- und Weiterbildung kostet, die Accessoires kosten, Energie, Verpackung, Hilfsmittel, Pc, Programme, Steuern, Lizenzen, Kammerbeiträge, .... - alles kostet und Zeit ist ja bekanntlich auch Geld. Insgesamt steckt in all diesen Dienstleistungen einfach richtig viel Liebe, Zeit und 1000 Kleinigkeiten, die alle entweder Zeit oder Geld (oder beides) kosten und die man oft gar nicht wirklich wahrnimmt.
Ihr bekommt dafür ein Produkt, dass auf Eure Wünsche zugeschnitten ist, dass Euch entspricht und das nicht jeder hat. Ihr bekommt individuelle Dinge oder Bilder. Wie viel das wert ist und ob man sich das leisten will bzw. kann entscheidet letztlich jeder für sich - aber es ist nicht weniger wert, weil es "nur" selbstgemacht ist.
Ach und P.S.: Wenn sich wirklich jemand den eigentlichen Preis nicht leisten KANN kann, man über alles reden. Dann gibt es Mini-Shootings mit weniger Zeit und weniger Bildern, Tipps, wie man sich etwas selber machen kann und ich habe tatsächlich auch schon gegen Naturalien gearbeitet. Aber nicht, weil jemand sagt "Das ist ja nur selbstgemacht"......
Ach und P.S.: Wenn sich wirklich jemand den eigentlichen Preis nicht leisten KANN kann, man über alles reden. Dann gibt es Mini-Shootings mit weniger Zeit und weniger Bildern, Tipps, wie man sich etwas selber machen kann und ich habe tatsächlich auch schon gegen Naturalien gearbeitet. Aber nicht, weil jemand sagt "Das ist ja nur selbstgemacht"......
Samstag, 12. März 2016
Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht
Vorsicht, das wird ein Erziehungs-Aufrege-Post....
Aber ganz ehrlich: Der Wahnsinn treibt langsam seltsame Blüten, oder?
Ich verstehe ja, dass Eltern-sein nicht einfach ist.
Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Sie wollen optimale Startbedingungen schaffen, sie wollen es bestmöglich fördern und ihm jede Chance offen halten. Viele wollen vielleicht auch noch, dass das Kind es mal besser hat, als man selbst.
Soweit so gut. Das war wahrscheinlich auch in früheren Generationen so.
Aber gerade der Fördergedanke zeigt manchmal wirklich komische Auswüchse.
Da gibt es Englischunterricht für Kleinkinder - aber im Kindergarten legt man wert darauf, dass ja kein Dialekt gesprochen wird. Dabei ist Dialekt nachweislich gut für späteres Sprachenlernen.
Da werden Kinder vom Turnen zum Ballett zum Reitunterricht und zum Schwimmen chauffiert - aber auf dem Spielplatz fällt man fast in Ohnmacht, wenn das Kind versucht, auf ein Klettergerüst zu kommen. Bäume werden nach ihren dekorativen (und ungiftigen) Gesichtspunkten ausgewählt, nicht danach, ob sie bekletterbar sind, denn auf Bäume klettern ist verboten.
Statt zu Hause gemeinsam zu singen und Fingerspiele zu machen bringt man sein Kind in die musikalische Früherziehung.
Vom Kindergarten wird verlangt, dass Kinder dort gezielt Zahlen und Buchstaben lernen - aber beim Tischdecken für die Familie, was ja das Zahlenverständnis ganz nebenbei schulen würde, da darf kein Kind mithelfen.
Statt mit den Kurzen draußen durch Pfützen zu hüpfen oder Fußball zu spielen, bekommen sie einen Fernseher ins Zimmer und am Besten noch eine Konsole dazu. Um wirklich sicher zu stellen, dass ich als Elternteil nicht mehr in Kontakt gehen muss lasse ich das liebe Kleine auch noch im Zimmer essen...
Ich habe es auch schon erlebt, dass Eltern und Kind miteinander chatten, obwohl sie sich nur in zwei angrenzenden Zimmern befinden. Angeblich, um dadurch die Rechtschreibung zu verbessern...
Bitte versteht mich nicht falsch. Meine Kinder dürfen auch Fernsehen. Ich weiß auch, dass es Situationen gibt, wo man sie dort parkt, weil man einfach selbst keine Kraft mehr hat und Pause braucht. Das ist auch völlig in Ordnung, WENN es a) einem klar ist, dass man sie dort parkt weil man selbst sich nicht mit Ihnen beschäftigen kann oder will und b) klar ist, dass das eine überschaubare Ausnahme bleibt.
Ich finde es auch nicht schlimm, wenn Kinder spielerisch Englisch lernen.
Wobei mir allerdings die Haare zu Berge stehen ist, wenn Kinder schon mehr Programm haben als ein Vollzeitberufstätiger. Wenn keine Zeit mehr zum Spielen bleibt, weil "Bildung" vorgeht. Und wenn die Verantwortung für das Erlernen bestimmter Fähigkeiten ausgelagert wird.Tatsache ist: Erziehung und Bildung ist der Job von uns Eltern, das kann und darf man nicht outsourcen. Natürlich gibt es Dinge, die mein Kind von mir nicht lernen kann. Den Umgang mit anderen Kindern zum Beispiel. Und dafür sind Einrichtungen wie Kindergarten und Schule auch wirklich Gold wert.
Aber das Elternhaus ist nichtsdestotrotz für die Vermittlung von Werten zuständig. Oder dafür, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass so ein junger Mensch die Welt entdecken und die notwendigen Fähigkeiten erlernen kann. Und die lernt ein gesundes Kind, indem man es im Alltag lernen lässt und nicht besser, indem es gezielte Lernkurse besucht.
Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ich mit meinem Kind in Kontakt bin, dass ich in Beziehung bin. Dass ich nicht 5 Sachen nebenbei mache, nicht ständig am PC oder Handy hänge, sondern geistig DA bin. Dass ich mich als Elternteil positioniere, klar bin und die Verantwortung übernehme. Verantwortung für mein Kind, meine Entscheidungen, ... Und zwar auch dann, wenn es mal anstrengend ist. Egal, ob ein trotzdender 2jähriger einen bühnenreifen Rumpelstilzchenanfall hinlegt oder ein rotziger 13jähriger versucht, mich zu provozieren.
Mein Aufruf für heute ist also:
Stoppt das Auslagern von Verantwortung, gebt das Elternsein nicht aus der Hand, geht in Kontakt mit Euren Kindern - auch wenn es manchmal verdammt anstrengend ist. Es ist es wirklich wert!
Und lasst Eure Kinder raus, traut ihnen was zu. Was ist wohl mehr wert? Eine Jeans, die kaputt oder dreckig ist oder der Triumph, den Baum endlich bestiegen zu haben? Woran wachsen unsere Kinder? An sauberen Klamotten und der Fähigkeit, die Titelmelodie von 17 Fernsehsendungen zu erkennen?
Aber ganz ehrlich: Der Wahnsinn treibt langsam seltsame Blüten, oder?
Ich verstehe ja, dass Eltern-sein nicht einfach ist.
Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Sie wollen optimale Startbedingungen schaffen, sie wollen es bestmöglich fördern und ihm jede Chance offen halten. Viele wollen vielleicht auch noch, dass das Kind es mal besser hat, als man selbst.Soweit so gut. Das war wahrscheinlich auch in früheren Generationen so.
Aber gerade der Fördergedanke zeigt manchmal wirklich komische Auswüchse.
Da gibt es Englischunterricht für Kleinkinder - aber im Kindergarten legt man wert darauf, dass ja kein Dialekt gesprochen wird. Dabei ist Dialekt nachweislich gut für späteres Sprachenlernen.
Da werden Kinder vom Turnen zum Ballett zum Reitunterricht und zum Schwimmen chauffiert - aber auf dem Spielplatz fällt man fast in Ohnmacht, wenn das Kind versucht, auf ein Klettergerüst zu kommen. Bäume werden nach ihren dekorativen (und ungiftigen) Gesichtspunkten ausgewählt, nicht danach, ob sie bekletterbar sind, denn auf Bäume klettern ist verboten.
Statt zu Hause gemeinsam zu singen und Fingerspiele zu machen bringt man sein Kind in die musikalische Früherziehung.Vom Kindergarten wird verlangt, dass Kinder dort gezielt Zahlen und Buchstaben lernen - aber beim Tischdecken für die Familie, was ja das Zahlenverständnis ganz nebenbei schulen würde, da darf kein Kind mithelfen.
Statt mit den Kurzen draußen durch Pfützen zu hüpfen oder Fußball zu spielen, bekommen sie einen Fernseher ins Zimmer und am Besten noch eine Konsole dazu. Um wirklich sicher zu stellen, dass ich als Elternteil nicht mehr in Kontakt gehen muss lasse ich das liebe Kleine auch noch im Zimmer essen...
Ich habe es auch schon erlebt, dass Eltern und Kind miteinander chatten, obwohl sie sich nur in zwei angrenzenden Zimmern befinden. Angeblich, um dadurch die Rechtschreibung zu verbessern...
Bitte versteht mich nicht falsch. Meine Kinder dürfen auch Fernsehen. Ich weiß auch, dass es Situationen gibt, wo man sie dort parkt, weil man einfach selbst keine Kraft mehr hat und Pause braucht. Das ist auch völlig in Ordnung, WENN es a) einem klar ist, dass man sie dort parkt weil man selbst sich nicht mit Ihnen beschäftigen kann oder will und b) klar ist, dass das eine überschaubare Ausnahme bleibt.Ich finde es auch nicht schlimm, wenn Kinder spielerisch Englisch lernen.
Wobei mir allerdings die Haare zu Berge stehen ist, wenn Kinder schon mehr Programm haben als ein Vollzeitberufstätiger. Wenn keine Zeit mehr zum Spielen bleibt, weil "Bildung" vorgeht. Und wenn die Verantwortung für das Erlernen bestimmter Fähigkeiten ausgelagert wird.Tatsache ist: Erziehung und Bildung ist der Job von uns Eltern, das kann und darf man nicht outsourcen. Natürlich gibt es Dinge, die mein Kind von mir nicht lernen kann. Den Umgang mit anderen Kindern zum Beispiel. Und dafür sind Einrichtungen wie Kindergarten und Schule auch wirklich Gold wert.
Aber das Elternhaus ist nichtsdestotrotz für die Vermittlung von Werten zuständig. Oder dafür, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass so ein junger Mensch die Welt entdecken und die notwendigen Fähigkeiten erlernen kann. Und die lernt ein gesundes Kind, indem man es im Alltag lernen lässt und nicht besser, indem es gezielte Lernkurse besucht.Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ich mit meinem Kind in Kontakt bin, dass ich in Beziehung bin. Dass ich nicht 5 Sachen nebenbei mache, nicht ständig am PC oder Handy hänge, sondern geistig DA bin. Dass ich mich als Elternteil positioniere, klar bin und die Verantwortung übernehme. Verantwortung für mein Kind, meine Entscheidungen, ... Und zwar auch dann, wenn es mal anstrengend ist. Egal, ob ein trotzdender 2jähriger einen bühnenreifen Rumpelstilzchenanfall hinlegt oder ein rotziger 13jähriger versucht, mich zu provozieren.
Mein Aufruf für heute ist also:
Stoppt das Auslagern von Verantwortung, gebt das Elternsein nicht aus der Hand, geht in Kontakt mit Euren Kindern - auch wenn es manchmal verdammt anstrengend ist. Es ist es wirklich wert!
Und lasst Eure Kinder raus, traut ihnen was zu. Was ist wohl mehr wert? Eine Jeans, die kaputt oder dreckig ist oder der Triumph, den Baum endlich bestiegen zu haben? Woran wachsen unsere Kinder? An sauberen Klamotten und der Fähigkeit, die Titelmelodie von 17 Fernsehsendungen zu erkennen?
Samstag, 5. März 2016
vom Leben und Sterben und allem, was dazwischen liegt
Ihr habt ja sicher schon mitbekommen, dass sich bei mir gerade einiges ändert. Ich mache meine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie, ich habe die ersten Schritte gemacht, um gewerblich zu fotografieren, ich werde meine Tätigkeit im Kindergarten aufgeben....
Letzte Woche ging es in meiner Ausbildung ums Thema "Suizid", ein paar Tage später habe ich einen Workshop von "Dein Sternenkind" besucht, auf dem Fotografen darauf vorbereitet werden, was alles auf sie zukommen kann, wenn sie ein Sternenkind fotografieren.
Kurz: Ich war gezwungen, mich mehrmals mit dem Thema "Tod" auseinanderzusetzen. Und ganz ehrlich: Es hat mir gut getan.
Das klingt irgendwie seltsam, wo doch in unserer Gesellschaft Tod und Sterben zu einem derartigen Tabuthema gemacht werden.
Für mich persönlich ist es kein Tabu. Klar denke ich lieber über andere Dinge nach und rede auch lieber über andere Sachen. Aber nichtsdestotrotz tut es ab und zu gut, darüber nachzudenken. Sowohl darüber, dass das Leben endlich ist, als auch darüber, wie man sich das eigene Ende denn vorstellt, was danach kommen könnte und wie die Beerdigung aussehen sollte. Darüber sollte man ruhig auch mal mit seiner Familie oder guten Freunden sprechen. Oftmals ist es nämlich für Hinterbliebene schön und sogar eine Erleichterung, wenn sie wissen, wie sich der Verstorbene die Beerdigung gewünscht hat.
Gibt es ein Lied, das gespielt werden soll? Lieblingsblumen? Eine spezielle Beerdigungsart? Worauf legt man Wert und was ist einem eher egal? Das alles sind Dinge, die man im Vorfeld durchaus mal besprechen sollte.
Ich weiß z. B. welches Lied mein Mann gerne bei seiner Beerdigung hätte. Ich hoffe, dass ich das noch lange nicht organisieren muss - aber wenn, dann weiß ich, dass ich ihm damit noch einen letzten Wunsch erfüllen kann. Und das finde ich eine schöne Vorstellung.
Natürlich kann ich gut verstehen, dass der Gedanke an den Tod vielen Menschen Angst macht. Je näher einem das persönliche Ende erscheint, desto größer mag die Angst sein. Während sie in jungen Jahren eher ein unangenehmes Kribbeln in der Magengegend verursacht, mag man mit höherem Lebensalter durchaus richtige Angst verspüren. Andere hingegen haben ihren inneren Frieden gefunden und sehen diesem letzten Schritt relativ gelassen entgegen. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie es bei mir einmal sein wird. Prinzipiell lebe ich sehr gerne. Ich habe auch noch einiges vor und fände es sehr, sehr schade, jetzt zu sterben. Wie das in 50 Jahren aussieht, weiß ich jetzt ja nicht.
Zu meiner jetzigen Gelassenheit trägt auch meine Vorliebe für Terry Pratchett bei. Da ich ein Katzenliebhaber bin habe ich vor TOD wohl nicht allzuviel zu befürchten. Vielleicht sollte ich mir noch angewöhnen, einen Apfel für Binky einzustecken. (Für alle, die die Scheibenweltromane nicht kennen: Sehr empfehlenswert (vielleicht nicht unbedingt mit dem ersten anfangen, aber gerade "Gevatter Tod" oder "Alles Sense" sind sehr zu empfehlen).
Neben den ganzen Gedanken zum Thema "Tod und Sterben" hat die Auseinandersetzung mit diesem Thema mir noch etwas gebracht: tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass ich noch am Leben sein darf und es mir gut geht. Dafür, dass es meinen Kindern gut geht und sie gesund sind. Dankbarkeit dafür, dass ich mich wieder in dieser scheinbaren Sicherheit wiegen darf, dass mein Leben noch lange, lange andauern wird und ich eben nicht täglich ernsthaft mit dem Ende rechne. Das alles macht mich zutiefst dankbar.
Durch das Bewusstsein der Endlichkeit kommen die Dinge wieder ins richtige Lot, die Prioritäten verschieben sich ein bisschen. Der Blick wird beinahe automatisch wieder ein bisschen mehr auf das Wesentliche gezogen. Es ist, als würde mir jemand von Neuem die Augen öffnen und ich beginne wieder, zu sehen. Und beim Wahrnehmen all der großartigen Kleinigkeiten im Leben und in der Natur macht sich Demut breit. Aber keineswegs im Sinne von "alles Furchtbare klaglos ertragen" sondern im Sinne von "sich nicht mehr so furchtbar wichtig nehmen", nicht mehr alles können und haben zu müssen, nicht mehr im nur im Fokus zu stehen, sondern einen Schritt zur Seite machen zu dürfen und sich die Erlaubnis zu geben, einfach mal zu sein wie man ist. Wunderbar.
Für mich persönlich ist es kein Tabu. Klar denke ich lieber über andere Dinge nach und rede auch lieber über andere Sachen. Aber nichtsdestotrotz tut es ab und zu gut, darüber nachzudenken. Sowohl darüber, dass das Leben endlich ist, als auch darüber, wie man sich das eigene Ende denn vorstellt, was danach kommen könnte und wie die Beerdigung aussehen sollte. Darüber sollte man ruhig auch mal mit seiner Familie oder guten Freunden sprechen. Oftmals ist es nämlich für Hinterbliebene schön und sogar eine Erleichterung, wenn sie wissen, wie sich der Verstorbene die Beerdigung gewünscht hat.
Gibt es ein Lied, das gespielt werden soll? Lieblingsblumen? Eine spezielle Beerdigungsart? Worauf legt man Wert und was ist einem eher egal? Das alles sind Dinge, die man im Vorfeld durchaus mal besprechen sollte.
Ich weiß z. B. welches Lied mein Mann gerne bei seiner Beerdigung hätte. Ich hoffe, dass ich das noch lange nicht organisieren muss - aber wenn, dann weiß ich, dass ich ihm damit noch einen letzten Wunsch erfüllen kann. Und das finde ich eine schöne Vorstellung.
Natürlich kann ich gut verstehen, dass der Gedanke an den Tod vielen Menschen Angst macht. Je näher einem das persönliche Ende erscheint, desto größer mag die Angst sein. Während sie in jungen Jahren eher ein unangenehmes Kribbeln in der Magengegend verursacht, mag man mit höherem Lebensalter durchaus richtige Angst verspüren. Andere hingegen haben ihren inneren Frieden gefunden und sehen diesem letzten Schritt relativ gelassen entgegen. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie es bei mir einmal sein wird. Prinzipiell lebe ich sehr gerne. Ich habe auch noch einiges vor und fände es sehr, sehr schade, jetzt zu sterben. Wie das in 50 Jahren aussieht, weiß ich jetzt ja nicht.Zu meiner jetzigen Gelassenheit trägt auch meine Vorliebe für Terry Pratchett bei. Da ich ein Katzenliebhaber bin habe ich vor TOD wohl nicht allzuviel zu befürchten. Vielleicht sollte ich mir noch angewöhnen, einen Apfel für Binky einzustecken. (Für alle, die die Scheibenweltromane nicht kennen: Sehr empfehlenswert (vielleicht nicht unbedingt mit dem ersten anfangen, aber gerade "Gevatter Tod" oder "Alles Sense" sind sehr zu empfehlen).
Neben den ganzen Gedanken zum Thema "Tod und Sterben" hat die Auseinandersetzung mit diesem Thema mir noch etwas gebracht: tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass ich noch am Leben sein darf und es mir gut geht. Dafür, dass es meinen Kindern gut geht und sie gesund sind. Dankbarkeit dafür, dass ich mich wieder in dieser scheinbaren Sicherheit wiegen darf, dass mein Leben noch lange, lange andauern wird und ich eben nicht täglich ernsthaft mit dem Ende rechne. Das alles macht mich zutiefst dankbar.Durch das Bewusstsein der Endlichkeit kommen die Dinge wieder ins richtige Lot, die Prioritäten verschieben sich ein bisschen. Der Blick wird beinahe automatisch wieder ein bisschen mehr auf das Wesentliche gezogen. Es ist, als würde mir jemand von Neuem die Augen öffnen und ich beginne wieder, zu sehen. Und beim Wahrnehmen all der großartigen Kleinigkeiten im Leben und in der Natur macht sich Demut breit. Aber keineswegs im Sinne von "alles Furchtbare klaglos ertragen" sondern im Sinne von "sich nicht mehr so furchtbar wichtig nehmen", nicht mehr alles können und haben zu müssen, nicht mehr im nur im Fokus zu stehen, sondern einen Schritt zur Seite machen zu dürfen und sich die Erlaubnis zu geben, einfach mal zu sein wie man ist. Wunderbar.
Dienstag, 5. Januar 2016
Welcome 2016
So, Jahreswechsel rum und alles ist beim Alten. Gut, das ist jetzt keine große Überraschung, aber es gehört trotzdem mal erwähnt.
Ich hatte ja ein ganz kleines Fünkchen Hoffnung, dass sich was ändert. Vielleicht ein wenig mehr Toleranz. Oder ein Quäntchen mehr Nachdenken. Oder eine Prise mehr Kritik gegenüber den Medien. Aber war wohl nichts. Alles beim Alten.
Kaum sind die ganzen Neujahrsglückwunschs- und AltesJahresrückblicksposts und - sendungen und -artikel vorbei, schon geht's wieder mit den alten Leiern los. Z. B. mit der "Flüchtlinge sind Sozialschmarotzer und kommen nur, weil sie hier so wahnsinnig viel Geld bekommen" - Leier. Oder mit der "Wir sind hier alle arme Schweine und nagen am Existenzminimum und die bekommen alles in den Arsch geschoben"-Leier. Oder mit der "Wir werden alle dem islamistischen Terror zum Opfer fallen, wenn wir hier weiterhin Muslime ins Land lassen"-Leier.
Ich bin ja eigentlich ein zutiefst unpolitischer Mensch. Sei es aus Ignoranz, aus Desinteresse, aus Unwissenheit oder aus Faulheit. Völlig egal. Tatsächlich interessiert mich Politik relativ wenig. Das ist zugegebenermaßen nicht unbedingt gesellschaftsformend. Auch nicht dazu angetan, etwas zu verändern. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch gar nicht allzu viel verändern. Mein eigenes kleines Universum finde ich ganz ok, mit der grundsätzlichen Gesetzeslage in Deutschland kann ich mich ganz gut abfinden und die Sachen, die ich gerne ändern würde, werden sich nicht ändern, egal, wie sehr ich mich politisch engagiere (ich persönlich finde ja z. B ., dass unsere ganzen großen Politiker einfach viel zu viel verdienen). Ich glaube auch nicht, dass sich an der Staatspolitik etwas ändern wird, egal, welche Partei wirklich "an der Macht" ist. Dazu sind sich unsere großen Parteien viel zu ähnlich. Ich bin also raus aus der großen Politik-Nummer.
Was nicht heißt, dass ich in meinem eigenen kleinen Dunstkreis keine eigene Meinung oder Haltung habe. Damit ecke ich gerne mal an - aber das ist mir relativ egal.
So, und für alle, die es interessiert (oder auch nicht), hier kommt meine eigene kleine und persönliche Meinung zu diesen wunderbaren Leiern. Einmal geballt, vielleicht muss ich mich dann den Rest des Jahres nicht mehr dazu äußern.
Ja, es mag sein, dass bei den vielen, vielen Flüchtlingen auch Sozialschmarotzer, Kriminelle und schlechte Menschen dabei sind. Ich wohne in einer 3000-Seelen-Gemeinde und selbst da gibt es Sozialschmarotzer, Kriminelle und schlechte Menschen. Das liegt in der Natur der Menschen. Die Wahrscheinlichkeit ist also relativ hoch, auch unter mehreren hunderttausend Menschen solche dabei zu haben. Aber nur weil mein Nachbar/ein Bekannter oder wer auch immer ein Depp ist heißt das ja nicht, dass ich das auch bin. Nur, weil es kriminelle Deutsche gibt bin ich ja auch nicht kriminell - obwohl ich auch Deutsche bin. Ich halte nichts von Sippenhaft. Und ich würde mich nicht für deutsche Sozialleistungen auf eine ungewisse Reise, die für viele tödlich endet, machen. Ich finde es toll, dass wir Sozialleistungen haben - aber so hoch sind sie dann auch nicht.
Ja, ich glaube auch, dass sich durch die Aufnahme vieler Menschen aus einer anderen Kultur etwas in Deutschland verändern wird. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es nicht immer leicht sein wird, mit den Veränderungen Schritt zu halten. Ich glaube allerdings nicht, dass das furchtbar ist. Im Gegenteil. Ich persönlich finde Stillstand weitaus schlimmer als Veränderung. Gegenseitiges voneinander Lernen wäre vielleicht ein guter Weg...
Ich fürchte auch, dass die Stammtischparolen der "ich bin ja kein Nazi ABER"-Fraktion irgendwann harte Realität werden. Wenn ich mir vorstelle, dass hier junge Menschen ankommen, die in Deutschland die Möglichkeit bekommen, ihr Potential zu nutzen, die Ehrgeiz entwickeln und gute Leistungen in der Schule zeigen und diese engagierten jungen Menschen dann auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu einigen unser deutschlandeigenen Null-Bock-Schule-ist-Scheiße-Jugendlichen treten - dann kann es gut sein, dass ein Mensch mit Migrationshintergrund einem Deutschen die Arbeit wegnimmt. Vielleicht auch die Freundin.... Ob man dann allerdings den Flüchtlingen oder der deutschen Flüchtlingspolitik die Schuld dafür geben kann, dass man selbst arbeitslos und ohne Freundin da steht - ich weiß ja nicht....
Ja, wahrscheinlich gibt es auch in Deutschland Terroristen. Vielleicht auch islamistische. Ich wage zu bezweifeln, dass die mit Flüchtlingstrecks ankommen und sich den Entbehrungen einer Erstaufnahmestelle aussetzen. Ich glaube, die kommen über "legale" Wege oder werden hier geboren. Meine persönliche Meinung ist ja, dass das Risiko größer ist, dass jemand zum "Terroristen" wird, wenn er hier mit Missachtung, Ausgrenzung und Beleidigung zu kämpfen hat, als wenn er eine faire Chance bekommt. Und zwar gänzlich ungeachtet seiner Staatsangehörigkeit. Es ist doch viel einfacher, jemanden dazu zu bekommen, das zu tun, was man will, wenn man ihn aus dem Kreis der ungeliebten, ausgegrenzten und gemiedenen Menschen in eine "Gemeinschaft" holt und ihm Macht gibt. Im Falle von Terrororganisationen sogar die Macht über Leben und Tod. Wer "Das Experiment" kennt, weiß, was Macht aus Menschen macht. Statt ausländische Mitbürger ängstlich und kritisch zu beäugen und unter Generalverdacht zu stellen sollten wir ihnen eine faire Chance geben. Natürlich muss man nicht jeden mögen - aber man sollte es nicht von der Herkunft abhängig machen, wenn man mag und wen nicht. Und: selbst wenn derjenige ein Terrorist ist (und die Chance ist ja tatsächlich sehr, sehr gering) wird er eher Skrupel haben, uns zu töten, wenn er uns mag.....
Ja, es mag ungerecht anmuten, dass Menschen, die noch nichts in unser Sozialsystem eingezahlt haben, Geld daraus enthalten. Darüber beschweren sich aber bitte nur die Menschen, die tatsächlich mehr eingezahlt als abgeschöpft haben. Und die, die noch nie Sozialleistungen in Anspruch genommen haben, die ihnen streng genommen nicht zugestanden hätten. Und die, die noch nie das Recht gebeugt haben um einen eigenen Vorteil zu haben. Das schränkt den Kreis der Maulenden immens ein....
Und wer trotzdem über Steuerverschwendung schimpfen will, könnte ja auch mal im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler nachschauen - da findet sich schon was, über das man mit Recht schimpfen kann....
So, viele Worte, die einfach schon mal zu Beginn des Jahres rausmussten. Vielleicht bleibt ihr dann den Rest des Jahres davon verschont.
Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Jahr 2016. Voller Entwicklung und Veränderung und Lernen und Spaß und Überraschung und Leben.
Ich hatte ja ein ganz kleines Fünkchen Hoffnung, dass sich was ändert. Vielleicht ein wenig mehr Toleranz. Oder ein Quäntchen mehr Nachdenken. Oder eine Prise mehr Kritik gegenüber den Medien. Aber war wohl nichts. Alles beim Alten.
Kaum sind die ganzen Neujahrsglückwunschs- und AltesJahresrückblicksposts und - sendungen und -artikel vorbei, schon geht's wieder mit den alten Leiern los. Z. B. mit der "Flüchtlinge sind Sozialschmarotzer und kommen nur, weil sie hier so wahnsinnig viel Geld bekommen" - Leier. Oder mit der "Wir sind hier alle arme Schweine und nagen am Existenzminimum und die bekommen alles in den Arsch geschoben"-Leier. Oder mit der "Wir werden alle dem islamistischen Terror zum Opfer fallen, wenn wir hier weiterhin Muslime ins Land lassen"-Leier.
