Freitag, 14. Februar 2014

Krankengeld

Nachdem ich kürzlich über die Krankenkasse geschimpft habe, muss ich jetzt natürlich auch sagen, dass mein Krankengeld mittlerweile da ist. Nachdem ich die drei Abrechnungen gemailt habe und nach 4 Tagen nachgefragt habe, wurde mir gesagt, dass das Krankengeld berechnet und auf den nächsten Tag angewiesen sei - und tatsächlich war es am nächsten Tag da. Hut ab!
Ich habe mich natürlich dann auch bei meiner Sachbearbeiterin freundlichst bedankt. Man darf diese armen Menschen ja nicht immer nur anmaulen.
Mal sehen, was dieses Kapitel in Zukunft noch bringen wird.

Donnerstag, 13. Februar 2014

nur noch eine ...

Ich hab ja seit über einer Woche eine Erkältung. Mieser fester Reizhusten, Nebenhöhlen ein bisschen zu. Kein Fieber, nichts Ungewöhnliches für die Jahreszeit. Ich war beim Arzt, Lunge so weit ok.
Ich bin ja momentan etwas therapiemüde. Gestern abend hatte ich das heulende Elend, weil mir schon beim Gedanken an die Chemo übel und flau im Magen wurde. Es hat mich also wirklich Überwindung gekostet, da heute hinzugehen. Und dann sag ich Doofkopf zur Assistentin: "Ich hatte schon Angst, dass sie wegen der Erkältung nicht laufen kann.". Sie hat mich daraufhin gefragt, ob ich Fieber hatte/habe (nein) und gemeint, sie würde ihn (Dr. Hochdörfer) fragen. Und dann kam sie, hängt mich ab und sagt: "Er hat entschieden, wir machen sie nicht. Montag nochmal kommen." Auf Nachfrage hat sie gemeint, die Blutwerte wären ok - und dann hab ich doch einfach nochmal mit ihm gesprochen.
Dr. Hochdörfer hat dann gemeint, er würde es nicht machen und auch seiner Frau nicht empfehlen - aber er könne durchaus verstehen, dass ich das Ganze gerne rum hätte.
Als ich ihn fragte, was denn im schlimmsten Fall passieren könne meinte er: "Im schlimmsten Fall sterben Sie."
Nachdem er mich abgehört und meine Mandeln angeschaut hat, hat er dann gemeint, dass mit 60-70%Wahrscheinlichkeit gar nichts passieren wird, ich mit 20 % Wahrscheinlichkeit eine Lungenentzündung bekomme und mit 10% Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus müsste. Seine Empfehlung war dann: er gibt mir Antibiotika und wir machen die Chemo am Montag.
Und im Endeffekt haben wir uns auf: Chemo heute + Antibiotika geeinigt.

Jetzt werde ich natürlich alles daran setzen, am nächsten Donnerstag zur Blutuntersuchung zu gehen und danach zu ihm - und so fit wie nur irgendwie möglich zu sein!
Hoffentlich vertrage ich die beiden Antibiotika - das ist bei mir ja nicht immer so sicher.


Mittwoch, 12. Februar 2014

Frühjahrsputz

Ich habe ja schon ein paar Mal erwähnt, dass ich nicht unbedingt die super Hausfrau bin.  Deshalb mache ich den selten bei mir zu Hause in der Wohnung. Nichtsdestotrotz mache ich ihn mental.
Und weil das Wetter so frühlingshaft ist, ist jetzt wohl die richtige Zeit dafür.
Ich kann Euch das nur empfehlen.
Überlegt Euch mal, was Euch gut tut und was nicht. Überlegt Euch, von was Ihr Euch trennen könnt und wovon nicht. Und vielleicht auch mal, warum von dem einen ja und von dem anderen nein.
Eines der schmerzhaftesten Kapitel beim Frühjahrsputz ist, wenn man "Freunde" aussortieren muss. Wenn man feststellt, dass Menschen, die einem was bedeutet haben, denen gegenüber man gewisse Erwartungen hatte, aus welchen Gründen auch immer nicht bereit oder in der Lage sind, diese Erwartungen zu erfüllen. Oder man deutlich gesagt/gezeigt bekommt, dass man selbst diesen Menschen eben nicht so viel bedeutet.
Autsch, das tut weh - aber wenn es nicht die große Liebe ist, die einen von Jetzt auf Gleich für die blonde Nachbarin verlässt, bringt es einen nicht um.
Der Abschied von manchen Dingen oder Menschen tut wirklich weh - und schmerzt auch einige Zeit danach noch. Von anderen Dingen und Menschen trennen wir uns leicht. Tatsache ist: Immer wieder mal ausmisten hilft oft, etwas klarer zu sehen. Es hilft, wieder von Dingen umgeben zu sein, die einem gefallen und die einem gut tun, statt überall Sachen stehen zu haben, die man weder mag noch braucht oder die schon lange kaputt sind und einem den Blick auf andere, vielleicht wichtigere Dinge verstellen.
Genauso hilft es, sich ab und zu von Menschen zu verabschieden, mit denen man ein Stück Weg gegangen ist. Weil sie einem nicht mehr gut tun, weil sie einen anderen Weg einschlagen, weil sich herausstellt, dass man tatsächlich von Anfang an nicht miteinander gegangen ist, sondern nur notgedrungen nebeneinander herlief (oder meinetwegen auch nur zufällig in der S-Bahn nebeneinander stand, weil nichts anderes mehr frei war).
Loslassen ist schwer und es tut weh. Weil man nicht nur das kaputte/hässliche Ding oder die nicht mehr existente Freundschaft wegwirft oder loslässt, sondern daran ja auch Hoffnungen, