Mittwoch, 24. September 2014

Rück- und Ausblick


Hier war es ja in letzter Zeit sehr ruhig. Weil einfach nicht viel los ist. Es tut sich nichts, der normale Alltagswahnsinn nimmt mich - wie jeden anderen - meist total gefangen. Ich werde irgendwann in den nächsten Wochen wieder anfangen zu arbeiten und vor jedem Nachsorgearzttermin Muffensausen haben - wie alle anderen eben auch.

Jetzt ist es dann genau ein Jahr her, dass ich die Diagnose erhielt. Und am Ende eines Jahres gibt es doch immer Rückblicke. Also machen wir das jetzt auch mal:
Oktober 2013 - kurz vor der Diagnose

rote Schuhe habe mich tatsächlich ein ganzes Jahr begleitet.
Ich habe jetzt übrigens immer noch rote Schuhe - aber auch wieder andere.

am 28.11.2013 haben wir gemeinsam die Haare rasiert.
BEVOR sie anfingen, wirklich büschelweise auszugehen.
Und wenn wir ehrlich sind, hatten wir eine ganze Menge Spaß
28.11.2013 - meine kleinste Tochter trägt mir heute noch nach, dass sie nicht rasieren durfte...




ich hab zwar ne Perrücke - aber effektiv steht sie jedem besser als mir und ich hab sie auch nicht oft auf

Dezember 2013
ich finde, der Titel "schönste Christbaumkugel" gebührt mir



Februar 2014: Ein tolles Familien-Shooting bei BiBa-Photodesign in Meitingen

März 2014
Recover your Smile-Shooting in München
eine wirklich tolle Sache





April 2014 - das beste Geburtstagsgeschenk ever: Mein Strandkorb

Mai 2014 - auf einer Hochzeit und deshalb ausnahmsweise mit Perrücke.
Sonst bleibt der Fiffi nämlich daheim...
Juni 2014 - die Haare sprießen

August 2014 - das kann man durchaus schon als Frisur bezeichnen.
Die Kondition ist genauso schlecht wie vor der Erkrankung - ich würde sagen: Alles wieder gut!

So. Jetzt geht's zum Ausblick (meine Vorsätze):
- ich werde wieder arbeiten (bald)
- ich werde weiterhin auf mich hören und mir ab und zu eine Auszeit gönnen (die ich z. B. mit ganz lieben Menschen in Baden-Württemberg verbringen werde)
- ich werde weiterhin mit meinen Kindern lachen, weinen, streiten, kuscheln, blödeln und für alle ihre Sorgen und Nöte aber auch die Freuden da sein
- ich werde weiterhin jeden Tag froh und glücklich sein, meinen Mann gefunden und geheiratet zu haben (und dankbar, dass er mich auch genommen hat)
- ich werde mir die gute Laune nicht verderben lassen - von nichts und niemandem
- ich werde mich weiterhin freuen, so tolle Menschen kennengelernt zu haben und hoffentlich noch viele lustige Abende verbringen
- ich werde weiterhin viel lesen (das habe ich im letzten Jahr nämlich tatsächlich genossen - endlich mal wieder Zeit zum Lesen zu haben)
- ich werde mich mehr bewegen (bis jetzt klappts ganz gut, wobei ich zugegebenermaßen in der letzten Woche etwas geschludert habe)
- ich will 10 kg abnehmen 
- ich lass mich überraschen, was noch alles kommt....

Mittwoch, 3. September 2014

Leseempfehlung

Ihr wisst ja, dass ich oft im Netz unterwegs bin. Dabei bin ich auf den Blog von Cherry  gestoßen. Und der ist wirklich lesenswert. Er strotzt vor Kraft und Mut und Lebensfreude. Also keiner der oft vorhandenen Krebs-Jammer-Weltuntergangs-Blogs sondern eine absolut lesenswerte Geschichte.

Ihr letzter Blog handelt davon, ob wir die neuen Trümmerfrauen sind. Darüber habe ich viel nachgedacht.
Dabei bin ich lustigerweise zu dem Schluss gekommen, dass ich allen anderen das durchaus zusprechen würde - mir aber nicht.
Ich finde, Menschen, die durch besondere Lebensumstände durchmüssen und diese auch (so weit das geht) anpacken, verdienen absoluten Respekt. Das trifft auf praktisch jeden von uns zu, schließlich kommt jeder Mal in eine Situation, die nicht "normaler Alltag" ist und uns herausfordert. Damit umzugehen, ohne den Kopf in den Sand zu stecken oder zu verzweifeln hat Hochachtung verdient.
Das empfinde ich bei allen anderen so. Nur mir selbst gestehe ich das nicht zu. Wenn ich von anderen höre, dass ich so toll mit der Situation umgehe, denke ich mir immer: "Wie sonst sollte ich damit umgehen?" Außerdem war für mich diese Situation ja auch gar nicht so weltumstoßend - ich habe ja damit gerechnet.
Offensichtlich messe ich also hier mit zweierlei Maß und gestehe anderen mehr zu, als mir :-)

In einem stimme ich Cherry aber absolut zu:
Aufgeben ist keine Option 

Sonntag, 24. August 2014

je älter ich werde...

... desto wehleidiger werde ich. Offensichtlich bin ich mittlerweile ganz schön alt. Ich hab nämlich echt Schmerzen.
Gut, das könnte auch daran liegen, dass eine ziemliche Menge an Nerven abgetrennt wurde und ich immer noch einen stolzen Bkuterguss (und bis gestern auch einen eiternden Bauchnabel) habe/hatte. Aber die Alters-Ausrede gefällt mir besser, weil die universell einsetzbar ist ;-)
Egal, wie auch immer, auch das wird vorüber gehen. Und die Tatsache, dass ich zumindest annähernd symmetrisch bin macht das alles wieder wett.

Meine Haare sind übrigens schon wieder so lange, dass sie aufgrund der zahlreichen vorhandenen Wirbel unzähmbar in alke Richtungen stehen und die Kinder bereits wieder Friseur spielen. Manche "Wunden" heilt eben tatsächlich die Zeit.

Donnerstag, 21. August 2014

vom Messen mit unterschiedlichen Maßen

Oder wie mein Papa immer gesagt hat: "Quod licet Iovi non licet bovi" (auf gut Deutsch: "was dem Jupiter erlaubt ist darf das Rind noch lange nicht.")
Regt es euch eigentlich auch so auf, wenn Menschen in Eurer Umgebung mit zweierlei (oder noch viel mehr) Maß messen? Wenn sie sich selbst wesentlich mehr zugestehen als anderen? Und seltsamerweise bedenkt sich selbst jeder mit der Rolle des Jupiter, während alle anderen Rinder sind... Bei mir gipfelte es kürzlich darin, dass wir uns dafür rechtfertigen mussten, dass wir unseren eigenen Schubkarren verwendet haben. Manchmal treibt der Irrsinn des Lebens echt seltsame Blüten. Und zur Zeit höre ich von ganz vielen Menschen so Geschichten, bei denen ich mir denke "echt seltsam". Und dann überlege ich mir, woran das liegt? Sind wir Menschen egoistischer geworden? Oder einfach nur schlechter erzogen? Brauchen wir mehr Ellenbogen um durchzukommen und ist soziales Verhalten nicht mehr sozialverträglich? Oder lege ich zu hohe Maßstäbe an Benehmen und Anstand an? Erwarte ich zu viel?
Oder findet tatsächlich gar kein Wandel statt sondern die immer schon vorhandenen Einzelfälle fallen mir momentan einfach nur auf? Und natürlich stellt sich auch die Frage: bei welchen Gelegenheiten bin ich mein Jupiter und die anderen die Rinder? Fragen über Fragen, die ich wahrscheinlich nicht werde klären können, die aberdurchaus mal be- und durchdacht werden sollten.