Ich bin ja eigentlich ein zutiefst unpolitischer Mensch. Sei es aus Ignoranz, aus Desinteresse, aus Unwissenheit oder aus Faulheit. Völlig egal. Tatsächlich interessiert mich Politik relativ wenig. Das ist zugegebenermaßen nicht unbedingt gesellschaftsformend. Auch nicht dazu angetan, etwas zu verändern. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch gar nicht allzu viel verändern. Mein eigenes kleines Universum finde ich ganz ok, mit der grundsätzlichen Gesetzeslage in Deutschland kann ich mich ganz gut abfinden und die Sachen, die ich gerne ändern würde, werden sich nicht ändern, egal, wie sehr ich mich politisch engagiere (ich persönlich finde ja z. B ., dass unsere ganzen großen Politiker einfach viel zu viel verdienen). Ich glaube auch nicht, dass sich an der Staatspolitik etwas ändern wird, egal, welche Partei wirklich "an der Macht" ist. Dazu sind sich unsere großen Parteien viel zu ähnlich. Ich bin also raus aus der großen Politik-Nummer.
Was nicht heißt, dass ich in meinem eigenen kleinen Dunstkreis keine eigene Meinung oder Haltung habe. Damit ecke ich gerne mal an - aber das ist mir relativ egal.
So, und für alle, die es interessiert (oder auch nicht), hier kommt meine eigene kleine und persönliche Meinung zu diesen wunderbaren Leiern. Einmal geballt, vielleicht muss ich mich dann den Rest des Jahres nicht mehr dazu äußern.
Ja, es mag sein, dass bei den vielen, vielen Flüchtlingen auch Sozialschmarotzer, Kriminelle und schlechte Menschen dabei sind. Ich wohne in einer 3000-Seelen-Gemeinde und selbst da gibt es Sozialschmarotzer, Kriminelle und schlechte Menschen. Das liegt in der Natur der Menschen. Die Wahrscheinlichkeit ist also relativ hoch, auch unter mehreren hunderttausend Menschen solche dabei zu haben. Aber nur weil mein Nachbar/ein Bekannter oder wer auch immer ein Depp ist heißt das ja nicht, dass ich das auch bin. Nur, weil es kriminelle Deutsche gibt bin ich ja auch nicht kriminell - obwohl ich auch Deutsche bin. Ich halte nichts von Sippenhaft. Und ich würde mich nicht für deutsche Sozialleistungen auf eine ungewisse Reise, die für viele tödlich endet, machen. Ich finde es toll, dass wir Sozialleistungen haben - aber so hoch sind sie dann auch nicht.
Ja, ich glaube auch, dass sich durch die Aufnahme vieler Menschen aus einer anderen Kultur etwas in Deutschland verändern wird. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es nicht immer leicht sein wird, mit den Veränderungen Schritt zu halten. Ich glaube allerdings nicht, dass das furchtbar ist. Im Gegenteil. Ich persönlich finde Stillstand weitaus schlimmer als Veränderung. Gegenseitiges voneinander Lernen wäre vielleicht ein guter Weg...
Ich fürchte auch, dass die Stammtischparolen der "ich bin ja kein Nazi ABER"-Fraktion irgendwann harte Realität werden. Wenn ich mir vorstelle, dass hier junge Menschen ankommen, die in Deutschland die Möglichkeit bekommen, ihr Potential zu nutzen, die Ehrgeiz entwickeln und gute Leistungen in der Schule zeigen und diese engagierten jungen Menschen dann auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu einigen unser deutschlandeigenen Null-Bock-Schule-ist-Scheiße-Jugendlichen treten - dann kann es gut sein, dass ein Mensch mit Migrationshintergrund einem Deutschen die Arbeit wegnimmt. Vielleicht auch die Freundin.... Ob man dann allerdings den Flüchtlingen oder der deutschen Flüchtlingspolitik die Schuld dafür geben kann, dass man selbst arbeitslos und ohne Freundin da steht - ich weiß ja nicht....
Ja, wahrscheinlich gibt es auch in Deutschland Terroristen. Vielleicht auch islamistische. Ich wage zu bezweifeln, dass die mit Flüchtlingstrecks ankommen und sich den Entbehrungen einer Erstaufnahmestelle aussetzen. Ich glaube, die kommen über "legale" Wege oder werden hier geboren. Meine persönliche Meinung ist ja, dass das Risiko größer ist, dass jemand zum "Terroristen" wird, wenn er hier mit Missachtung, Ausgrenzung und Beleidigung zu kämpfen hat, als wenn er eine faire Chance bekommt. Und zwar gänzlich ungeachtet seiner Staatsangehörigkeit. Es ist doch viel einfacher, jemanden dazu zu bekommen, das zu tun, was man will, wenn man ihn aus dem Kreis der ungeliebten, ausgegrenzten und gemiedenen Menschen in eine "Gemeinschaft" holt und ihm Macht gibt. Im Falle von Terrororganisationen sogar die Macht über Leben und Tod. Wer "Das Experiment" kennt, weiß, was Macht aus Menschen macht. Statt ausländische Mitbürger ängstlich und kritisch zu beäugen und unter Generalverdacht zu stellen sollten wir ihnen eine faire Chance geben. Natürlich muss man nicht jeden mögen - aber man sollte es nicht von der Herkunft abhängig machen, wenn man mag und wen nicht. Und: selbst wenn derjenige ein Terrorist ist (und die Chance ist ja tatsächlich sehr, sehr gering) wird er eher Skrupel haben, uns zu töten, wenn er uns mag.....
Ja, es mag ungerecht anmuten, dass Menschen, die noch nichts in unser Sozialsystem eingezahlt haben, Geld daraus enthalten. Darüber beschweren sich aber bitte nur die Menschen, die tatsächlich mehr eingezahlt als abgeschöpft haben. Und die, die noch nie Sozialleistungen in Anspruch genommen haben, die ihnen streng genommen nicht zugestanden hätten. Und die, die noch nie das Recht gebeugt haben um einen eigenen Vorteil zu haben. Das schränkt den Kreis der Maulenden immens ein....
Und wer trotzdem über Steuerverschwendung schimpfen will, könnte ja auch mal im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler nachschauen - da findet sich schon was, über das man mit Recht schimpfen kann....
So, viele Worte, die einfach schon mal zu Beginn des Jahres rausmussten. Vielleicht bleibt ihr dann den Rest des Jahres davon verschont.
Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Jahr 2016. Voller Entwicklung und Veränderung und Lernen und Spaß und Überraschung und Leben.
Mittwoch, 23. Dezember 2015
aus dem Weg - philosophische 5 Minuten
Schnell, lasst mich an den Rechner, ich hab meine philosophischen 5 Minuten.....
Kennt ihr das auch, dass ihr irgendwem voller Freude über irgendeine Idee erzählt und derjenige (meist ohne böse Absicht) diese Freude mit nur wenigen Worten völlig zunichte machen kann?
Da erzähle ich z. B., dass ich mir überlege, irgendwann tatsächlich Fotografieren zu einem meiner beruflichen Standbeine zu machen und bekomme als Antwort: "Da verdient man doch nichts und außerdem gibts da so viele..." Whom - volle Klatsche, einmal Breitseite bitte.
Eine Freundin von mir zieht jetzt dann um und hat im Bekanntenkreis erzählt, dass sie sich eine Küche kaufen müsse, nur um zu hören: "Lass Dir die Küche planen und auf keinen Fall selbst aufbauen, das kannst Du nie - das stellst Du Dir nur so leicht vor..." - Aua, genau auf die Zwölf.
Und statt zu sagen: "Ich kann messen, ich weiß, wo die Anschlüsse sind und wie lange die Wände sind, ich kann Schränke aufbauen - ich sehe kein Problem beim Aufbau einer Küche und falls es nicht klappt, kann ich mir ja Hilfe holen" oder "Es gibt auch viele Sozialarbeiter, Kindergärtner oder Polizisten und trotzdem finden die meisten von ihnen was zu tun und falls es nicht klappt, ist es auch nicht so schlimm"... - statt das zu sagen oder wenigstens zu denken, fangen wir an zu überlegen, ob da nicht vielleicht was dran ist. Ob nicht doch alle anderen recht haben (also die 2 - 10 mit denen wir überhaupt gesprochen haben und die dann in unserem Kopf zu ALLEN anderen mutieren) mit ihrer Vorhersage des Scheiterns.
Da stellen sich mir spontan zwei Fragen:
1. )Warum legen wir so viel Wert auf die Meinung der anderen und so wenig auf unser eigenes Urteil? Weshalb vertrauen wir viel mehr darauf, dass uns jemand sagt, dass wir etwas nicht machen sollen, als auf unser Bauchgefühl, das "machs einfach" sagt? Weil wir insgeheim Angst haben zu scheitern? Weil wir uns nicht der Blamage preisgeben wollen, dass wir danach sagen müssen: "Du hattest Recht, ich habe es nicht geschafft"? Dabei ist es doch streng genommen gar nicht so schlimm, Dinge nicht zu können und trotzdem zu versuchen. Wenn wir das nicht täten, würden wir nie laufen lernen. Oder sprechen. Oder mit Besteck essen. Oder Auto fahren (und ich kenne einige, die das jeden Tag machen, obwohl sie es meiner Meinung nach nicht besonders gut können...)
Leider haben den Bonus des "Nicht-Können-Dürfens" nur kleine Kinder. Ansonsten ist "Nicht-Können" in unserer Gesellschaft verpönt. Wer etwas nicht kann und dazu auch noch steht oder zulässt, dass es sich das Unvermögen zeigt, der setzt sich Gespött und Gerede aus. Was mich direkt zur zweiten Frage bringt:
Warum sind wir so schnell dabei, andere klein zu machen? Macht uns das größer? Oder fühlen wir uns nur kompetenter und besser, wenn wir das Gefühl haben, dass es unter uns noch jemanden gibt? Jemanden, der irgendetwas schlechter kann als wir?
Bsp. Fotografieren (falls ich Euch damit nerve: tut mir leid (nein, tut es gar nicht) - aber da müsst ihr durch....): Ich weiß, dass ich da noch ne Menge lernen kann. Ich glaube andererseits, dass ich da auch schon viel gelernt habe. Und ich weiß, dass es Menschen gibt, denen meine Art von Bildern gefällt. Ich weiß auch, dass ich noch nicht so weit bin - aber ich entscheide, wann ich so weit bin, dass ich es mich traue. Und kein anderer, der mir erklären will, dass das nicht geht oder ich das nicht kann oder noch viel lernen muss oder es so viele andere gibt. Ich allein. Das Schöne beim Fotografieren ist ja, dass es immer Geschmackssache ist, wem Bilder gefallen. Ich sehe immer wieder Bilder im Netz von "professionellen" Fotografen (also Leuten, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen), bei denen ich mir denke: Das hätte ich besser gekonnt. Oder: Das und das und das hätte ich anders gemacht - und trotzdem gibt es Leute, die ihnen Geld dafür zahlen, dass sie die Bilder genau so machen, wie sie sie machen. Jeder muss sich das suchen, was ihm gefällt. Beim Fotografieren und im Leben.
Aber macht es mich besser, wenn ich meine Meinung zu einem Bild groß und breit trete? Wenn ich alles kommentiere und nichts einfach stehen lassen kann? Nein, macht es nicht. Außerdem kann man auch Kritik so verpacken, dass sie sich nicht anfühlt, als würde man einen Schlag ins Gesicht bekommen. Und manchmal muss man vielleicht auch einfach gar nichts sagen.
Schlussendlich sagen Kritik und Sätze, die einen niedermachen meist mehr über die Menschen aus, die sie sagen, als über die, zu denen sie gesagt werden. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten.
Jedem, der immer noch Angst hat, etwas nicht zu schaffen und sich davon abhalten lässt, es überhaupt zu versuchen, möchte ich die Worte Thomas A. Edisons mit auf den Weg geben:
"Ich habe nicht versagt. Ich habe 10000 Wege gefunden, die nicht funktionierten."
Freitag, 18. Dezember 2015
Rückblick - mal wieder
Wir zünden beim Essen die Kerzen am Adventskranz an und lesen (fast) jeden Tag eine Geschichte aus dem Adventskalender.
So mag ich die Zeit - und ich freu mich auf Weihnachten.
Trotzdem darf natürlich auch hier der obligatorische Rückblick aufs letzte Jahr nicht fehlen, auch wenn er mir schwer fällt.
Ich habe viele Dinge erlebt, das meiste davon schön und bereichernd. Manches ging mir auf die Nerven, aus vielem habe ich gelernt. Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Ich habe einige erinnernswerte Erlebnisse ins Fotoalbum in meinem Kopf geklebt.Manche zum Schmunzeln, wie der Esel, der am Maar in der Eifel unbedingt unsere Brotzeit haben wollte.
Manche, die mich stolz machen, wie z. B. die Tatsache, dass mein Sohn tapfer die drei Wettkämpfe geturnt hat oder der reibungslose Schuleintritt meiner Tochter.
Manche, die mich traurig machen, wie der Tod und die Beerdigung meiner Oma und viele, die mich glücklich machen, wie gemeinsame Treffen mit Freunden, neue Freundschaften, die sich gebildet haben, meine Familie und mein Mann, der auch nach 10 Jahren noch an meiner Seite (oder hinter mir) steht (je nachdem, wo ich ihn eben gerade brauche).Ich habe viel gelernt, egal, ob es Fähigkeiten und Fertigkeiten sind, die ich weiterentwickelt habe (wie das Fotografieren) oder Dinge über mich und andere. Mir sind ein paar Dinge bewusster geworden, ich weiß wieder ein bisschen mehr, was ich möchte und was nicht, kurz: Es war ein Jahr voller Leben.
Das ist es, worauf es meiner Meinung nach ankommt. Nicht darum, dass immer alles strahlend hell und wunderbar ist. Das macht nicht glücklich. Sondern darauf, dass man zumindest im Blick in den Rückspiegel noch ein paar Dinge findet, die gut waren.
Ich glaube nicht, dass alles irgendwann Sinn macht. Es gibt genügend Scheiß in jedem Leben, den tatsächlich auch im Nachhinein kein Mensch braucht. Es gibt Kriege und Gewalt und sinnlose Grausamkeit und Härte im Leben. Mir kann auch keiner erklären, welchen Sinn es im Nachhinein macht, wenn Kinder irgendwo auf der Welt verhungern. Aber ich glaube, dass es glücklich macht, wenn man zumindest im Rückblick schafft, etwas Gutes in schweren Zeiten zu finden.
In diesem Sinne wünsche ich Euch für dieses Jahr wunderbare Weihnachtstage, so wie Ihr sie Euch wünscht. Egal ob fröhlich, friedlich oder festlich, mit vielen Menschen oder alleine, mit großem Gala-Diner oder Bockwürstchen. Einfach ein paar Tage nach Eurem Geschmack und für das nächste Jahr wünsche ich Euch massenhaft Erinnerungen für Euer Fotoalbum.
Sonntag, 13. Dezember 2015
(Vorweihnachts.) Stress
Ich bin genervt.
Sind ja gerade viele. Die meisten wegen Weihnachten und Plätzchen backen und 793 Geschenke kaufen und die verpacken und überhaupt.
Ich gar nicht deswegen. Ich backe dieses Jahr keine Plätzchen (oder nur eine Sorte) - das überlass ich denen, die es gerne machen und Spaß daran haben. Wenn ich nächstes Jahr wieder Spaß dran habe, backe ich nächstes Jahr wieder. Wenn nicht, dann nicht.
Geschenke habe ich jetzt (glaube ich) alle - und verpacken läuft am 23. im Rundumschlag.
Nein, ich bin überhaupt und prinzipiell genervt.
Weil ich das Gefühl habe, keine Zeit mehr für mich zu haben, weil alles zu viel ist, weil meine Kinder (wie sich das für Kinder halt gehört) nicht hören und nicht aufräumen und sich manchmal streiten, weil Menschen in meiner Umgebung nicht so tun und denken, wie ich das für Richtig empfinden würde, weil andere mich spüren lassen, dass ich nicht so handel und denke, wie sie das für Richtig emfpinden würden,weil meine Handgelenke nach einem dreiviertel Jahr immer noch weh tun und die Sehnenscheidenentzündung einfach nicht abklingen will, weil Gitarre spielen, stricken und häkeln mit extremen Schmerzen verbunden sind, weil es draußen Wetter hat und mein Kind um halb neun noch immer nicht schlafend im Bett liegt.
Es gibt tausende Gründe, warum ich genervt bin - und leider lass ich es manchmal an Menschen aus, die nichts dafür können. Dann schreie ich und tobe oder ich ziehe mich zurück.
Egal für welche Art ich mich entscheide, ich fühle mich nur selten gut dabei.
Wenn ich meine Kinder anschreie, habe ich das Gefühl, die schlechteste Mutter auf der ganzen Welt zu sein, weil ich sie anschreie und gleichzeitig werde ich so wütend, weil sie mich in der kindereigenen Art dazu bringen zu schreien und ich es nicht anders schaffe, sie zu irgendetwas zu bringen, dass ich noch mehr schreie.
Wenn ich mich von Leuten zurückziehe, die ich nicht verstehe oder über die ich mich geärgert habe, dann denke ich mir, ich sollte ihnen eigentlich sagen, was los ist - und gleichzeitig habe ich keine Lust, ständig meinen Standpunkt klar zu stellen und zu verteidigen. Ich will einfach gerade nicht. Und dabei komme ich mir sozial völlig inkompatibel und inkompetent vor. Eigentlich würde ich gerne Winterschlaf machen. Im November langsam den sozialen Rückzug antreten und erst im März wieder auf der Bildfläche erscheinen. Zwischendrinnen nur Kontakt zu Menschen haben, die ich gerne mag und die mich gerne mögen...Aber das ist leider in meinem Leben so nicht vorgesehen.
Insgesamt ist das Genervt-sein aber kein Zustand, der auf Dauer gut ist. Weder für mich noch für die Menschen in meinem Umfeld. Es muss sich also etwas ändern. Wohlgemerkt, ich erwarte nicht, nie mehr genervt zu sein. Das wäre nicht ich (so weit kann ich auf meinem Weg zum Zen gar nicht fortschreiten). Aber weniger und dann so, dass ich es noch im Griff habe.
Ein Punkt, der sich ändern wird, ist, dass ich spätestens Ende Juli meinen Zweitjob im Kindergarten aufhören werde. Er nimmt mir einfach zu viel Zeit, die ich auch mal für mich selbst brauche. Und die anfangs so positive Tatsache, dass es 12 klar planbare Stunden sind nimmt mir insgesamt leider die Flexibilität für meine andere - sehr flexible - Tätigkeit. Das führt dazu, dass meine Arbeitstage zum Teil 12 und 13 Stunden ohne Pause dauern und ich nur noch von Termin zu Termin hetze. Dafür, dass ich "eigentlich" nur in Teilzeit arbeite ist mir das einfach zu heftig.
Also suche ich mir eine andere Tätigkeit mit weniger Stundenumfang (und evtl. höherem Stundenlohn), die ich besser mit meiner flexiblen Ersttätigkeit kombinieren kann.
Ein weiterer Punkt, der sich ändern wird ist, dass ich wieder mehr auf mich schauen werde. Mich mehr mit Freunden treffen, einfach mal auf nen Kaffee oder zum Ratsche -. was zur Zeit einfach rein zeitlich gar nicht möglich ist.
Auf meine Agenda kommt außerdem (ab Frühjahr) wieder mehr spazieren gehen. Momentan ist es mir um fünf oder sechs einfach zu dunkel - aber wenn es wieder heller wird, muss das unbedingt sein. Vielleicht schrumpft dann auch das übermäßige Fettpolster etwas.
Außerdem will ich unbedingt wieder mehr fotografieren. Wahrscheinlich schenke ich dieses Jahr einfach allen Leuten Fotogutscheine, dann ergibt sich das von selbst.... Fotografieren ist nämlich tatsächlich entspannend - weil man da rauskommt und sich wirklich auf etwas konzentrieren muss - sonst werden es geknipste Fotos aber keine Bilder...
Als ersten Schritt werde ich jetzt erst Mal zwischen dem 24.12 und dem 8.1. nur einen einzigen Tag arbeiten. Und den nur kurz. Auf diese Auszeit freue ich mich wahnsinnig, weil ich sie brauche. So viel Zeit mit meinen Lieben verbringen, dass ich mir ab und zu Auszeiten alleine nehmen kann, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich eh so viel nicht da bin und mir daher eine Stunde (oder mehr) alleine kaum zugestehe.
Mein Wunsch für 2016 ist daher ganz einfach: Zeit. Für mich, für andere, für meine Familie, für Ruhe, für Entspannung, für Aufregung und Überraschung, für Neues und Altes, für Leben.
Ich habe in meinem Facebook-Adventskalender heute ein Gedicht von Elli Micheler gepostet, das wunderbar dazu passt und mit dem ich diesen Post für heute beenden möchte:
Sind ja gerade viele. Die meisten wegen Weihnachten und Plätzchen backen und 793 Geschenke kaufen und die verpacken und überhaupt.
Ich gar nicht deswegen. Ich backe dieses Jahr keine Plätzchen (oder nur eine Sorte) - das überlass ich denen, die es gerne machen und Spaß daran haben. Wenn ich nächstes Jahr wieder Spaß dran habe, backe ich nächstes Jahr wieder. Wenn nicht, dann nicht.
Geschenke habe ich jetzt (glaube ich) alle - und verpacken läuft am 23. im Rundumschlag.
Nein, ich bin überhaupt und prinzipiell genervt.
Weil ich das Gefühl habe, keine Zeit mehr für mich zu haben, weil alles zu viel ist, weil meine Kinder (wie sich das für Kinder halt gehört) nicht hören und nicht aufräumen und sich manchmal streiten, weil Menschen in meiner Umgebung nicht so tun und denken, wie ich das für Richtig empfinden würde, weil andere mich spüren lassen, dass ich nicht so handel und denke, wie sie das für Richtig emfpinden würden,weil meine Handgelenke nach einem dreiviertel Jahr immer noch weh tun und die Sehnenscheidenentzündung einfach nicht abklingen will, weil Gitarre spielen, stricken und häkeln mit extremen Schmerzen verbunden sind, weil es draußen Wetter hat und mein Kind um halb neun noch immer nicht schlafend im Bett liegt.
Es gibt tausende Gründe, warum ich genervt bin - und leider lass ich es manchmal an Menschen aus, die nichts dafür können. Dann schreie ich und tobe oder ich ziehe mich zurück.
Egal für welche Art ich mich entscheide, ich fühle mich nur selten gut dabei.
Wenn ich meine Kinder anschreie, habe ich das Gefühl, die schlechteste Mutter auf der ganzen Welt zu sein, weil ich sie anschreie und gleichzeitig werde ich so wütend, weil sie mich in der kindereigenen Art dazu bringen zu schreien und ich es nicht anders schaffe, sie zu irgendetwas zu bringen, dass ich noch mehr schreie.
Wenn ich mich von Leuten zurückziehe, die ich nicht verstehe oder über die ich mich geärgert habe, dann denke ich mir, ich sollte ihnen eigentlich sagen, was los ist - und gleichzeitig habe ich keine Lust, ständig meinen Standpunkt klar zu stellen und zu verteidigen. Ich will einfach gerade nicht. Und dabei komme ich mir sozial völlig inkompatibel und inkompetent vor. Eigentlich würde ich gerne Winterschlaf machen. Im November langsam den sozialen Rückzug antreten und erst im März wieder auf der Bildfläche erscheinen. Zwischendrinnen nur Kontakt zu Menschen haben, die ich gerne mag und die mich gerne mögen...Aber das ist leider in meinem Leben so nicht vorgesehen.
Insgesamt ist das Genervt-sein aber kein Zustand, der auf Dauer gut ist. Weder für mich noch für die Menschen in meinem Umfeld. Es muss sich also etwas ändern. Wohlgemerkt, ich erwarte nicht, nie mehr genervt zu sein. Das wäre nicht ich (so weit kann ich auf meinem Weg zum Zen gar nicht fortschreiten). Aber weniger und dann so, dass ich es noch im Griff habe.
Ein Punkt, der sich ändern wird, ist, dass ich spätestens Ende Juli meinen Zweitjob im Kindergarten aufhören werde. Er nimmt mir einfach zu viel Zeit, die ich auch mal für mich selbst brauche. Und die anfangs so positive Tatsache, dass es 12 klar planbare Stunden sind nimmt mir insgesamt leider die Flexibilität für meine andere - sehr flexible - Tätigkeit. Das führt dazu, dass meine Arbeitstage zum Teil 12 und 13 Stunden ohne Pause dauern und ich nur noch von Termin zu Termin hetze. Dafür, dass ich "eigentlich" nur in Teilzeit arbeite ist mir das einfach zu heftig.
Also suche ich mir eine andere Tätigkeit mit weniger Stundenumfang (und evtl. höherem Stundenlohn), die ich besser mit meiner flexiblen Ersttätigkeit kombinieren kann.
Ein weiterer Punkt, der sich ändern wird ist, dass ich wieder mehr auf mich schauen werde. Mich mehr mit Freunden treffen, einfach mal auf nen Kaffee oder zum Ratsche -. was zur Zeit einfach rein zeitlich gar nicht möglich ist.
Auf meine Agenda kommt außerdem (ab Frühjahr) wieder mehr spazieren gehen. Momentan ist es mir um fünf oder sechs einfach zu dunkel - aber wenn es wieder heller wird, muss das unbedingt sein. Vielleicht schrumpft dann auch das übermäßige Fettpolster etwas.
Außerdem will ich unbedingt wieder mehr fotografieren. Wahrscheinlich schenke ich dieses Jahr einfach allen Leuten Fotogutscheine, dann ergibt sich das von selbst.... Fotografieren ist nämlich tatsächlich entspannend - weil man da rauskommt und sich wirklich auf etwas konzentrieren muss - sonst werden es geknipste Fotos aber keine Bilder...
Als ersten Schritt werde ich jetzt erst Mal zwischen dem 24.12 und dem 8.1. nur einen einzigen Tag arbeiten. Und den nur kurz. Auf diese Auszeit freue ich mich wahnsinnig, weil ich sie brauche. So viel Zeit mit meinen Lieben verbringen, dass ich mir ab und zu Auszeiten alleine nehmen kann, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich eh so viel nicht da bin und mir daher eine Stunde (oder mehr) alleine kaum zugestehe.
Mein Wunsch für 2016 ist daher ganz einfach: Zeit. Für mich, für andere, für meine Familie, für Ruhe, für Entspannung, für Aufregung und Überraschung, für Neues und Altes, für Leben.
Ich habe in meinem Facebook-Adventskalender heute ein Gedicht von Elli Micheler gepostet, das wunderbar dazu passt und mit dem ich diesen Post für heute beenden möchte:
Ich wünsche Dir Zeit
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
(Elli Micheler)
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Die Sache mit der Konsequenz
Ich habe ja das Gefühl, dass "Konsequenz" DAS Erziehungsdogma der letzten Jahre ist. Jeder spricht davon (ähnlich wie von "Bindung") - und trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass nicht alle vom selben reden.
In meiner Arbeit in den Familien höre ich oft: "Ich bin aber doch konsequent und trotzdem klappt es nicht. Ich schicke ihn immer in sein Zimmer." oder "Wenn die Schule sich meldet, dass ewtas fehlt, kann Sie ihr Taschengeld vergessen, da sind wir ganz konsequent."
Klingt im ersten Moment ja tatsächlich wahnsinnig konsequent, aber ist es das wirklich?
Ist es wirklich konsequent, auf X verschiedene Verhaltensweisen des Kindes starr mit einer "Konsequenz" zu reagieren? Oder ist das vielmehr einfallslos - oder auch hilflos?
Viele haben noch im Kopf "Konsequenz muss weh tun, sonst lernt man nicht draus." Ich glaube vielmehr, Konsequenz muss SPÜRBAR sein - wie auch immer. Und je natürlicher sie ist, desto mehr lernt man daraus.
Klassisches Beispiel: Wenn ein Kind seine Jacke nicht anziehen will, obwohl ich ihm 100 Mal erklärt habe, dass es kalt ist, kann ich es ins Zimmer schicken. Oder ich kann es mit raus nehmen und es stellt fest, es ist kalt. Woraus lernt es wohl eher, beim nächsten Mal nicht mehr über die Jacke zu diskutieren? Und klar: Je nachdem wie alt das Kind ist habe ich natürlich eine Verantwortung dafür, dass es wetteradäquat gekleidet ist. Dann nehme ich die Jacke halt mit und hänge sie im Kindergarten an den Haken.
Manchmal mag auch das Ins-Zimmer-Schicken eine richtige Reaktion sein. Wenn mein Sohn meint, er muss sich am Esstisch benehmen, wie ein kleines Schwein, dann schmeiße ich ihn irgendwann auch raus. Allerdings nicht mit dem Hintergedanken, dass er es dann lernt, weil ich ihn rausschicke, sondern mit dem Hintergedanken, dass ich mich fürchterlich aufregen muss, wenn ich ihm noch länger dabei zusehen muss... Und das ist genau der Punkt: Manchmal muss man sich selbst reflektieren, mit welcher Absicht und Motivation man etwas macht. Wem hilft es? Warum tue ich etwas? Und wenn man ganz ehrlich ist, geht es dabei nicht immer ums Lernen des Kindes....