Mittwoch, 20. August 2014

fast wie in alten Zeiten

In letzter Zeit komme ich mir ganz schön häufig ziemlich jung vor. 
Letztens war ich z. B. mit meinem Mann zwei Tage ohne Kinder im Urlaub. Zwei Tage Wandern, gemütlich gemeinsam essen, dabei nicht über 3 andere hinwegschreien, niemanden an Tischregeln erinnern müssen, nachmittags im Bett lesen usw. - fast wie in alten Zeiten.
Gestern war ich mit einer Freundin aus Schultagen in ner Kneipe, in der ich früher durchaus häufiger war. Einfach mal abends durch Augsburg schlendern, die Leute ankucken, über völlig belanglose und auch ein paar tiefschürfende Dinge reden, lachen und einfach so einen netten Abend haben - fast wie in alten Zeiten.
Heute habe ich mit zwei ganz lieben Kollegen-Freundinnen zum Frühstücken getroffen. Zwei Stunden ratschen über Gott und die Welt ohne im Kopf die Liste abzuhaken, was noch alles ansteht - fast wie in alten Zeiten.
Ich habe gestern festgestellt, dass momentan mein geistiges und mein biologisches Alter nicht zusammenpassen. Biologisch bin ich 20 Jahre gealtert, geistig fühlt es sich immer noch an, wie vor 20 Jahren. Obwohl ich ganz ehrlich keine 20 Jahre mehr jünger sein will. Ich bin gern so alt, wie ich bin. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe (auch wenn es keine großartigen Leistungen sind), ich bin zufrieden mit dem, was und wer ich bin, ich bin glücklich, den richtigen Menschen an meiner Seite zu haben und mit selbigem auch (meist) wunderbaren Nachwuchs zu haben - kurz, die letzten 20 Jahre haben sich wirklich gelohnt. Nur anders anfühlen tut es sich eben nicht.
Wahrscheinlich ist das gut so. Ich genieß auf jeden Fall diese kurzen Ausflüge in meine Jugend und habe mir vorgenommen, mir in Zukunft öfter mal so kurze Zeitreisen zu gönnen.

Montag, 11. August 2014

Bilanz

Ein ziemlich turbulentes Jahr meines Lebens neigt sich seinem Ende zu und das ist doch mal eine gute Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen und um Danke zu sagen:
Zuerst das Danken:

Besonderer Dank gilt meinem allerliebsten Lieblingshasen, der mich nie auch nur eine Sekunde daran zweifeln lies, dass wir das Ganze gemeinsam durchstehen und dass er mich mit und ohne Brüste, mit und ohne Eierstöcke, mit und ohne Haare und überhaupt einfach so wie ich bin liebt.

Besonderer Dank gilt außerdem meinen Kindern, die ebenfalls den ganzen Dreck mit durchgestanden haben und keinen allzugroßen Knacks davongetragen haben, dafür, dass sie so sind, wie sie sind. Toll, neugierig, kreativ, nervig, aufbrausend, quengelig, tollkühn, liebevoll, bewegend und einfach meine.

Danke auch an meine Mutter und meine Schwiegermutter, die quasi permanent Gewehr-bei-Fuß-standen und die Kinder versorgt haben, mich gefahren haben, die Wäsche und den Einkauf übernommen haben, uns bekocht und verpflegt haben und einfach immer da waren, wenn wir sie gebraucht haben. DANKE.

Das letzte Jahr hat mich ein paar Freunde gekostet (wobei das glaube ich unabhängig vom Krebs und eher auf ein allgemein notwendiges Aussortieren zurückzuführen war).
Gleichzeitig habe ich von wirklich vielen Menschen (auch von sehr unerwarteten Seiten) unglaubliche Unterstützung erhalten. Danke an alle, die in den letzten Monaten an meiner/unserer Seite waren und uns in so vielfältiger Art und Weise unterstützt haben. Egal, ob durch das Übernehmen von Babysitterdiensten oder ein offenes Ohr zur richtigen Zeit, ob durch Taxidienste, eine Tasse Kaffee oder durch sonst irgendetwas. Danke, dass Ihr da seid und dass es Euch gibt.

Und dann die Bilanz:
  • Ich habe mehr als 1 kg Gewicht in weniger als 5 Stunden verloren (durch Abnahme beider Brüste). Gleichzeitig habe ich mein genetisches Brust- und Eierstockkrebsrisiko durch die Entfernung der selben auf ein Mindestmaß reduziert.
  • Ich bin um 8 Narben reicher geworden, mit denen ich jetzt angeben kann. Wenn ich jemandem nicht alles zeigen will, kann ich ja mal vorsichtig mit den beiden Port-Narben anfangen :-)
  • Ich habe es überstanden, dass 6x richtig heftige Chemie durch meinen Körper gepumpt wurde (und ich bin nach wie vor nicht sicher, ob es nicht eigentlich Pflanzenschutzmittel waren  :-) )
  • 28 Bestrahlungen haben eine einseitige Vor-Bräunung hinterlassen - und sonst nichts 
  • Ich kann mir ab jetzt meine Brustgröße nach der Kleidung wählen, was das Einkaufen einfacher gestaltet und mich wesentlich flexibler macht. Beschränkender Faktor sind jetzt Beine und Po...
  • Ich habe viele Menschen kennengelernt, die das Schicksal "Krebserkrankung" teilen. Dabei durfte ich feststellen, dass es annähernd so viele verschiedene Bewältigungsstrategien wie Betroffene gibt und dass ich nicht mit allen Bewältigungsstrategien kann.
  • Ich habe einige wirklich tolle, starke Menschen kennengelernt, die ich sonst nicht kennengelernt hätte, wofür ich wirklich dankbar bin und hoffe, dass sie noch weiterhin mit mir auf meinem Lebensweg gehen werden.
  • Ich habe ein neues Hobby für mich entdeckt - das Fotografieren.
  • Ich habe unglaublich tolle Fotos von mir und von uns als Familie bekommen.
  • Ich hatte endlich mal wieder Zeit, ganz schön viele Bücher zu lesen.
  • Ich freue mich wieder richtig auf meine Arbeit.
  • Ich glaube nicht, dass ich ein grundlegend anderer Mensch geworden bin - wobei mich diese "Grenzerfahrung" mit Sicherheit verändert hat. Wie genau mich dieses Jahr verändert hat können wohl die Menschen in meinem Umfeld besser beurteilen.
  • Ich bin Besitzer einer modischen Kurzhaarfrisur und weiß jetzt, dass man mit Glatze immer einen Sonnenhut tragen sollte.
  • Schweißausbrüche und sonstige Wechseljahrsbeschwerden sind mir nicht mehr fremd (ich kann mir jetzt vorstellen, wie sich ein Stück Fleisch fühlt, das man im eigenen Saft brät...)
  • Manchmal, wenn ich nachts um 3 nicht schlafen kann (s.o. "Wechseljahrsbeschwerden) mache ich mir Gedanken über meine Kinder und das vertrackte Gen.
  • Dank Cortison ging es mir während der Chemo relativ gut, so dass ich alles essen konnte. Blöderweise hat das Cortison mir aber auch das Satt-Gefühl genommen, was mit insgesamt ca. 10 kg mehr auf der Waage zu Buche schlägt (abzüglich des einen Kilos Brustdrüsengewebe macht das immer noch 9 kg zu viel...Ich werde wohl doch Sport machen müssen)
  • Ich habe jetzt den offiziellen Beweis dafür, dass ich nicht der Norm entspreche.
  • Ab und zu bin ich unglaublich müde. Da sucht mich so richtige bleierne Müdigkeit heim. Kommt wahrscheinlich vom Alter.
  • Ich glaube, ich bin gelassener geworden. Ruhiger. Zentrierter. Oder auch nicht...
  • Ich hatte viel Zeit um über alle möglichen mehr oder weniger philosophischen Dinge nachzudenken. Die Ergüsse durftet ihr dann hier ertragen. Die Zeit zum Nachdenken und Neu-Denken und auch mal Nicht-Denken habe ich wirklich genossen.
  • Mit Wenigem zufrieden sein musste ich nicht lernen, das konnte ich vorher schon. Nichtsdestotrotz habe ich das auch in diesem Jahr weiter perfektioniert. Sonne auf der Glatze, der Geruch der blühenden Linde, das Lachen meiner Kinder - all das genießen zu können ist wirklich toll.
  • Mein Körper und ich haben eine andere Verbindung. Was zugegebenerweise nicht immer gut ist. Manchmal höre ich zu tief in mich hinein und jedes Ziepen löst leichte Panikattacken aus. Insgesamt siegt aber doch meistens der Kopf, der mir sagt: "Alles ist gut". Trotzdem habe ich im vergangenen Jahr ein paar Mal meine eigenen Grenzen gesehen - sei es, weil sie um einiges enger gesteckt sind als früher, sei es, weil ich achtsamer bin. Ein paar davon habe ich akzeptiert und ein paar davon habe ich schon nach außen geschoben.
  • Schwarzer Humor und die Fähigkeit, manchmal eine Ahnung von der Ironie des Schicksals zu erhalten haben mich vor psychischen Abstürzen bewahrt. Die hielten sich in der ganzen Zeit wirklich in Grenzen (worüber ich sehr froh bin)
Alles in Allem war es ein Jahr, auf das ich gut hätte verzichten können, das aber durchaus auch wesentlich schlimmer hätte sein können. Da ich ja eh nichts daran ändern kann, ist es jetzt eben ein Teil meines Lebens. Ich habe einiges gelernt und aus dem Meisten das Beste gemacht.
Und weiterhin heißt es: Leben, leben, leben! So lange und so gut wie irgend möglich.