Ihr seht schon, das mit der Konsequenz ist gar nicht so einfach. Weil es gar nicht einfach ist, es in Worte zu fassen. Denn das, was eigentlich dahinter steckt ist eine Haltung. Da gehört dazu, dass man klar ist, dass man Grenzen wahrt (die eigenen und die des Kindes) und dem Kind Grenzen gibt - und doch gleichzeitig nicht starr wird, sondern flexibel bleibt. Es gehört auch dazu, dass man Fehler zulässt und nicht in die Strafspirale (wenn ein erzieherisches Mittel nicht greift muss ich mehr davon machen, weil es anscheinend noch nicht ausgereicht hat) einsteigt. Es gehört dazu, dass ein Kind weiß, was es zu erwarten hat, wenn es etwas tut oder eben auch nicht tut - und dennoch dem Kind Entscheidungsfreiheiten eingeräumt werden. Und es gehört dazu die Bereitschaft, immer wieder neue Wege auszuprobieren. Und es setzt voraus, dass ich tatsächlich mit meinem Kind in Beziehung gehe. Dass ich bereit bin, manche Kämpfe auszufechten, aber nicht auf jedes Kampfangebot eingehe (das ist der Punkt, der mir zugegebenermaßen am Schwersten fällt). Und wie das bei Kämpfen halt so ist: Man geht nicht aus jedem Kampf als Sieger hervor... Dann muss man sich überlegen, was man beim nächsten Mal anders machen kann (und vielleicht auch, wann man beim nächsten Mal etwas anders machen kann...)
Das alles - und mit Sicherheit noch ganz vieles mehr, das mir jetzt nicht einfällt - gehört dazu. Eine wirkliche Definition ist gar nicht einfach. Dagegen ist es relativ leicht zu sagen, was es eben nicht ist:
Konsequenz ist nicht
In meiner Arbeit in den Familien höre ich oft: "Ich bin aber doch konsequent und trotzdem klappt es nicht. Ich schicke ihn immer in sein Zimmer." oder "Wenn die Schule sich meldet, dass ewtas fehlt, kann Sie ihr Taschengeld vergessen, da sind wir ganz konsequent."
Klingt im ersten Moment ja tatsächlich wahnsinnig konsequent, aber ist es das wirklich?
Ist es wirklich konsequent, auf X verschiedene Verhaltensweisen des Kindes starr mit einer "Konsequenz" zu reagieren? Oder ist das vielmehr einfallslos - oder auch hilflos?
Viele haben noch im Kopf "Konsequenz muss weh tun, sonst lernt man nicht draus." Ich glaube vielmehr, Konsequenz muss SPÜRBAR sein - wie auch immer. Und je natürlicher sie ist, desto mehr lernt man daraus.
Klassisches Beispiel: Wenn ein Kind seine Jacke nicht anziehen will, obwohl ich ihm 100 Mal erklärt habe, dass es kalt ist, kann ich es ins Zimmer schicken. Oder ich kann es mit raus nehmen und es stellt fest, es ist kalt. Woraus lernt es wohl eher, beim nächsten Mal nicht mehr über die Jacke zu diskutieren? Und klar: Je nachdem wie alt das Kind ist habe ich natürlich eine Verantwortung dafür, dass es wetteradäquat gekleidet ist. Dann nehme ich die Jacke halt mit und hänge sie im Kindergarten an den Haken.
Manchmal mag auch das Ins-Zimmer-Schicken eine richtige Reaktion sein. Wenn mein Sohn meint, er muss sich am Esstisch benehmen, wie ein kleines Schwein, dann schmeiße ich ihn irgendwann auch raus. Allerdings nicht mit dem Hintergedanken, dass er es dann lernt, weil ich ihn rausschicke, sondern mit dem Hintergedanken, dass ich mich fürchterlich aufregen muss, wenn ich ihm noch länger dabei zusehen muss... Und das ist genau der Punkt: Manchmal muss man sich selbst reflektieren, mit welcher Absicht und Motivation man etwas macht. Wem hilft es? Warum tue ich etwas? Und wenn man ganz ehrlich ist, geht es dabei nicht immer ums Lernen des Kindes....
Ihr seht schon, das mit der Konsequenz ist gar nicht so einfach. Weil es gar nicht einfach ist, es in Worte zu fassen. Denn das, was eigentlich dahinter steckt ist eine Haltung. Da gehört dazu, dass man klar ist, dass man Grenzen wahrt (die eigenen und die des Kindes) und dem Kind Grenzen gibt - und doch gleichzeitig nicht starr wird, sondern flexibel bleibt. Es gehört auch dazu, dass man Fehler zulässt und nicht in die Strafspirale (wenn ein erzieherisches Mittel nicht greift muss ich mehr davon machen, weil es anscheinend noch nicht ausgereicht hat) einsteigt. Es gehört dazu, dass ein Kind weiß, was es zu erwarten hat, wenn es etwas tut oder eben auch nicht tut - und dennoch dem Kind Entscheidungsfreiheiten eingeräumt werden. Und es gehört dazu die Bereitschaft, immer wieder neue Wege auszuprobieren. Und es setzt voraus, dass ich tatsächlich mit meinem Kind in Beziehung gehe. Dass ich bereit bin, manche Kämpfe auszufechten, aber nicht auf jedes Kampfangebot eingehe (das ist der Punkt, der mir zugegebenermaßen am Schwersten fällt). Und wie das bei Kämpfen halt so ist: Man geht nicht aus jedem Kampf als Sieger hervor... Dann muss man sich überlegen, was man beim nächsten Mal anders machen kann (und vielleicht auch, wann man beim nächsten Mal etwas anders machen kann...)
Das alles - und mit Sicherheit noch ganz vieles mehr, das mir jetzt nicht einfällt - gehört dazu. Eine wirkliche Definition ist gar nicht einfach. Dagegen ist es relativ leicht zu sagen, was es eben nicht ist:
Konsequenz ist nicht
- das Erschaffen eines starren und unveränderbaren Regelkonstruktes. Das Leben verändert sich, Heute ist anders als gestern war oder morgen sein wird. Von fast allen Regeln muss es auch mal Ausnahmen geben dürfen. Es muss nur klar sein, was die Regel und was die Ausnahme ist.
- das Anwenden immer der selben Reaktion auf jegliches Verhalten. "Konsequent" heißt nicht umsonst "folgerichtig". Folgerichtig impliziert, dass sich etwas als logische Folge zu etwas anderem ergibt.
- der Zwang, immer und überall konsequent zu sein. Wie gesagt: Es darf Ausnahmen geben.
- die Verpflichtung, alles zu regeln und zu ahnden. Man sollte sich genau überlegen, welche Dinge man tatsächlich regeln muss (da dann aber auch bereit sein, die Einhaltung zu verlangen).
- ein Immer-mehr an Strafe, wenn etwas nicht funktioniert, sondern eher die Bereitschaft, mal etwas anderes zu probieren.
Ganz besonders wichtig ist, dass man über das "konsequent sein" das Leben nicht vergisst! Gönnt Euch auch eine Prise Inkonsequenz in Eurem Leben. Sowohl bei Euch selbst als auch im Umgang mit Euren Kindern.
"Vollkommen konsequent vermag ohne Schaden nur ein Wesen zu handeln, welches vollkommen weise und heilig ist." Wilhelm Roscher
"Vollkommen konsequent vermag ohne Schaden nur ein Wesen zu handeln, welches vollkommen weise und heilig ist." Wilhelm Roscher
Samstag, 6. Juni 2015
seid, wie ihr seid
Sophia Loren sagte einmal: "Ganz und gar man selbst zu sein, kann schon einigen Mut erfordern."
Aber warum ist das so? Warum ist uns allen oft so wichtig, was andere von uns denken, was andere meinen, wie wir sein sollten, was andere von uns erwarten und gleichzeitig so unwichtig, was wir selbst denken und meinen und erwarten?
Sicherlich ist es schön, gemocht zu werden. Mir ist es auch lieber, in angenehmer Atmosphäre entspannt mir Freunden zu plaudern, als ständig überall anzuecken. Wenn das aber voraussetzt, dass ich mich verbiegen muss und permanent überlegen muss, was "man" von mir erwartet, dann ist das doch nicht mehr entspannt, oder?
Ich finde es schade, dass es so viele Menschen gibt, denen es scheinbar so schwer fällt, zu sich selbst zu stehen. Bei denen man den Eindruck hat, als ob sie wie kleine Roboter Antennen ausgefahren hätten um zu bemerken, was von ihnen erwartet wird. Die sich oft bis zur Unkenntlichkeit zurücknehmen, nur um ja beliebt zu sein. Die heute diese und morgen jene Rolle spielen, um Everybody's Darling zu sein und sich selbst dabei völlig aus den Augen verlieren.
Interessanterweise gibt es das nicht nur bei "angenehmen" Verhaltensweisen, also, dass jemand versucht, immer nett und adrett und fleißig zu sein, sondern auch bei anderen Erwartungshaltungen. In meiner Krebszeit sind mir einige Menschen begegnet, die versucht haben, den Erwartungen an sich als Krebskranke gerecht zu werden. Das heißt: Krank sein, leiden, Angst haben, ...
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich weiß, dass jeder Mensch anders ist, ich weiß auch, dass es leider Menschen gibt, die tatsächlich wesentlich mehr unter Nebenwirkungen oder Krankheitserscheinungen zu leiden haben, als ich es je hatte. Und sind wir ehrlich: Ja, jede(r) von uns hat Angst. Immer wieder, mal mehr, mal weniger. Aber manchmal habe ich das Gefühl, einige geben sich gar nicht mehr das Recht, dass es ihnen gut geht. Schließlich haben sie ja Krebs. Da darf man nicht nicht-Leidend sein. Weil andere von einem erwarten, dass man in einer furchtbaren Lebenssituation steckt und deshalb gefälligst zu leiden hat. DAS finde ich bedenklich.
Ich lese immer wieder Artikel, in denen es darum geht, dass das Leben nie mehr so sein wird, wie vor der Diagnose. Und ich glaube für mich, dass da der Denkfehler liegt.
Kein Leben - egal ob mit oder ohne Krankheit - wird morgen noch so sein wie heute oder übermorgen wie gestern. Oder auch: Auch in einem Leben mit Krebs wird es Tage geben, die sind wie vor der Diagnose und andere. Es mag Momente oder vielleicht sogar Tage, Wochen, Monate geben, ohne einen Gedanken an Krebs oder Angst davor. Und es wird Zeiten geben, in denen die Angst sich wie eine Klammer ums Herz legt. Aber wir müssen uns das Recht geben, auch diese anderen Zeiten zu haben..
Natürlich kann man auch das nicht über einen Kamm scheren: Das Leben des einen ändert sich stärker als das des anderen. Und genau darum geht es: Es gibt keine allgemeingültigen Aussagen, die für alle zutreffen. In den seltensten Fällen, egal worum es geht. Und deshalb muss man sich auch nur sehr, sehr selten danach richten, was andere von einem erwarten, weil andere vielleicht das völlig falsche Bild für einen selbst im Kopf haben. Eines, das auf ihren Erfahrungswerten und ihrer Geschichte basiert und somit nicht zwangsläufig (oder wenn wir ehrlich sind sogar nur sehr selten) auf mich zutreffen muss.
Statt desssen sollten wir uns alle viel öfter das Recht nehmen, darauf zu hören, was WIR wollen, wie es UNS geht, was WIR erwarten. Einfach nur WIR SELBST sein. Denn Freunde sind die, die uns so mögen, wie wir sind. Die es schaffen, uns zu sagen, was sie an uns nicht so gerne mögen, ohne uns dabei die Klatsche zu geben und uns zu verletzen. Die, die ertragen, dass wir manchmal nicht in die erwartete Form passen. Die, die uns dabei unterstützen, unseren Weg zu gehen - nicht ohne Rücksicht auf Verluste, aber immer erst Mal mit dem Ohr nach innen zu der eigenen Meinung und dann erst nach Außen zu der von anderen. Diese Menschen sind die wertvollsten und nicht die, die uns fallen lassen, sobald wir nicht mehr so sind, wie sie uns gerne hätten.
Ich habe mit Sophia Loren begonnen und ende mit Steve Jobs, dem Mitbegründer von Apple, der das Ganze nämlich wunderbar auf den Punkt bringt:
"Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich."
Aber warum ist das so? Warum ist uns allen oft so wichtig, was andere von uns denken, was andere meinen, wie wir sein sollten, was andere von uns erwarten und gleichzeitig so unwichtig, was wir selbst denken und meinen und erwarten?
Sicherlich ist es schön, gemocht zu werden. Mir ist es auch lieber, in angenehmer Atmosphäre entspannt mir Freunden zu plaudern, als ständig überall anzuecken. Wenn das aber voraussetzt, dass ich mich verbiegen muss und permanent überlegen muss, was "man" von mir erwartet, dann ist das doch nicht mehr entspannt, oder?
Ich finde es schade, dass es so viele Menschen gibt, denen es scheinbar so schwer fällt, zu sich selbst zu stehen. Bei denen man den Eindruck hat, als ob sie wie kleine Roboter Antennen ausgefahren hätten um zu bemerken, was von ihnen erwartet wird. Die sich oft bis zur Unkenntlichkeit zurücknehmen, nur um ja beliebt zu sein. Die heute diese und morgen jene Rolle spielen, um Everybody's Darling zu sein und sich selbst dabei völlig aus den Augen verlieren.
Interessanterweise gibt es das nicht nur bei "angenehmen" Verhaltensweisen, also, dass jemand versucht, immer nett und adrett und fleißig zu sein, sondern auch bei anderen Erwartungshaltungen. In meiner Krebszeit sind mir einige Menschen begegnet, die versucht haben, den Erwartungen an sich als Krebskranke gerecht zu werden. Das heißt: Krank sein, leiden, Angst haben, ...
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch. Ich weiß, dass jeder Mensch anders ist, ich weiß auch, dass es leider Menschen gibt, die tatsächlich wesentlich mehr unter Nebenwirkungen oder Krankheitserscheinungen zu leiden haben, als ich es je hatte. Und sind wir ehrlich: Ja, jede(r) von uns hat Angst. Immer wieder, mal mehr, mal weniger. Aber manchmal habe ich das Gefühl, einige geben sich gar nicht mehr das Recht, dass es ihnen gut geht. Schließlich haben sie ja Krebs. Da darf man nicht nicht-Leidend sein. Weil andere von einem erwarten, dass man in einer furchtbaren Lebenssituation steckt und deshalb gefälligst zu leiden hat. DAS finde ich bedenklich.