Danke an alle Leser, dass Ihr dieses letzte Jahr an meiner Seite durch die Höhen und Tiefen gestolpert seid. Hier wird es wahrscheinlich in Zukunft ein bisschen ruhiger - vielleicht aber auch nicht. Ich weiß es noch nicht, wie sehr mich das Bedürfnis zu schreiben weiter begleiten wird. Schließlich habe ich ja eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Aber wahrscheinlich werde ich schon noch ein bisschen weiterbloggen. Wäre ja sonst langweilig, oder?

was habe ich getan?

Oh Gott, was habe ich getan?
Ich habe heute schon einen Anruf aus dem Klinikum bekommen. Der Operateur, ob ich zufrieden sei. Er wolle sich nur mal erkundigen.
Was ist denn da los? Dieses Mal bin ich keine Nummer, sondern wurde VIP-mäßig behandelt.
Auch mal eine schöne Erfahrung. Vor allem schön zu sehen, dass das überhaupt in unserem Gesundheitssystem geht. Das lässt mich doch wieder ein bisschen zum Glauben zurückkehren :-)

Ich bin auf jeden Fall dieses Mal ziemlich zufrieden. Die Leute waren total nett, die Pflege sehr zuvorkommend und immer sehr bemüht und freundlich (das waren sie aber immer schon :-) ), die Ärzte sehr engagiert...
Jetzt schauen wir, ob das Ergebnis auch überzeugen kann, wenn es abgeschwollen ist. Und wenn ja, dann bin ich rundum zufrieden

Also, weil das ja auch gesagt werden muss und man nicht immer nur motzen darf, wenn was nicht klappt:

Ich wurde super behandelt, ich habe mich in der kurzen Zeit im Klinikum sehr wohl gefühlt (wenn auch gelangweilt - aber was sollte da auch jemand dagegen tun. Trotzdem bin ich froh, raus zu sein - aber wer wäre das nicht?

Ich bedanke mich hier mit bei allen Pflegerinnen, Pflegern und Ärzten für die geleistete Arbeit und die Bemühungen. Ich weiß es zu schätzen!
Danke, dass Ihr Eure Arbeit so gut macht.

Sonntag, 10. August 2014

manchmal...

... geht es schneller, als man denkt.
Ich bin schon zu Hause.
Der Arzt, der mich operiert hat, hat nochmal nach mir geschaut und gesagt, es gäbe keinen Grund, noch länger da rumzuliegen, wenn ich heim wolle, dürfte ich heim. Und das war natürlich überhaupt keine Frage :-)
Klar will ich heim.
Also bin ich Hoppla-Hopp und Hals über Kopf nach Hause gefahren.
Jetzt muss ich morgen anrufen und einen nachstationären Termin ausmachen um die Befunde zu besprechen und hoffe, dass die rechte Brust nur noch so sehr geschwollen ist und das Ganze nicht ein extrem ungleiches Ergebnis ist. Aber das kann man erst in ca. 2 Wochen beurteilen, wenn die Schwellung raus ist... Dann sehen wir, ob es "kosmetisch" gleich ist.
Ich hoffe, sie haben zumindest das Ganze Drüsengewebe entfernt - aber das wird mir mein Gyn beim nächsten Ultraschall sagen können.
Jetzt bin ich erst Mal froh, dass ich daheim bin, auch wenn zugegebenerweise momentan alles richtig anstrengend ist. Aber das wird auch wieder.

morgen, ja morgen...

Die Drainage ist raus und somit darf ich morgen nach Hause.
Momentan ist alles noch ziemlich geschwollen und es sieht aus, als hätte ich rechts ne Körbchengröße mehr als links, aber ich hoffe, dass sich das mit der Zeit noch gibt. Nicht dass meine gnadenlose Schönheit von solch einem lästigen Detail zerstört wird...
Ansonsten geht es mir gut, ich bin nur nicht sicher, ob Einzelzimmer ein Fluch oder ein Segen sind. Auf der einen Seite ist es ja ganz nett, wenn einem keiner was vorschnarcht und wenn die Kinder kommen ist es auch wesentlich weniger stressig. Andererseits kst es tatsächlich totlangweilig... Naja, ist halt wie immer: alles hat seine zwei Seiten. Und ab morgen ist dann eh wieder aus mit Langeweile.

Freitag, 8. August 2014

es ist vollbracht

Nachdem ich gestern um 6 Uhr auf Station war, meine Akte aber nicht auffindbar war, hatte ich kurzfristig Bedenken, ob es diesmal klappt. Sie haben aber echt alle Hebel in Bewegung geaetzt um sie aus dem Archiv zu holen (der arme Mitarbeiter wurde zu Hause angerufen und ist extra früher gekommen). Ich wurde dann auf Platz 2 der Op-Liste geschoben. Im Opfiel dann auf, dass keine aktuellen Blutwerte vorliegen, aber auch das wurde nach einigem Hin- und Hertelefonieren gelöst. dann wurde ich eingeschleust und gerade als der Anästhesist (ist nett, wenn sich ein Arzt mit "Arzt, ich bin ihr Anästhesist" vorstellt) anfangen wollte kam der Anruf: Notfall in Kreißsaal 7, Plazentavorfall.
Klar, dass das vorgeht.
Zu mir kam dann ein anderer Arzt und wollte schon mal den Port anstechen, um die Narkose darüber einzuleiten. Das acheiterte erst mal daran, dass es im OP keine Portnadeln gibt und als dann eine geholt war, scheiterte es am Port, der nicht durchgängig war. Also hat er als nächstes am Unteeschenkel links gestochen, die ist aber direkt geplatzt. 3. Versuch war dann Knöchel rechts.  Aufgewacht bin ich mit Braunüle am Hals.
Lustig ist ja immer, wenn man das Geplänkel (oder in diesem Fall das Gestreite) des OP-Teams mitkriegt. Der Arzt und die Schwester konnten sich definitiv nicht ausstehen.....
Nach ca. 1 Stunde warten und 3 verschiedenen Pflegern, die in der Zeit auf mich aufgepasst (und sich mit mir gelangweilt) haben, kam die Crew zurück und es ging richtig los.
3 Stunden später war ich wieder wach und im Aufwachraum und es hat wirklich alles geklappt. Sogar der Port ist raus!
Die Schmerzen sind echt erträglich, interessanterweise tut der Port bzw. die Stelle an der er war, am meisten weh.
Aber egal, er ist raus, die OP ist rum und alles ist gut :-)
Ich genieße also jetzt noch ein paar Tage mein Einzelzimmer mit Vollpension (ja, ich wurde in eines der beiden Privateinzelzimmer gelegt.Mit Schreibtisch und Ledercouch.... keine Ahnung, ob das Zufall ist, weil die Station voll is, oder "Wiedergutmachung"...) und freue mich jetzt schon auf zu Hause.
Übrigens: mein Widerspruch ist durchgegangen, ich muss für den letzten hier verbrachten Tag nicht bezahlen. Was wieder zeigt: entweder macht man den Mund auf oder den Geldbeutel...
In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende.

Dienstag, 29. Juli 2014

das muss ja auch mal gesagt werden

Neulich habe ich auf Facebook folgenden Spruch gelesen:

"Früher wollte ich alles anders machen als meine Eltern.
Heute weiß ich, dass sie ihre Sache gar nicht mal so schlecht gemacht haben."

Ich bin ja normalerweise kein großer Teiler - aber den musste ich teilen.
Weil er stimmt.
Geht's Euch auch so? Wenn Euch jemand sagt: "Du bist wie Dein Vater" dann habt ihr sofort irgendetwas Negatives im Kopf. Egal, wieviele tolle Seiten und Charakterzüge Euer Papa hat.
Meiner ist z. B. unglaublich kreativ. Der kann alles, was irgendwie kunsthandwerklich ist. Egal, was er anfängt, er kanns. Und er hat - als ich klein war - die tollsten Geschichten erfunden.
Nebenbei ist er ziemlich cholerisch und ein klitzekleines bisschen rechthaberisch. Und jetzt ratet mal, an was ich sofort denke, wenn jemand sagt: "Du bist wie Dein Vater"...
Dabei wär's doch so einfach, zu sagen: "Dankeschön. Ich hoffe, dass ich auch so handwerklich begabt bin." Oder "Ja, so kreativ möchte ich gerne sein."

Manchmal machen wir uns das Leben echt selber schwer.
Daher möchte ich mich jetzt mal ganz offiziell bei meinen Eltern bedanken. Wie alle anderen auch hatten wir auch mal schwierige Zeiten - aber alles in allem haben wir das ganz gut hingekriegt. Und ich finde mich ganz gut, so wie ich bin. Und das ist ja schließlich nicht zu Letzt Euer Verdienst.
Danke dafür, dass ihr immer für mich da wart und da seid  und mich mit allen Höhen und Tiefen einen Teil dazu beigetragen habt, mich zu dem zu machen, was ich heute bin.





Noch ne kleine Anekdote am Rande:
Das Klinikum möchte gerne für den Tag an dem sie mich wieder heimgeschickt haben 10 Euro. Ich hab jetzt mal widersprochen. Ich bin ja nicht behandelt und nicht versorgt und nicht gepflegt worden. Mal sehen, ob ich trotzdem zahlen muss....

Dienstag, 22. Juli 2014

lauft doch erst Mal in meinen Schuhen

Es gibt ja immer wieder Leute, die meinen sie wüssten, wie das Leben so läuft. Oder wie es laufen sollte. Oder wie man es zu leben hat. Dabei vergessen sie nur leider oft, dass das vielleicht für ihr Leben so gelten mag, aber dass das deshalb noch lange nicht auf alle anderen Leben zu übertragen ist.
Sie gehen einfach mal davon aus, dass die Wertigkeiten, die sie in ihrem Leben ansetzen für alle gelten und dass Menschen, die anders leben automatisch falsch liegen bzw. etwas falsch machen.
Prinzipiell darf das wegen mir gerne jeder denken. Solange er es für sich behält.
Denn wer gibt vor, welche Wertigkeiten richtig sind und welche nicht?
Bei mir sieht es z. B. immer chaotisch aus. Es ist selten wirklich aufgeräumt. Man kann aber immer laufen, ohne am Boden festzukleben, der Tisch klebt auch nur selten (außer, das Apfelsaft-Massaker war unbemerkt oder meine Tochter schwelgt in Bastelarbeiten), meine Kinder haben täglich frische, halbwegs saubere Klamotten an, sie kriegen regelmäßig selbstgekochte und halbwegs ausgewogene Mahlzeiten ...
Kurz: Ein relativ normales Leben in einem Haushalt mit 3 noch ziemlich kleinen Kindern.
Ja, andere Leute würden es vielleicht schaffen, dass die Küchen-Arbeitsplatte nicht mit Papieren, abgerissenen Knöpfen, abgelegten Stiften, Wasserbomben und anderen Dingen, die man nur kurz aus der Hand oder aus der Reichweite der Kinder legen muss, zulandet. Andere Leute würden es auch schaffen, dass im Gang nicht immer mindestens 5 Paar Schuhe rumliegen und 3 Jacken über dem Treppengeländer hängen, weil die Garderobe bereits voll ist. Ich bin mir auch sicher, dass es Menschen gibt, die es schaffen, dass die Decken auf dem Sofa immer zusammengelegt sind und die Kissen schön am Rand entlang liegen.
Ob sie das allerdings zu besseren Menschen macht, finde ich persönlich fraglich. Ob sie glücklicher sind auch. Zweifelsohne müssen sie sich seltener rechtfertigen und beleidigen lassen.
Ich gebe ehrlich zu, dass ich Hausarbeit nicht mag. Mir gibt es keinerlei Befriedigung, wenn die Küche blitzt und blinkt. Ich weiß sowieso, dass es spätestens morgen früh nach dem Frühstück wieder genauso aussehen wird wie vorher und dass die mühsam freigeschaufelte Eckbank spätestens morgen nachmittag wieder voller Stifte und Bastelpapier liegen wird.
Mir ist es auch einfach egal, wenn da was liegt - bis es ein kritisches Maß übersteigt und ich im Hau-Ruck-Verfahren aufräume.
Weil mir andere Sachen wichtiger sind. Mir war es heute wichtiger, mit meinem Sohn Wasserbomben zu füllen, ihm zu zeigen, wie man den Knoten macht und uns ein kleine Wasserschlacht zu liefern. Mir war es wichtiger, die Bügelperlenbilder meiner Tochter und deren Freundin zu bügeln. Mir war es wichtiger, mit meinem Sohn 5 Seiten der Wawuschels zu lesen. Mir wäre es auch wichtiger gewesen, mich selbst mal hinzusetzen und eine halbe Stunde ein gutes Buch zu lesen - aber dazu bin ich heute gar nicht gekommen. Und wer bitteschön darf jetzt beurteilen, ob das die richtige Prioritätenverteilung ist, oder nicht? Wer darf sich das Recht nehmen zu sagen Hausarbeit wäre wichtiger gewesen?
Was mich an dieser Geschichte so sehr ärgert, ist, dass nicht gemessen wird, was man macht, sondern immer nur gewertet wird, was man NICHT macht.
Ich bin maßgeblich daran beteiligt, dass aus unseren 3 Kindern selbständig denkende und mit moralischen Grundsätzen vertraute Menschen werden, die wissen, dass es Rechte und Pflichten gibt. Ich bin außerdem daran beteiligt, den Alltag von 5 Menschen unter einen Hut zu kriegen und dafür zu sorgen, dass alle ihre Termine (die Pflicht- und die Kür-) einhalten. Ich kümmere mich um die großen und kleinen Wehwehchen, sorge für so banale Dinge wie das Vorhandensein von Klopapier und Ketchup, wasche die >100 Kleidungsstücke, die bei uns pro Woche zusammenkommen und lege sie zusammen, lese Gute-Nacht-Geschichten, singe Gute-Nacht-Lieder, räume die Spülmaschine ein, sauge, habe heute knapp 30 Hemden und andere Dinge gebügelt und den Wocheneinkauf für uns erledigt .......
Es ist also gar nicht so, dass ich gar nichts tue den lieben langen Tag. Ich mache nur ein bisschen nicht so wie andere - und das verleitet manche Menschen dazu, mich zu verurteilen.
Daher jetzt nochmal für alle:
Zu mir kann jeder immer kommen und kriegt jederzeit einen Kaffee.
Wer Sorgen hat kann auch nachts um 3 kommen und wird immer noch ein offenes Ohr finden.
Wer sich bei mir nicht wohlfühlt, kann hingegen gerne wegbleiben. Es muss sich niemand quälen.
Sollte jemand nur zu mir kommen, um sein Ego aufzubessern, weil er mit dem sicheren Gefühl geht, besser zu sein, als ich, darf derjenige das gerne tun - solange er es für sich behält.
Wer meint, mir ins Knie schrauben zu müssen, wie unzulänglich ich bin und was ich alles nicht richtig mache, darf sich hingegen gerne die Luft dafür sparen. Ihr dürft Euch sicher sein, dass mir meine Schwächen ebenso bewusst sind, wie meine Stärken. Ich benötige diesbezüglich wirklich keine Hilfe zur Selbsterkenntnis.Sollte mich Eure Meinung diesbezüglich interessieren, werde ich Euch fragen. Sollte ich nicht gefragt haben, bin ich nicht an Meinungsäußerungen interessiert. Kehrt doch bitte vor Eurer Tür (wo wir es doch schon von der Sauberkeit und Ordnung haben) - wegen mir auch in Eurer Wohnung, in Eurem Haus, in Eurem Keller oder unter Eurem Tisch. Eigentlich ist mir ziemlich egal, wo ihr überall kehrt - nur macht nicht so nen Wirbel bei mir... Lebt Euer Leben, wie Ihr das wollt, aber lasst mir meines.
Kommt, wenn ihr gerne kommt und wenn ihr wegen uns kommt. Sonst: bleibt bitte zu Hause und lasst den Platz frei für die, die gerne kommen.
So einfach ist das.
Ach ja: Und falls ihr wirklich helfen wollt (Eurem Gegenüber und nicht nur Eurem eigenen Ego), dann fragt doch mal, wie's geht und hört dann auch zu. Schaut demjenigen in die Augen und findet raus, ob es wirklich "gut" ist, oder ob das nur die Standardantwort war. Nehmt Euch Zeit für jemanden und interessiert Euch für ihn statt ihm Eure Welt überzustülpen.
Ein langer und für meine Verhältnisse extrem.schlecht gelaunter Post - aber das muss auch mal sein.
In diesem Sinne: Gute Nacht.