Ich lese immer wieder Artikel, in denen es darum geht, dass das Leben nie mehr so sein wird, wie vor der Diagnose. Und ich glaube für mich, dass da der Denkfehler liegt.
Kein Leben - egal ob mit oder ohne Krankheit - wird morgen noch so sein wie heute oder übermorgen wie gestern. Oder auch: Auch in einem Leben mit Krebs wird es Tage geben, die sind wie vor der Diagnose und andere. Es mag Momente oder vielleicht sogar Tage, Wochen, Monate geben, ohne einen Gedanken an Krebs oder Angst davor. Und es wird Zeiten geben, in denen die Angst sich wie eine Klammer ums Herz legt. Aber wir müssen uns das Recht geben, auch diese anderen Zeiten zu haben..
Natürlich kann man auch das nicht über einen Kamm scheren: Das Leben des einen ändert sich stärker als das des anderen. Und genau darum geht es: Es gibt keine allgemeingültigen Aussagen, die für alle zutreffen. In den seltensten Fällen, egal worum es geht. Und deshalb muss man sich auch nur sehr, sehr selten danach richten, was andere von einem erwarten, weil andere vielleicht das völlig falsche Bild für einen selbst im Kopf haben. Eines, das auf ihren Erfahrungswerten und ihrer Geschichte basiert und somit nicht zwangsläufig (oder wenn wir ehrlich sind sogar nur sehr selten) auf mich zutreffen muss.
Statt desssen sollten wir uns alle viel öfter das Recht nehmen, darauf zu hören, was WIR wollen, wie es UNS geht, was WIR erwarten. Einfach nur WIR SELBST sein. Denn Freunde sind die, die uns so mögen, wie wir sind. Die es schaffen, uns zu sagen, was sie an uns nicht so gerne mögen, ohne uns dabei die Klatsche zu geben und uns zu verletzen. Die, die ertragen, dass wir manchmal nicht in die erwartete Form passen. Die, die uns dabei unterstützen, unseren Weg zu gehen - nicht ohne Rücksicht auf Verluste, aber immer erst Mal mit dem Ohr nach innen zu der eigenen Meinung und dann erst nach Außen zu der von anderen. Diese Menschen sind die wertvollsten und nicht die, die uns fallen lassen, sobald wir nicht mehr so sind, wie sie uns gerne hätten.
Ich habe mit Sophia Loren begonnen und ende mit Steve Jobs, dem Mitbegründer von Apple, der das Ganze nämlich wunderbar auf den Punkt bringt:
"Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich."
Dienstag, 21. April 2015
Von Idioten umzingelt
Prinzipiell bin ich ja der Meinung, dass man - wenn man der Meinung ist, dass außen rum lauter Deppen sind - mal einen klitzekleinen Gedanken daran verschwenden sollte, ob der Depp nicht eigentlich in der Mitte sitzt. Manchmal darf man aber durchaus zu dem Schluss kommen, dass dem nicht so ist.
Ich komme gerade immer wieder an den Punkt, dass ich ob der Dummheit einiger Mitmenschen nur noch den Kopf schütteln kann. Wobei sich "Dummheit" nicht mit niedrigem IQ gleichsetzen lässt. Manchmal kann ich mich tatsächlich des Gefühls nicht erwehren, dass die Idioten derzeit geradezu aus dem Boden schießen wie Pilze im Spätsommer.
Und in vielen Gesprächen mit verschiedenen Leuten musste ich feststellen: Es geht nicht nur mir so.
Dabei treibt der Wahnsinn verschiedenste Blüten.
Da wird man gerne mal mit: "Stimmt das eigentlich, dass Du Krebs hast? Meine Oma/Schwester/Tante/Bekannte meines Freundes/... ist daran ja gestorben... Schlimm, schlimm, aber ich habe ja letztens erst gelesen, dass das alles ernährungsbedingt ist. ICH ernähre mich ja jetzt vegan/vegetarisch/gesund/ausgewogen/ketogen/gar nicht mehr ........" begrüßt.
Als Schwangere bekommt man die Geschichten der 38-Stunden-Wehen-Saugglocken-Horror-Geburt der Schwippschwägerin des ehemaligen Nachbarn der Oma ins Knie geschraubt oder die kaum erträglichen Symphysenschmerzen der eigenen, sehr beschwerlichen Schwangerschaft.
Bekommt man ein zweites, drittes oder gar viertes/fünftes/sechstes Kind heißt es: "Habt ihr keine anderen Hobbys?" - kriegt man keine Kinder (ob gewollt oder ungewollt) heißt es: "Wann gibt's jetzt endlich Kinder?" - egal, was man macht, wie man etwas macht oder was auch immer im Leben passiert - es gibt Menschen, die sich bemüßigt fühlen, einen unglaublich wertvollen Kommentar dazu abzugeben.
Jetzt bin ich ja die Letzte, die Mensche Vorwürfe wegen ihrer Hilflosigkeit oder Angst macht. Aber vor dem Reden das Hirn einschalten und sich überlegen, ob man selbst in der Situation exakt diesen Kommentar oder diese Geschichte hören will könnte unter Umständen helfen. Denn sind wir ehrlich: All die oben genannten Beispiele sind verletzend und übergriffig. Keiner will sich das anhören - und erst recht nicht in der Situation.
Doch der Irrsinn ist damit noch lange nicht an seinen Grenzen. Nein...
Da gibt es Menschen, die leihen sich von anderen netten Menschen ein Auto - angeblich, um nur kurz etwas Größeres zu transportieren, das ins eigene Auto nicht reinpasst. Das geliehene Auto wird dann erst nach mehreren Aufforderungen und wesentlich längerer Leihzeit zurückgegeben und im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Leiher a) damit im Ausland war, b) keinen gültigen Führerschein besitzt und c) das Auto leider kaputt gemacht hat und sich jetzt d) weigert, den entstandenen Schaden zu zahlen, weil er genau weiß, dass der Entleiher nichts machen kann, ohne selber dran zu sein....
Oder man zahlt einfach mal die Rechnung für erhaltene Leistungen nicht, wird gerichtlich dazu verdonnert, zahlt immer noch nicht und rechnet damit, dass der Gerichtsvollzieher sich damit abspeisen lässt, dass man das ganze in 12 Monatsraten abstottert - obwohl man Eigentum hat, das weit über allen Pfändungsgrenzen liegt. Den Gläubigern erzählt man das natürlich auch noch nach dem Motto: "Spiel das Spiel nach meinen Regeln, sonst kriegst Du Dein Geld vielleicht in kleinen Monatsraten irgendwann oder auch gar nicht, weil ich mache das, wie ich will...."
Lauter Beispiele dafür, dass der Wahnsinn um sich greift, oder sehe ich das falsch?
Kann mir bitte einer erklären, wann die Welt so verrückt geworden ist? Wann wurden die Menschen so a-sozial?
Wann haben wir angefangen, zu sagen: 150 Tote = kein Mensch mit Depressionen darf mehr in irgendeinem Beruf arbeiten, in dem er anderen gefährlich werden könnte (obwohl die deutliche Mehrzahl der Depressiven nur sehr bedingt fremdgefährdend ist), 400 Tote an einem Tag, immer und immer wieder = Gott sei dank weniger Asylsuchende in unserem Land?
Oder war das tatsächlich schon immer so und nur ich habe meine rosarote Brille verloren?
Wie auch immer: Mein Appell an alle ist:
Erst denken, dann reden. Und wenn einem wirklich gar nichts außer Blödsinn einfällt: einfach mal die Klappe halten. Tut nicht weh, kostet nichts, hilft aber oft ungemein.
Und ansonsten: Wir sind zwar der Nabel unser eigenen kleinen Welt, aber keiner ist der des Großen und Ganzen. Nehmt Euch doch alle nicht so wichtig und denkt ab und zu mal an die anderen. Kostet vielleicht mal ein bisschen Überwindung, unter Umständen auch ein wenig Geld - aber wenn das, was in Kindergarten und Schule so hochtrabend als "Soziale Kompetenz" gefördert wird dann im Erwachsenenleben überhaupt nicht mehr gefragt ist, wirds glaube ich ganz schön eng für uns Menschen auf dieser Erde...
Sonntag, 25. Januar 2015
R E S P E C T
Geht es Euch eigentlich auch so, dass ihr es müde seid, ständig irgendwelche Horrormeldungen über Terroranschläge, Pegida, Islamisierung, Flüchtlingsströme, Bootskatastrophen, Kriegsgebiete und was es sonst noch alles in den Medien gibt, zu hören?
Was ist denn bitte schön mit den Menschen los?
Man darf auf der einen Seite sein Kind nicht anschreien, selbst wenn es Bockmist gebaut hat, weil man sich nicht "respektlos" gegen sein Kind verhalten darf - aber auf der anderen Seite wird gegen Flüchtlinge demonstriert, weil "sie" angeblich unser Land überrollen und uns ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Die gleichen Menschen, die im ersten Fall drohend den Zeigefinger heben, stehen im anderen Fall mit Pegida auf der Straße. Wo bleibt denn da der Respekt?
Der Respekt vor dem anderen als Lebewesen, der Respekt vor dem Recht auf Leben?
Immer wenn ich über Respekt nachdenke, singt Aretha Franklin in meinem Kopf "R E S P E C T".
Eigentlich wäre es so einfach, oder? Wenn jeder dem anderen den selben Respekt entgegenbringen würde, wie er selbst erwartet - dann müsste das doch funktionieren?
Aber was ist Respekt eigentlich?
Für mich bedeutet "Respekt" zum einen, jemand anderen ein bisschen für etwas zu bewundern, was derjenige geleistet hat und demjenigen damit in einer Art Ehrerbietung gegenüberzutreten. Diese Art von Respekt meine ich aber momentan gar nicht. Auf der anderen Seite heißt Respekt einfach, den anderen so sein zu lassen, wie er ist - auch wenn er anders ist, als ich. Wer gibt mir das Recht, zu sagen, wie jemand sein muss? Solange damit niemand anderes gefährdet oder verletzt wird, kann jeder tun und lassen, glauben oder nicht glauben, was er will. Da ist es völlig egal, aus welchem Land man kommt oder welche Hautfarbe man hat.
Nicht jeder, der "Neger" sagt ist respektlos und nicht jeder, der (politisch korrekt) von "stark pigmentierten Menschen" oder "Menschen afrikanischer Herkunft" spricht, ist respektvoll gegenüber eben diesen Menschen. Aber wieviel einfacher ist es doch, sich an derartigen Kleinigkeiten aufzuhängen und sich darüber Gedanken zu machen, wie man etwas "richtig" formuliert, als sich Gedanken über sein eigenes Handeln und seine Haltung zu machen.
Ich hab in letzter Zeit auch in meinem eigenen Umfeld Respektlosigkeiten erlebt, die mich zum Teil einfach sprachlos gemacht haben (wohlgemerkt: ich und sprachlos.....). Und das zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen. Sogar im sozialen Bereich, wo man eigentlich meinen sollte, diese Menschen haben es gelernt, respektvoll mit anderen umzugehen - Fehlanzeige.
Ich fürchte fast, das Internet leistet dem Ganzen noch Vorschub. Hier fühlt sich jeder frei, anderen Dinge an den Kopf zu hauen, die er (so hoffe ich zumindest) im wirklichen Leben nicht über die Lippen bringen würde.
Mein Aufruf für heute ist deshalb ganz einfach:
Geht RESPEKTVOLL miteinander um - ganz egal, wer Euch gegenüber steht. Versucht es zumindest erst einmal. Wenn sich herausstellen sollte, dass Euer Gegenüber ein Arschloch erster Kajüte ist, bei dem Hopfen und Malz verloren ist, dann zieht Eure Grenzen - aber selbst das geht noch mit einem Funken Anstand. Respektvoll miteinander umgehen heißt nämlich nicht, die Welt in Watte zu packen und die rosa Brille aufzusetzen. Man muss trotzdem nicht jeden mögen. Auf der anderen Seite muss man nicht sofort mit dem Vorschlaghammer draufhauen, nur weil man jemanden nicht mag. Man kann auch einfach seine eigenen Grenzen wahren und den anderen in Ruhe lassen/aus dem Weg gehen.
Damit wären immer noch nicht alles Streitereien und Kriege ausgeschalten - aber ich glaube trotzdem, dass es die Welt ein bisschen freundlicher machen würde.
Was ist denn bitte schön mit den Menschen los?
Man darf auf der einen Seite sein Kind nicht anschreien, selbst wenn es Bockmist gebaut hat, weil man sich nicht "respektlos" gegen sein Kind verhalten darf - aber auf der anderen Seite wird gegen Flüchtlinge demonstriert, weil "sie" angeblich unser Land überrollen und uns ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Die gleichen Menschen, die im ersten Fall drohend den Zeigefinger heben, stehen im anderen Fall mit Pegida auf der Straße. Wo bleibt denn da der Respekt?
Der Respekt vor dem anderen als Lebewesen, der Respekt vor dem Recht auf Leben?
Immer wenn ich über Respekt nachdenke, singt Aretha Franklin in meinem Kopf "R E S P E C T".
Eigentlich wäre es so einfach, oder? Wenn jeder dem anderen den selben Respekt entgegenbringen würde, wie er selbst erwartet - dann müsste das doch funktionieren?
Aber was ist Respekt eigentlich?
Für mich bedeutet "Respekt" zum einen, jemand anderen ein bisschen für etwas zu bewundern, was derjenige geleistet hat und demjenigen damit in einer Art Ehrerbietung gegenüberzutreten. Diese Art von Respekt meine ich aber momentan gar nicht. Auf der anderen Seite heißt Respekt einfach, den anderen so sein zu lassen, wie er ist - auch wenn er anders ist, als ich. Wer gibt mir das Recht, zu sagen, wie jemand sein muss? Solange damit niemand anderes gefährdet oder verletzt wird, kann jeder tun und lassen, glauben oder nicht glauben, was er will. Da ist es völlig egal, aus welchem Land man kommt oder welche Hautfarbe man hat.
Nicht jeder, der "Neger" sagt ist respektlos und nicht jeder, der (politisch korrekt) von "stark pigmentierten Menschen" oder "Menschen afrikanischer Herkunft" spricht, ist respektvoll gegenüber eben diesen Menschen. Aber wieviel einfacher ist es doch, sich an derartigen Kleinigkeiten aufzuhängen und sich darüber Gedanken zu machen, wie man etwas "richtig" formuliert, als sich Gedanken über sein eigenes Handeln und seine Haltung zu machen.