Freitag, 18. Juli 2014

Satz mit X: "War wohl nix"...

Eigentlich hatte ich gehofft, mit dem heutigen Tag das letzte Jahr abschließen zu können. Es waren sogar schon die Einladungen für ein kleines "Endlich-ist-es-rum-"Festchen geschrieben. Aber da hab ich dir Rechnung mal wieder ohne das Klinikum gemacht.
"Durch einen Notfall und OP-Knappheit" musste nämlich meine OP heute leider abgesagt werden.
Das wurde mir heute um halb zehn (nachdem ich seit 6:45 drinnen war) auf nüchternen Magen angedeutet, dass das passieren könnte und heute nachmittag um kurz nach zwei auf immer noch leeren Magen mitgeteilt.

Prinzipiell könnte man jetzt sagen, dass das halt mal vorkommt und dass es ja nicht so schlimm ist, weil ja nichts akutes vorliegt. Könnte man sagen, wenn, ja WENN es nicht schon im Vorfeld so einige Dinge gegeben hätte, die nicht optimal gelaufen sind.
Und WENN darunter nur ich, aber nicht meine Kinder und meine Familie leiden würden.
So ist aber leider in beiden Punkten das Gegenteil der Fall.
Ich fasse kurz meine Geschichte mit dem ZK zusammen:
  • Gleich bei Diagnosestellung im Oktober schafft es mein Frauenarzt, mir einen Termin in der Mammasprechstunde am nächsten Tag (Mittwoch) zu ergattern. Von dort soll ich zur Mammographie - und werde dort heimgeschickt, weil ich die Vorbilder (von Januar, auf denen noch gar nichts zu sehen ist) nicht dabei habe. Die Ärztin im Klinikum sieht sich außer Stande, eine Mammographie anzufertigen oder einen Ultraschall zu machen.
    In der Gyn-Ambulanz werde ich daraufhin auf den darauffolgenden Freitag wieder in die Mammasprechstunde geladen - mit der Bitte, da die Bilder mitzubringen. Donnerstag Feiertag, ich mich also abgehetzt, um die Bilder noch zu organisieren, komme am Freitag wie vereinbart - nur leider war da in der Mammographie überhaupt niemand da.
    Fazit: 3. Termin nochmal eine Woche später und da wurde dann endlich ein Ultraschall (keine Mammographie) gemacht um festzustellen: Ja, Tumor (komisch, wusste ich ja vorher schon, war ja sogar schon biopsiert)
  • Die Tatsache, dass die Biopsie-Ergebnisse und die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung des Tumors nicht übereinstimmen fällt mir auf (weil ich mal wieder den Arztbrief gelesen habe, der mich ja eigentlich gar nichts angeht). Nach einer Nachuntersuchung der Stanzproben kommt die Einschätzung des Klinikums: der Tumor kam während der OP zu spät ins Formalin und zeigt deshalb veränderte Werte. Da sich dieses pathologische Untersuchungsergebnis auf die anschließende Therapie auswirkt wäre es doch schön, wenn man sich da wirklich darauf verlassen könnte, oder?
  • Am 27.05. gehe ich zur OP-Planung in die Gyn-Ambulanz. Dort wird der Termin der OP auf den 18.07. festgelegt. Da zeitgleich der Port entfernt werden soll, muss ein Chirurg mit an den Tisch. Aussage am 27.05: Mit 6 Wochen Vorlauf klappt das schon, das zu organisieren. Am 15.07. komme ich zur OP-Vorbereitung und werde erst mal in die Chirurgische Ambulanz geschickt, um dort klarzumachen, dass ein Chirurg am 18. bei der OP anwesend ist - das ist nämlich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant und organisiert. In der chirurgischen Ambulanz erklärt man mir, dass ich überhaupt keinen Termin bei Ihnen bekomme, weil ich ja stationär aufgenommen werde....
  • Am 18.07. stehe ich pünktlich um 06.45 auf Station, erfahre um 9.30, dass es passieren kann, dass ich nicht drankomme und werde um kurz nach zwei heimgeschickt.
Ich bin wirklich die Letzte, die kein Verständnis aufbringt. Mir ist klar, dass ein Notfall vorgeht. Mir ist auch klar, dass dabei vorkommen kann, dass irgendwer dabei nicht mehr an diesem Tag operiert wird. Ich gestehe auch jedem sein Recht auf geordnete Arbeitszeiten zu. (Wobei ich in meinem Job durchaus auch kenne, dass man in Krisenzeiten halt mal doppelt so lange arbeitet, wie man arbeitet...) Was mir nicht klar ist, warum das eine OP ist, die bereits seit 6 Wochen steht. Was mir ebenfalls nicht klar ist, ist, warum ich dann weitere 2-3 Wochen warten muss. Was mir ebenfalls nicht in den Kopf will ist, dass ein Haus wie das ZK keinen OP für Notfälle hat? Was mich wirklich ärgert, ist, dass meine Kinder und meine Familie jetzt nochmal durch den Stress durchmüssen (und es ist gerade für meine Kinder sehr wohl Stress und Angst und Aufregung, wenn die Mama "mal wieder" ins Krankenhaus geht).
Ja, meine OP ist freiwillig, es geht um nichts Lebensbedrohendes, es ist vom Prinzip her egal, ob man die heute, in drei Wochen oder in 2 Jahren macht. 
Vom Prinzip her - aber für mich macht es eben sehr wohl einen Unterschied. 
Weil ich mich bereits auf diese OP eingestellt habe. 
Weil ich meine Ängste vor dem Eingriff mühsam unter Kontrolle gebracht habe und mich das eine Menge Kraft gekostet hat. 
Weil ich eigentlich gedacht hatte, mit dem heutigen Tag diese ganze Geschichte abschließen zu können - und jetzt kann ich es wieder nicht abschließen.
Weil es eine Menge Organisationsbedarf mit sich bringt, die Kinder so zu versorgen, dass alles irgendwie weiter läuft.
Weil das Ganze langsam aber sicher meinen Zeitplan, der vorsieht, im September wieder zu arbeiten, ins Wanken bringt.
Weil es sich einfach total scheiße anfühlt.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Kette unglücklicher Zufälle eine Ausnahme bin. Jemanden mit schlechterer psychischer Konstitution könnte das durchaus aus der Bahn werfen. Zum Glück bin ich relativ stabil. So besteht die Möglichkeit, dass ich mich bald wieder gefangen habe...
Und nochmal zur Klarstellung: Ich bin mit der Arbeit der behandelnden Ärzte und Pfleger sehr zufrieden, WENN sie denn mal die eigentlich angedachte Arbeit tun. Das Operationsergebnis auf der linken Seite finde ich super, ich fühlte mich auf Station gut betreut. Und trotzdem kann man nicht schönreden, dass da drinnen einiges schief läuft und es an ganz schön vielen Abläufen ordentlich hakt.

Mittwoch, 16. Juli 2014

ZK die X.

Eigentlich hätte ich ja ehrlich gedacht, dass sogar im ZK 6 Wochen Vorlaufzeit reichen, um einen Gynäkologen und einen Gefäßchirurgen geplant gleichzeitig an einen OP-Tisch zu bekommen und somit im Zuge einer einzigen Vollnarkose auch gleich den Port zu ziehen.
Ich wurde eines Besseren belehrt.
Gestern hatte ich Termin zur OP-Vorbereitung - und ratet mal: richtig, es war NICHT organisiert. Statt dessen wurde ich dann zur Chirurgischen Ambulanz geschickt um das zu klären. Die haben mir dann mitgeteilt, dass der nächste Termin für einen Port-Ex der 29.08. wäre und dass sie mir als Ambulanz überhaupt keinen Termin für einen stationären Aufenthalt machen können.
Kennt ihr Asterix? Das Haus, das Verrückte macht? Wer auch immer das geschrieben hat muss schon mal im ZK gewesen sein.
Fakt ist, dass ich am Freitag, wenn ich aufwache, schauen kann, ob der Port noch drinnen ist oder nicht - vorher werde ich nicht wissen, ob es klappt. Toll, oder? Dafür wurde mir erklärt, dass sie das jetzt gar nicht mehr machen, eine Port-Ex in Vollnarkose, weil das so ein kleiner Eingriff ist, den man in örtlicher Betäubung macht...
Ich bin schon froh, dass ich die nächsten Jahrzehnte kein Krankenhaus mehr brauchen werde :-)
Als Entschädigung hab ich aber ein kleines EKG geschrieben bekommen - wenigstens mal jemand, der sich für mein Herz interessiert. Ist alles ok!

Zur Entspannung hab ich dann nachmittags ein bisschen bei meiner Freundin fotografiert. Eine Familie mit 4 Kindern auf ein Foto zu bekommen ist gar nicht so einfach (wie bei den Ponys...) Aber es sind ein paar ganz nette dabei rausgekommen.
Und weil ich ja gerade auf schwarz-weiß stehe, gibts auch ein paar schwarz-weiß-Bilder ...



Montag, 14. Juli 2014

wie schwer oder leicht ist das Leben eigentlich?

Es gibt Menschen, bei denen scheint das ganze Leben schwer zu sein. Und wenn man dann mal genauer zuhört, dann überlegt man das eine oder andere Mal, ob man wirklich aus allem einen Elefanten machen muss. Und andere haben ein wirkliches Päckchen zu tragen, so dass man beim Zuhören erst mal schluckt - und scheinen trotzdem durchs Leben zu tanzen.
Woran liegt das? Woher kommt diese Schwere bei den einen und die Leichtigkeit bei den anderen?
Nehmen wir das Beispiel mit dem Jammern: Wieso scheinen manche Menschen das Jammern für sich zu brauchen wie die Luft zum Atmen? Und da wird gejammert, was das Zeug hält. Angefangen davon, dass es einem so schlecht geht bis dahin, dass der Nachbar schon wieder um 9 schon gestaubsaugt hat...
Ich bin ja durchaus auch ein Jammerlappen. Ich finde, es gibt nur wenig Schlimmeres, als eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt. Mit Fieber im Bett zu liegen oder die Kloschüssel umarmen und keiner merkt, wie dreckig es einem geht - das ist mies. Da muss man einfach jammern, um sicherzustellen, dass man nicht aus Versehen gesund wird, ohne dass es einer gemerkt hat.
Aber wenn Menschen immer nur um des Jammerns willen jammern finde ich es schwierig. Wenn sie überhaupt keine Lösung haben wollen, sondern einfach nur Aufmerksamkeit brauchen und Mitleid wollen - dann geht das oft echt an meine Grenzen.
Oder Menschen, die versuchen, anderen ständig eines reinzuwürgen. Die Bestätigung draus ziehen, dass sie anderen Fehler nachweisen können, weil sie sich dann überlegen und gut fühlen. Die sich ständig mit anderen vergleichen und messen, wer besser, toller, schlanker, schöner, schlauer, reicher oder sonst ein -er ist - und richtig gemein werden können, wenn sie mal bei einem Vergleich nicht als strahlender Sieger hervorgehen.
All das sind Sachen, die unserem Leben eine unglaubliche Schwere geben. Die uns nach unten ziehen, wie die sprichwörtlichen Bleigewichte an den Füßen.
Effektiv machen wir uns doch in grob geschätzt 90% der Fälle das Leben selber schwer, oder? Würden wir nicht nur uns das Recht zugestehen, so zu sein, wie wir sind, sondern auch den anderen das Recht, dass SIE so sind wie sie sind, würden wir uns nicht ständig mit anderen vergleichen und würden wir uns nicht nur für uns interessieren, sondern den Menschen in unserem Leben von uns aus Aufmerksamkeit schenken, wäre vielleicht manches einfacher.
Vielleicht sollten wir uns öfter mal an einen Spielplatz setzen und Kindern beim Spielen, beim Schaukeln, beim Wippen, beim Rennen, beim Klettern zusehen und ihr Lachen hören - da kann man oft die pure Leichtigkeit des Seins spüren. Das Leben ist nämlich meistens schön und nur manchmal schwer und wir sollten alle aufpassen, dass wir es uns nicht selber unnötig schwer machen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Tag.



Montag, 7. Juli 2014

was uns so alles glücklich macht - oder doch nicht?