Ich hab in letzter Zeit auch in meinem eigenen Umfeld Respektlosigkeiten erlebt, die mich zum Teil einfach sprachlos gemacht haben (wohlgemerkt: ich und sprachlos.....). Und das zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen. Sogar im sozialen Bereich, wo man eigentlich meinen sollte, diese Menschen haben es gelernt, respektvoll mit anderen umzugehen - Fehlanzeige.
Ich fürchte fast, das Internet leistet dem Ganzen noch Vorschub. Hier fühlt sich jeder frei, anderen Dinge an den Kopf zu hauen, die er (so hoffe ich zumindest) im wirklichen Leben nicht über die Lippen bringen würde.
Mein Aufruf für heute ist deshalb ganz einfach:
Geht RESPEKTVOLL miteinander um - ganz egal, wer Euch gegenüber steht. Versucht es zumindest erst einmal. Wenn sich herausstellen sollte, dass Euer Gegenüber ein Arschloch erster Kajüte ist, bei dem Hopfen und Malz verloren ist, dann zieht Eure Grenzen - aber selbst das geht noch mit einem Funken Anstand. Respektvoll miteinander umgehen heißt nämlich nicht, die Welt in Watte zu packen und die rosa Brille aufzusetzen. Man muss trotzdem nicht jeden mögen. Auf der anderen Seite muss man nicht sofort mit dem Vorschlaghammer draufhauen, nur weil man jemanden nicht mag. Man kann auch einfach seine eigenen Grenzen wahren und den anderen in Ruhe lassen/aus dem Weg gehen.
Damit wären immer noch nicht alles Streitereien und Kriege ausgeschalten - aber ich glaube trotzdem, dass es die Welt ein bisschen freundlicher machen würde.
Donnerstag, 1. Januar 2015
die Sache mit dem ersten Stein
In der Bibel heißt es: "Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein." (Johannes 8,7).
Bisher habe ich das immer so verstanden, dass man nicht über andere richten soll und dass man sich immer wieder Mal bewusst machen sollte, dass man selbst ja auch nicht immer alles richtig macht.
Seit heute frage ich mich, ob nicht auch noch eine andere Deutung möglich ist. Könnte es nicht auch heißen, dass man sich vor dem Werfen des Steines auch Gedanken machen sollte, was man selber so an Dreck vor der Türe hat? Falls der andere wider Erwarten das Gesteinigt werden nicht ohne Gegenwehr auf sich nimmt und zurück wirft? Quasi als Äquivalent zum bayerischen "Hau her, wenn du das Echo vertragen kannst."?
Und wie viele Steine muss man ertragen, bis man zurück werfen darf oder sogar soll? Wie viel muss man sich denn gefallen lassen? Das ist eine Frage, die man sich in vielen Bereichen des Lebens stellen muss. Wieviel "Wange hinhalten" sollte man z. B. seinen Kindern beibringen? Ab wann darf man sich wehren? Ab wann gilt der eherne Grundsatz, dass man niemandem anderen weh tun darf nicht mehr?
Ihr erinnert euch, dass mein Vorsatz für 2015 ja war, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Vielleicht ist das auch in diesem Fall der beste Ratgeber. Für mich ist die Grenze z. B, definitiv überschritten, wenn jemand meine Familie bedroht oder angreift. Sowohl tätlich als auch metaphorisch. Sollte jemand das tun, sollte er sich vorher gut überlegt haben, wo er selbst angreifbar ist. Und zwar BEVOR er den ersten Stein wirft...
Bisher habe ich das immer so verstanden, dass man nicht über andere richten soll und dass man sich immer wieder Mal bewusst machen sollte, dass man selbst ja auch nicht immer alles richtig macht.
Seit heute frage ich mich, ob nicht auch noch eine andere Deutung möglich ist. Könnte es nicht auch heißen, dass man sich vor dem Werfen des Steines auch Gedanken machen sollte, was man selber so an Dreck vor der Türe hat? Falls der andere wider Erwarten das Gesteinigt werden nicht ohne Gegenwehr auf sich nimmt und zurück wirft? Quasi als Äquivalent zum bayerischen "Hau her, wenn du das Echo vertragen kannst."?
Und wie viele Steine muss man ertragen, bis man zurück werfen darf oder sogar soll? Wie viel muss man sich denn gefallen lassen? Das ist eine Frage, die man sich in vielen Bereichen des Lebens stellen muss. Wieviel "Wange hinhalten" sollte man z. B. seinen Kindern beibringen? Ab wann darf man sich wehren? Ab wann gilt der eherne Grundsatz, dass man niemandem anderen weh tun darf nicht mehr?
Ihr erinnert euch, dass mein Vorsatz für 2015 ja war, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Vielleicht ist das auch in diesem Fall der beste Ratgeber. Für mich ist die Grenze z. B, definitiv überschritten, wenn jemand meine Familie bedroht oder angreift. Sowohl tätlich als auch metaphorisch. Sollte jemand das tun, sollte er sich vorher gut überlegt haben, wo er selbst angreifbar ist. Und zwar BEVOR er den ersten Stein wirft...
Mittwoch, 31. Dezember 2014
Jahreswechsel oder Zeit für Vorsätze...
Ihr kennt das - jedes Jahr zum Jahreswechsel nimmt man sich die tollsten Sachen vor, nur um sie zwei Wochen später schon wieder zu brechen. Wer kennt sie nicht, die Listen mit Vorsätzen, bei denen man eigentlich nur die Jahreszahl oben auswechseln müsste. Angefangen von "mehr Sport treiben" über "weniger Schokolade essen" bis hin zu "aufhören mit dem Rauchen" sind es doch irgendwie immer die selben Vorsätze. Gut, ich rauche nicht, ich kann den letzten also abhaken - aber ihr wisst, worum es geht.
Ich habe schon vor ein paar Jahren mit den guten Vorsätzen aufgehört. Funktionieren bei mir nicht. Bin ich zu inkonsequent dafür...
Aber für Euch mache ich eine Ausnahme und stelle hier eine Liste meiner Vorsätze und Wünsche fürs nächste Jahr auf.
- Ich will möglichst oft Freunde treffen und nehme mir hiermit vor, mindestens 5 Freunde zu besuchen, die ich im letzten Jahr nicht oder definitiv zu selten besucht habe.
- Im Zuge des Internetzeitalters wünsche ich mir, dass die Menschen erst mal überlegen, bevor sie etwas schreiben/posten/kommentieren. Einfach mal drüber nachdenken, ob man den Inhalt tatsächlich so verteilen möchte. Schön wäre auch, erst nachzudenken, ob man etwas dem anderen auch direkt so ins Gesicht sagen würde oder ob man sich das nur traut, weil das Internet so herrlich unpersönlich und anonym ist. Falls man an den Punkt kommt, dass man das nie so sagen würde: Umformulieren oder einfach mal gar nichts schreiben. Man muss ja nicht krampfhaft alles kommentieren.
- Ein weiterer Vorsatz ist, wieder etwas entspannter zu werden. Aufgrund der plötzlichen und massiven hormonellen Entgleisung bin ich im letzten Jahr oftmals etwas angespannt. Ich nehme mir hiermit also vor, erst mal in Gedanken zwei Strophen des "Hallelujah" vor mich hinzusingen, bevor ich lospoltere. Alternativ auch ein Stück von "Was hat das Känguruh in seinem Beutel"...
- Im Jahr 2015 möchte ich mindestens einmal pro Woche jemanden positiv überraschen. Egal ob durch einen spontanen Anruf, eine liebe Karte, eine Kaffee-Einladung oder den fehlenden 10 Cent an der Kasse. Das mache ich zwar jetzt auch schon, aber ich will es 2015 bewusst und noch öfter tun.
- Ein großer Brocken für 2015 wird die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Darauf freue ich mich richtig, weil mein Hirn wieder richtig viel Input bekommt - nur vor der Prüfung graust es mir richtig. Aber vielleicht schiebe ich die einfach auf 2016...
- Ich nehme mir hiermit ganz fest vor, ein paar Fachbücher zum Thema "Fotografie" zu lesen und auch den einen oder anderen Workshop zu besuchen, weil ich diesen Bereich einfach für mich gerne etwas vertiefen will.
- In Bezug auf meine Jobs nehme ich mir vor, gute Arbeit zu leisten und dabei darauf zu achten, dass ich meine Grenzen wahre und auf mein Bauchgefühl vertraue. Das hat mich bisher selten getrogen. Und bei allem Helfersyndrom kann ich schließlich nicht hilfreich sein, wenn ich mich selbst dabei verliere oder übernehme. Daher werde ich versuchen, mich auch hier nicht aus den Augen zu verlieren.
- Für meine Familie nehme ich mir vor, einige erinnernswerte Momente mit ihnen zu verleben. Es steht schon mindestens ein Zoobesuch auf dem Plan und ein Besuch in der Puppenkiste und an der Urlaubsplanung sind wir auch schon dran. Daneben wird es noch viele Spaziergänge am Lech, ins Bombenloch oder an die Weiher geben. Normales Familienleben halt. Ich möchte weiterhin hinter meinen Kindern stehen und für sie da sein, wenn sie mich brauchen, ich will mit meinem Mann eine Partnerschaft auf Augenhöhe führen und mit allen vieren eine Menge Spaß haben.
So, das sind genügend Vorsätze, Wünsche und Ziele für ein Jahr, oder?
Ich wünsche Euch allen ein Jahr voller Glück, Gesundheit und Freude, mit Menschen an Eurer Seite, auf die Ihr Euch verlassen könnt. Ein Jahr mit wenigen Schattentagen und viel Sonne. Ein Jahr mit wenig Tränen und voller Lachen. Ein gutes Jahr.
In diesem Sinne: Passt auf Euch auf - und ich würde mich freuen, wenn ihr auch im nächsten Jahr noch weiterlest.
Viel Spaß heute abend.
Ich habe schon vor ein paar Jahren mit den guten Vorsätzen aufgehört. Funktionieren bei mir nicht. Bin ich zu inkonsequent dafür...
Aber für Euch mache ich eine Ausnahme und stelle hier eine Liste meiner Vorsätze und Wünsche fürs nächste Jahr auf.
- Ich will möglichst oft Freunde treffen und nehme mir hiermit vor, mindestens 5 Freunde zu besuchen, die ich im letzten Jahr nicht oder definitiv zu selten besucht habe.
- Im Zuge des Internetzeitalters wünsche ich mir, dass die Menschen erst mal überlegen, bevor sie etwas schreiben/posten/kommentieren. Einfach mal drüber nachdenken, ob man den Inhalt tatsächlich so verteilen möchte. Schön wäre auch, erst nachzudenken, ob man etwas dem anderen auch direkt so ins Gesicht sagen würde oder ob man sich das nur traut, weil das Internet so herrlich unpersönlich und anonym ist. Falls man an den Punkt kommt, dass man das nie so sagen würde: Umformulieren oder einfach mal gar nichts schreiben. Man muss ja nicht krampfhaft alles kommentieren.
- Ein weiterer Vorsatz ist, wieder etwas entspannter zu werden. Aufgrund der plötzlichen und massiven hormonellen Entgleisung bin ich im letzten Jahr oftmals etwas angespannt. Ich nehme mir hiermit also vor, erst mal in Gedanken zwei Strophen des "Hallelujah" vor mich hinzusingen, bevor ich lospoltere. Alternativ auch ein Stück von "Was hat das Känguruh in seinem Beutel"...- Im Jahr 2015 möchte ich mindestens einmal pro Woche jemanden positiv überraschen. Egal ob durch einen spontanen Anruf, eine liebe Karte, eine Kaffee-Einladung oder den fehlenden 10 Cent an der Kasse. Das mache ich zwar jetzt auch schon, aber ich will es 2015 bewusst und noch öfter tun.
- Ein großer Brocken für 2015 wird die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Darauf freue ich mich richtig, weil mein Hirn wieder richtig viel Input bekommt - nur vor der Prüfung graust es mir richtig. Aber vielleicht schiebe ich die einfach auf 2016...- Ich nehme mir hiermit ganz fest vor, ein paar Fachbücher zum Thema "Fotografie" zu lesen und auch den einen oder anderen Workshop zu besuchen, weil ich diesen Bereich einfach für mich gerne etwas vertiefen will.
- In Bezug auf meine Jobs nehme ich mir vor, gute Arbeit zu leisten und dabei darauf zu achten, dass ich meine Grenzen wahre und auf mein Bauchgefühl vertraue. Das hat mich bisher selten getrogen. Und bei allem Helfersyndrom kann ich schließlich nicht hilfreich sein, wenn ich mich selbst dabei verliere oder übernehme. Daher werde ich versuchen, mich auch hier nicht aus den Augen zu verlieren.
- Für meine Familie nehme ich mir vor, einige erinnernswerte Momente mit ihnen zu verleben. Es steht schon mindestens ein Zoobesuch auf dem Plan und ein Besuch in der Puppenkiste und an der Urlaubsplanung sind wir auch schon dran. Daneben wird es noch viele Spaziergänge am Lech, ins Bombenloch oder an die Weiher geben. Normales Familienleben halt. Ich möchte weiterhin hinter meinen Kindern stehen und für sie da sein, wenn sie mich brauchen, ich will mit meinem Mann eine Partnerschaft auf Augenhöhe führen und mit allen vieren eine Menge Spaß haben.
So, das sind genügend Vorsätze, Wünsche und Ziele für ein Jahr, oder?
Ich wünsche Euch allen ein Jahr voller Glück, Gesundheit und Freude, mit Menschen an Eurer Seite, auf die Ihr Euch verlassen könnt. Ein Jahr mit wenigen Schattentagen und viel Sonne. Ein Jahr mit wenig Tränen und voller Lachen. Ein gutes Jahr.
In diesem Sinne: Passt auf Euch auf - und ich würde mich freuen, wenn ihr auch im nächsten Jahr noch weiterlest.
Viel Spaß heute abend.
Freitag, 19. Dezember 2014
besinnlicher Weihnachtsstress?
Ich bin ja überzeugter Bayern2-Hörer, weil mich Musikradio meist nach relativ kurzer Zeit nervt und ich somit wenigstens noch ab und zu was von der Welt mitbekomme.