Ich treffe in meinem Leben ja ne ganze Menge Menschen. Und immer wieder lerne ich Leute kennen, die scheinbar "alles" haben. Oder sich zumindest (nach eigenen Angaben) irgendwelche Träume erfüllt haben. Und dann denkt man sich: He, super, dann ist er/sie jetzt sicher glücklich - aber irgendwie machen viele davon gar nicht so den Eindruck oder verhalten sich nicht so.
Da schwärmt man ewige Zeiten davon, dass man XYZ haben will - und wenn man es sich dann kauft, ist es nach kürzester Zeit uninteressant. Das mag nicht so schlimm sein, wenn das Objekt der Begierde ein Objekt ist. Also der heißersehnte Nintendo 3DS. Dann ist das vielleicht unverständlich und evtl. auch ärgerlich, aber es tut keinem wirklich weh. Wenn das heißersehnte Objekt aber lebendig ist, wird's kritisch. Dann sind die Häschen nach dreimal kuscheln uninteressant und fürs Misten findet sich kein Freiwilliger und wenn nicht irgendjemand sich durchringt und füttert, würde sogar das ausfallen. Dann bleibt der innig gewünschte Hund den ganzen Tag alleine zu Hause, weil alles andere wichtiger ist. Da steht das schwer erbettelte Pony wochenlang nur rum, weil keiner was tut, da kommt die sehnlich gewünschte Katze wieder ins Tierheim, weil sie im Urlaub stört...
Kann mir jetzt bitte ein Mensch erklären, warum das so ist? Ist tatsächlich in unserem Leben der Weg das Ziel? Ist es spannend und interessant an den Punkt zu kommen, dass man sich etwas leisten KÖNNTE? Und sollte man es dann lassen, sich das zu leisten? Gibt es Anzeichen dafür, dass dieser Langeweile-Effekt eintreffen wird? Es gibt ja schließlich auch Leute, die wünschen sich einen Hund, kaufen sich einen und sind glücklich damit und kümmern sich. Unter welche Voraussetzungen also passiert das? Wenn wir zu viel haben? Wenn wir "es" zu leicht bekommen? Steigt der Wert mit der Anstrengung? Oder ist das völlig unabhängig voneinander?
Ich glaube z. B. schon, dass in unserer Konsumgesellschaft Dinge ihren Wert verlieren. Weil man sich vieles einfach so leisten kann, weil man für kaputte Dinge sehr leicht Ersatz findet, weil vor dem "Haben" oft gar keine oder nur sehr geringe Anstrengung steht. Wenn ich nur lange genug betteln muss, bis mir jemand meinen Wunsch erfüllt, muss ich das ja beim nächsten Wunsch nur auch so machen. Wenn ich dagegen für die Erfüllung richtig arbeiten muss, dann überlege ich mir vielleicht, ob es nach vier Wochen schon was Neues sein muss.
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
Ich wünsche Euch auf jeden Fall allen, dass Euch die Erfüllung eines Wunsches tatsächlich Befriedigung verschafft und nicht nur Langeweile. Dass ihr lange Spaß und Freude am Objekt Eurer Begierde habt und nicht schon nach kurzer Zeit etwas Neues braucht. Und dass die Dinge für Euch ihren Wert behalten.


Samstag, 5. Juli 2014

was macht uns zu was?

Ich höre immer wieder von Leuten. "Ohne XXX wäre ich nichts". Für die XXX kann man alles Mögliche einsetzen. Meine Kinder, meinen Mann, meine Musik, die Pferde, .....
Aber ist das wirklich so? Wären diese Menschen ohne das jeweilige X nichts? Und warum habe ich kein X? Ich habe nichts, von dem ich behaupten würde, ich wäre nichts ohne es. Heißt das jetzt, dass ich nichts so gut kann/so sehr liebe, dass ich ohne nichts wäre? Habe ich keinen Inhalt in meinem Leben? Oder nur oberflächliche Dinge?
Fragen über Fragen...
Ich bin der festen Überzeugung, dass ich genau den richtigen Mann gefunden habe. Bei ihm fühle ich mich wohl und zu Hause und sicher und geborgen. Ich liebe meine Kinder und bin um jedes einzelne davon froh und dankbar, sie zu haben. Würde ich einen von ihnen verlieren, wäre ich unendlich traurig und mein Leben wäre anders. Hätte ich den Mann und/oder die Kinder nicht gehabt, wäre mein Leben nochmal anders. Aber ich wäre trotzdem noch etwas. Ich wäre nach wie vor ich.
Ich habe lange Jahre und liebend gerne in einem Chor gesungen. Seit ich nicht mehr dort singe fehlt mir das Singen - aber ich bin immer noch ich.
So lange ich auch nachdenke, ich finde nicht die eine Sache, die mich ausmacht. Ich bin vielschichtig. Mein Ich hat viele Facetten. Es gibt welche, die mag ich lieber als andere - aber insgesamt gehören alle zu mir. Und auch wenn ein Kern immer gleich bleibt oder sich zumindest nur sehr langsam verändert, so ändert sich doch das Ich ständig und fortwährend. Weil ich lebe und deshalb dauernd mit neuen Eindrücken und Erfahrungen konfrontiert werde. So hat mich das letzte Jahr sicherlich verändert - aber es hat trotzdem keinen völlig anderen Menschen aus mir gemacht.
Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich auch froh, dass mein Mann nicht sagt, dass er ohne mich nichts wäre. Die Verantwortung möchte ich nicht haben, ständig und immer dafür sorgen zu müssen, dass jemand etwas ist.
Ich möchte auch nicht, dass meine Kinder diese Rolle bekommen und ich "nur noch" Mutter bin (und ich werte damit ganz bestimmt nicht die Rolle der Mütter ab - ich weiß, was Mütter leisten :-)  ) Aber ich bin ohne meine Kinder immer noch etwas. Ich habe außer der Rolle als Mutter noch andere Dinge, die mich definieren.Sie können also irgendwann flügge werden (in ferner Zukunft, beeilen müssen sie sich damit noch nicht) ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass ich dann nichts mehr bin.
Ich bin und bleibe ich. Ob mit oder ohne Haare, ob mit oder ohne Brust, ob mit oder ohne Singen usw.
Das klingt jetzt alles ungemein selbstbewusst und erwachsen, dabei bin ich gerade die beiden Dinge eher nicht. Aber trotz allem bin ich ich. Ich bin ein Ich-bin-ich, so wie in dem gleichnamigen Kinderbuch. (Wir haben uns im Kindergarten eines genäht. Meines war dunkelblau mit bunten Blümchen drauf und ich kann mich noch genau daran erinnern)

Ich wünsche Euch allen, dass Ihr für Euer Leben sagen könnt: "Ohne XXX würde mir etwas fehlen" aber nicht sagen müsst "Ohne XXX wäre ich nichts".

Samstag, 28. Juni 2014

schöne Traditionen

Ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich Traditionen mag.
Gestern war wieder so ein Tradtitions-Tag.
Traditionell treffe ich mich nämlich einmal im Jahr mit meinen Kolleginnen und Kollegen hier zum Grillen. Und traditionell ist es ein richtig netter Abend. Egal ob wir zu zweit oder zu zwölft sind - es ist immer lustig und nett und ich genieße es. Gerade weil wir normalerweise alle "Einzelkämpfer" sind und die Arbeit in unserem Familien nur extrem selten im Team absolviert wird, tun uns solche Gemeinschaftsaktivitäten gut, bringen uns enger zusammen und bieten die Gelegenheit, sich über Gott und die Welt (und auch ein bisschen Arbeit) zu unterhalten.
Ich habe auf jeden Fall den gestrigen Abend so was von genossen und freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr.