Heute ging es ums Thema "Weihnachten". Da berichtetet heute eine Frau davon, dass sie Weihnachten eigentlich liebt, aber da sie und ihr Mann von den Herkunftsfamilien weggezogen seien, wäre es mittlerweile der reinste Stress, weil das Besuchen der Familien mit mehrstündigen Autofahrten verbunden sei aber alle unbedingt an den Feiertagen zu besuchen seien. Dieses Jahr wollten sie diesem Stress entkommen und hätten über Weihnachten Urlaub gebucht - mit dem Erfolg, dass sie jetzt am Wochenende vorher den selben Marathon absolvieren.
Ich kenne ganz viele Menschen, die Weihnachten als puren Stress erleben. Als Zeit großen Drucks, das "perfekte" Fest zu gestalten. Als Zeit der Hetze - von einer Weihnachtsfeier zur nächsten, von einem Geschäft ins Nächste... Als Zeit mit extremem Streitpotential - angefangen vom Essen über die Deko über den Schmuck des Weihnachtsbaums bis hin zu den Geschenken und der Gästeliste, alles Dinge über die es sich trefflich streiten lässt. Als Zeit enttäuschter Wünsche und Erwartungen. ...
Ich kenne auch ein paar bekennende Weihnachtshasser, die offen zugeben, mit dem christlichen Hintergrund des Festes, dem Konsum, dem krampfhaft-kuscheligen Heile-Welt-Familien-Fest nichts am Hut zu haben.
In Anbetracht der zwiespältigen Gefühle, die offensichtlich viele beim Gedanken an Weihnachten haben, stellt sich schon die Frage, wieviele Menschen tatsächlich "besinnliche Weihnachten" erleben.
Ich persönlich liebe Weihnachten. Ich habe weder Stress mit der Vorbereitung, noch mit der Gästeliste, noch mit dem Essen noch mit den Geschenken. Ich freue mich jetzt schon auf die drei Festtage mit meiner Familie, auf die Messe, auf das Drum-Herum, auf die Geschenke, auf die Freude und die Spannung der Kinder - einfach auf alles.
Und ich frage mich, warum sich so viele Menschen einen derartigen Stress machen. Im Endeffekt ist es doch völlig egal, für welches Menü ich mich entscheide. Man kann doch sogar mit einer Curry-Wurst einen perfekten Abend haben. Es geht doch auch nicht darum, wie viel ein Geschenk kostet um es zum perfekten Geschenk zu machen.
Warum ist es gerade zu Weihnachten so schwer, seine eigenen Grenzen zu ziehen und zu wahren? Warum meint man gerade an Weihnachten, dass man die Erwartungen und die (oft unausgesprochenen) Anforderungen der anderen erfüllen muss? Wieso hat nicht jeder ein Recht auf sein eigenes perfektes Weihnachten?
Für mich ist
Heute ging es ums Thema "Weihnachten". Da berichtetet heute eine Frau davon, dass sie Weihnachten eigentlich liebt, aber da sie und ihr Mann von den Herkunftsfamilien weggezogen seien, wäre es mittlerweile der reinste Stress, weil das Besuchen der Familien mit mehrstündigen Autofahrten verbunden sei aber alle unbedingt an den Feiertagen zu besuchen seien. Dieses Jahr wollten sie diesem Stress entkommen und hätten über Weihnachten Urlaub gebucht - mit dem Erfolg, dass sie jetzt am Wochenende vorher den selben Marathon absolvieren.
Ich kenne ganz viele Menschen, die Weihnachten als puren Stress erleben. Als Zeit großen Drucks, das "perfekte" Fest zu gestalten. Als Zeit der Hetze - von einer Weihnachtsfeier zur nächsten, von einem Geschäft ins Nächste... Als Zeit mit extremem Streitpotential - angefangen vom Essen über die Deko über den Schmuck des Weihnachtsbaums bis hin zu den Geschenken und der Gästeliste, alles Dinge über die es sich trefflich streiten lässt. Als Zeit enttäuschter Wünsche und Erwartungen. ...
Ich kenne auch ein paar bekennende Weihnachtshasser, die offen zugeben, mit dem christlichen Hintergrund des Festes, dem Konsum, dem krampfhaft-kuscheligen Heile-Welt-Familien-Fest nichts am Hut zu haben.
In Anbetracht der zwiespältigen Gefühle, die offensichtlich viele beim Gedanken an Weihnachten haben, stellt sich schon die Frage, wieviele Menschen tatsächlich "besinnliche Weihnachten" erleben.
Ich persönlich liebe Weihnachten. Ich habe weder Stress mit der Vorbereitung, noch mit der Gästeliste, noch mit dem Essen noch mit den Geschenken. Ich freue mich jetzt schon auf die drei Festtage mit meiner Familie, auf die Messe, auf das Drum-Herum, auf die Geschenke, auf die Freude und die Spannung der Kinder - einfach auf alles.
Und ich frage mich, warum sich so viele Menschen einen derartigen Stress machen. Im Endeffekt ist es doch völlig egal, für welches Menü ich mich entscheide. Man kann doch sogar mit einer Curry-Wurst einen perfekten Abend haben. Es geht doch auch nicht darum, wie viel ein Geschenk kostet um es zum perfekten Geschenk zu machen.
Warum ist es gerade zu Weihnachten so schwer, seine eigenen Grenzen zu ziehen und zu wahren? Warum meint man gerade an Weihnachten, dass man die Erwartungen und die (oft unausgesprochenen) Anforderungen der anderen erfüllen muss? Wieso hat nicht jeder ein Recht auf sein eigenes perfektes Weihnachten?
Für mich ist
- das perfekte Essen das, das dem Koch/der Köchin nicht mehr Zeit raubt, als er/sie hat und das ihm/ihr Spaß macht zu kochen, egal ob es die Würstchen sind oder die Ente oder der Braten.
- der perfekte Gast der, der gerne zu mir kommt, der freiwillig kommt und die Zeit mit mir/uns verbringen will
- das perfekte Geschenk das, das mir zeigt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, was mir gefallen könnte, nicht das, das am meisten gekostet hat. Es kann auch ein Päckchen Nähmaschinennadeln für 5 Euro, ein Satz Gitarrensaiten für 7 Euro oder ein Buch für 9 Euro sein. Das Ganze irgendwie verpackt, damit ich beim Auspacken noch ein bisschen Spannung habe - und fertig ist das perfekte Geschenk.
Ich wünsche Euch allen, dass Ihr Euch gerade an Weihnachten nicht verbiegen müsst, sondern ein Fest nach Euren Wünschen und Vorstellungen erleben dürft.
Ich wünsche Euch eine stressarme Zeit zwischen den Jahren und die Möglichkeit, ein bisschen abzuschalten und Stress ab- statt aufzubauen.
Ich wünsche Euch eine stressarme Zeit zwischen den Jahren und die Möglichkeit, ein bisschen abzuschalten und Stress ab- statt aufzubauen.
Ich wünsche Euch einen guten Start in ein supergutes, gesundes, überraschendes, positives, erfolgreiches und überragendes Jahr 2015, das Euch die Möglichkeit gibt, zu leben, Euch zu entwickeln, neue Dinge zu erleben und Freundschaft zu erfahren. Ein Jahr mit Momenten fürs persönliche Fotoalbum.
In diesem Sinne:
Freitag, 12. Dezember 2014
Gott und der Glaube und die Welt
Ich habe mich heute mit jemandem unterhalten, der ein ordentliches Päckchen zu tragen hat - wie ja ziemlich viele Menschen. In dem Gespräch kamen wir auch auf den Glauben zu sprechen und er erzählte mir, dass er sehr gläubig sei und diese Prüfung von Gott annehme.
Über diesen Satz denke ich jetzt schon die ganze Zeit nach.
Ich bin durchaus auch ein gläubiger Mensch. Ich glaube an Gott. Nicht an die Kirche, aber an ein höheres Wesen, eine höhere Macht. Ich finde es beruhigend, zu glauben, dass es "über mir" noch "etwas" gibt, dass ich als Mensch nicht alleine bin.Mir hilft die Zwiesprache mit Gott, mich zu fokussieren, meine Gedanken zu sortieren, mich zu sammeln. In Zeiten großer Angst oder starker Anspannung schicke ich Stoßgebete zum Himmel und nicht wenige davon wurden auch "beantwortet". Mag sein, dass die jeweiligen Ereignisse auch ohne einen Gott eingetreten wären - mag auch nicht sein. Wer weiß das schon? Unabhängig davon, hilft es mir in der jeweiligen Situation, nicht völlig zu verzweifeln.
Mir gefällt auch das Konzept der Religion. Weil ich Religion als Regelwerk verstehe, das die Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens klar definiert. Und da denke ich, dass die christliche Religion auch nicht schlechter ist, als andere. Grundsätze wie Nächstenliebe, Hilfe für Notleidende und das Gebot nicht zu stehlen oder gar zu töten sind durchaus hilfreich für ein gutes Zusammenleben. Auch die Aufforderung, nicht sich selbst als Zentrum allen irdischen Seins zu sehen, sondern etwas anderem, Wichtigeren - eben diesem "höheren Wesen" diesen Platz zu überlassen hat viel für sich.
Mag sein, dass mich die Tatsache, dass ich glaube in der heutigen Zeit schon als extrem altmodisch oder zurückgeblieben kennzeichnet. Wenn dem so ist, bin ich wohl altmodisch. Und ich stehe dazu.
Ich versuche, ein guter Christ zu sein. Was mich nicht unbedingt zu einem guten Katholiken macht. Ich brauche zum Glauben weder eine Kirche noch eine Messe. Ich gehe gerne in Kirchen, ich genieße die Ruhe und manchmal auch die Akkustik in Kirchen, ich bewundere die Schaffenskraft und die Kunstfertigkeit der Menschen und Künstler, die diese Bauwerke geschaffen haben - aber ich fühle mich Gott dort nicht näher als im Freien unter einem Baum.
Aber zurück zum Anfang:
Ich glaube an Gott, aber ich glaube nicht, dass er mich mit meiner Erkrankung prüfen wollte. Wenn Gott mich prüfen wollte, würde er mir jeden Tag zwei Zeugen Jehovas vorbeischicken, die mit mir über meine Glauben sprechen wollten... Ich glaube nicht, dass Gott sich überlegt, wie er uns traktieren und prüfen kann. Welchen Sinn sollte das auch haben? Außer er wäre tatsächlich ein gelangweilter alter Mann, der in der Ewigkeit sitzt und nichts Besseres zu tun hat, als kleine Menschen mit möglichst fiesen Dingen zu quälen, dann könnte man sich vielleicht einen Sinn darin vorstellen. Aber sonst? Und wer glaubt an solch einen Gott?
Ich glaube an Gott, aber ich glaube nicht, dass er mich mit meiner Erkrankung prüfen wollte. Wenn Gott mich prüfen wollte, würde er mir jeden Tag zwei Zeugen Jehovas vorbeischicken, die mit mir über meine Glauben sprechen wollten... Ich glaube nicht, dass Gott sich überlegt, wie er uns traktieren und prüfen kann. Welchen Sinn sollte das auch haben? Außer er wäre tatsächlich ein gelangweilter alter Mann, der in der Ewigkeit sitzt und nichts Besseres zu tun hat, als kleine Menschen mit möglichst fiesen Dingen zu quälen, dann könnte man sich vielleicht einen Sinn darin vorstellen. Aber sonst? Und wer glaubt an solch einen Gott?
Ich glaube daran, dass mir mein Leben geschenkt wurde. Mit allem was darin gut und was darin nicht so rosig ist. Ich glaube, dass das Leben immer Licht- und Schattenseiten hat. Und ich glaube, dass niemand ohne die Schattenseiten durchs Leben kommt.
Ich glaube, dass jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat - manche ein offensichtlicheres und manche eines, das man von außen nicht sehen kann - und trotzdem ist es da. Ich kann mir ein Leben ohne Stolpersteine nicht vorstellen - und wenn ich versuche, scheint es mir unsäglich langweilig. Außerdem ist meine Erfahrung, dass Menschen, die ein vermeintlich kleines Päckchen bei sich haben, nicht zwangsläufig glücklicher sind als die mit den großen, schweren Brocken.
Ich glaube, dass jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat - manche ein offensichtlicheres und manche eines, das man von außen nicht sehen kann - und trotzdem ist es da. Ich kann mir ein Leben ohne Stolpersteine nicht vorstellen - und wenn ich versuche, scheint es mir unsäglich langweilig. Außerdem ist meine Erfahrung, dass Menschen, die ein vermeintlich kleines Päckchen bei sich haben, nicht zwangsläufig glücklicher sind als die mit den großen, schweren Brocken.
So, das war jetzt viel Glauben - aber das passt ja zur Vorweihnachtszeit.
Ich wünsche Euch ebensoviel Glauben. Glauben an Euch, an das Gute im Leben und daran, dass es Menschen gibt, die es gut mit Euch meinen.
Obwohl heute erst Freitag ist war das jetzt mein Wort zum Sonntag. Und zum Schluss noch ein Gedicht, das ihr alle kennt, das aber jetzt so gut hier her passt:
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Mittwoch, 3. Dezember 2014
Adpfent, Adpfent
Offensichtlich bin ich stark suchtgefährdet - und weil ich nicht rauche, trinke, fixe oder kiffe suche ich mir andere Dinge, die ich suchtartig betreiben kann... Momentan ist es das Basteln von Fröbelsternen. Meine Mittlere hab ich damit schon angesteckt. Der Große hat einen gemacht - und danach war er bedient. Wenn wir ehrlich sind ist es tatsächlich ein ganz schönes Gepfriemel, bis man die hat - und für Kinder auch nicht immer leicht, an der richtigen Stelle drunter oder durch zu schieben. Aber unser Bastel-Freak kriegt das echt gut hin. Für den Sohnemann ist es schwieriger, aber er hat auch tapfer durchgehalten. Und die Ergebnisse können sich bei beiden sehen lassen.
| hochkonzentriert |
| so sieht das beim Falten aus |
| das Ergebnis |
| die Blödel-Fraktion |
| sie können echt nett sein |
Außerdem haben wir heute Lebkuchen gebacken - also so richtige Honigkuchen. Morgen kauf ich dann noch Verzier-Zeugs wenn ich heimkomme (also so gegen 18 Uhr) und dann können wir am Freitag noch dekorieren. Mit Zuckerguss und Liebesperlen und Smarties und so Scheiß...
Ich fühle mich echt selten so pädagogisch wertvoll wie in der Weihnachtszeit...
Heute abend gehe ich mit einer ehemaligen Kollegin zu Sabine Asgodon nach Augsburg. Thema: "Die zwölf Schlüssel zur Gelassenheit" - ich bin schon sehr gespannt.
Ich werde Euch dann berichten, wie es war.
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine wunderbare Adventszeit. Genießt sie!
In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine wunderbare Adventszeit. Genießt sie!
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