Montag, 23. Juni 2014

schwarz und weiß - und grau und bunt und überhaupt

Kennt ihr auch so Menschen, bei denen alles entweder schwarz oder weiß ist? Entweder ist man der beste Freund oder der böseste Feind. Entweder ist etwas supertoll oder total blöd. Entweder sind sie himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt.
Da können zwei Leute exakt das selbe tun - und trotzdem ist es nicht das selbe. Beim Freund ist es toll und dem, der auf der dunklen Seite der Macht steht ist es furchtbar.
Schwarz und weiß eben. Entweder so oder so. Dazwischen ist nichts.
Dabei besteht doch das Leben aus ganz vielen Schattierungen. Zugegeben: Manchmal ist schwarz/weiß reizvoll. Es macht z. B. manche Fotos interessant. Es bleibt Platz für eigene Phantasie. Und es kann Stimmungen ausdrücken. Aber selbst wenn man ein Schwarz-Weiß-Bild ansieht, ist es nicht nur schwarz oder weiß - da gibt es hellere und dunklere Stellen. Grau eben. Und das Leben bietet uns nicht nur schwarz oder weiß oder grau - das wirft mit Farben ja geradezu um sich. Mit hellen, dunklen, knalligen oder gedeckten, mit schönen und manchmal auch mit ziemlich hässlichen - aber mit verschiedenen. Deshalb ist es ja gerade so schön - weil es nicht nur Hü und Hott gibt, sondern auch ein bisschen Brrr und ein bisschen He und vielleicht noch etwas Wiest...
Mein Appell heute ist daher: Lasst die Farbe in Euer Leben. Meist gibt es nicht nur 2 Möglichkeiten sondern geschätzte zig-Millionen. Genießt die Vielfalt und achtet auf die Schattierungen.

Sonntag, 22. Juni 2014

lang, lang ist's her

Hier wars jetzt ziemlich lange ruhig, was daran liegt, dass wir im Urlaub waren. Richtig gemütlicher Familienurlaub. Viel baden, jeden Spielplatz bespielen, einen Wildpark besuchen - und sonst einfach nur gemütlich das machen, was sich halt so ergibt.
War schön und war für mich entspannender, als 3 Wochen AHB mit Kindern.
Gestern abend hab ich mich dann mit einer Freundin getroffen und wir sind zum Baggersee gelaufen. Dank des WM-Spiels Deutschland-Ghana waren wir dort ganz allein, hatten also den See bei Sonnenuntergang ganz für uns. Das Wasser war wunderbar und samtweich (nur die Mücken haben zugegebenermaßen etwas genervt - wenn man mit offenem Mund geschwommen ist, war man satt) und gar nicht so kalt wie gedacht. Und danach haben wir lange einfach geredet und die Sterne angeschaut. Auf dem Heimweg hab ich die ersten Glühwürmchen entdeckt. Ich liebe Glühwürmchen.
Insgesamt hab ich mich 10 - 20 Jahre jünger gefühlt... Lang, lang ist's her. Und so schwanke ich zwischen "jung" und "alt" fühlen. Aber egal wie - ich fühl mich wohl und bin zufrieden.
Das waren gestern auch einige unserer Themen. Dass es so viele Menschen gibt, die nicht zufrieden sind, obwohl sie eigentlich ziemlich viel haben. Und was Macht aus Menschen macht. Und dass Fußball doof ist :-)


Aber nochmal zurück zur ersten Frage. Warum ist das eigentlich so? Warum sind so viele Menschen ständig am Jammern, obwohl es ihnen nicht wirklich schlecht geht? Warum ist Jammern in unserer Gesellschaft so wichtig? Manchmal könnte man meinen, dass Zufrriedenheit negativ bewertet wird und einem unterstellt wird, dass man keine Ziele mehr hat, wenn man zufrieden ist - oder dass man keinen Ehrgeiz mehr entwickelt und nicht bereit ist, sich weiterzuentwickeln. Dabei hat das eine mit dem anderen ja nichts zu tun. 

Klar ist Unzufriedenheit vom Prinzip her ein Motor, der uns antreibt. Wenn ich mit einer Situation unzufrieden bin, habe ich einen Anreiz, etwas zu tun und diese zu ändern - theoretisch. Praktisch tun es aber viele nicht, sondern belassen es beim Jammern und Unzufrieden sein.
Die Theorie ist also nicht 1 : 1 in die Praxis umsetzbar. Und genausowenig heißt Zufriedenheit, dass man nichts mehr tut. Vielleicht überlegt man anders, was Veränderungen heißen und was sie mit sich bringen, bevor man sich Hals über Kopf hineinstürzt. Vielleicht ändert man manche Dinge tatsächlich nicht, weil man damit seine Komfortzone verlassen würde. Das muss aber ja nicht negativ sein. Es muss ja nicht alles ständig geändert werden.
Ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Auch wenn mich manchmal Leute oder Dinge tierisch nerven und auch, wenn ich nicht frei von Neid bin. Insgesamt will ich mit niemandem tauschen und liebe mein Leben. Ich habe den für mich richtigen Mann gefunden, ich habe drei tolle Kinder (und jeder einzelne von den vieren kann mich tierisch nerven - und trotzdem liebe ich sie abgöttisch), wir haben ein tolles Haus, ich habe einen Job, der mir Spaß macht, wir können keine riesen Sprünge machen und uns nicht alles leisten - aber ab und zu sind mal kleine Extras wie ein Essen-Gehen oder ein kleiner Urlaub drinnen. Was braucht man mehr? Ich bin glücklich. Ich kann mich mit Freunden am See treffen und Glühwürmchen anschauen. Und das finde ich toll.
Und ich wünsche allen, dass sie auch an den Punkt kommen.

Dienstag, 10. Juni 2014

perfekte Momente

Manchmal - ehrlich gesagt sogar ziemlich oft, bei mir sogar fast jeden Tag - gibt es perfekte Momente.
Heute haben sie sich gehäuft.
Heute vormittag z. B. lag ich mit meinem Sohn auf der Couch und wir haben gemeinsam ein Buch gelesen. Einfach nur gekuschelt und abwechselnd laut vorgelesen. Und es war toll. Ein bisschen Nähe, ein bisschen Ruhe - einfach toll.
Heute nachmittag waren wir bei Freunden und haben Kindergeburtstag nachgefeiert - und danach saß ich auf meiner Hollywoodschaukel und habe meine Füße in eine Wanne mit frischem Brunnenwasser (ca. 9°C) gestellt - herrlich.
Heute abend waren wir mit einer Freundin beim Baden. Der Sohnemann hat beschlossen, dass er lieber zur Oma will und dort übernachtet - auch ok. Also waren der Papa, ich und die zwei Mädels mit Nina beim Baden an einem traumhaft schönen See.
Die Sonne war warm, es waren wenige Leute da, das Wasser war wunderbar und ganz weich - und es war einfach eine perfekte Stunde in der wir alle unseren Spaß hatten.
Wunderbar.
Ich wünsche Euch allen, dass ihr auch jeden Tag so wunderbare Minuten erleben dürft - und vor allem, dass ihr sie auch seht, wenn sie da sind und sie nicht im Alltagsrummel untergehen.


zu heiß

Boah, ich beneide alle Menschen, die den Sommer mögen - mir ist es zu heiß. Viel zu heiß. Ich weiß gar nicht, wie ich so schnell schwitzen soll, wies mir heiß ist.
Dazu dann noch Hitzewallungen und wegen der immer noch sehr kurzen Haare den Zwang, einen Hut zu tragen macht es einfach ... HEIß...

Egal, müssen wir jetzt durch und man lästert ja nicht übers Wetter, weil es ist ja meistens zu heiß oder zu kalt oder zu nass oder zu trocken...

Mir ist es auf jeden Fall viel zu heiß für philosophische Ergüsse oder anderweitige ordentliche Posts, daher hier ein paar Impressionen unseres Pfingstwochenendes.

Oh, falls mir irgendein computerbegeisterter Mensch sagen kann, warum man in meinem Blog nur manchmal kommentieren kann und warum ich derzeit selbst nicht kommentieren kann, wäre ich wirklich begeistert.

Außerdem wurde ich genötigt, eine Foto-Seite auf Facebook zu erstellen - vielleicht werdet ihr dann hier eher davon verschont. Falls jemand vorbeischauen will:
https://www.facebook.com/jChU77
Ich freue mich auch über "gefällt mir"s :-)

Hier also jetzt die Pfingstimpressionen: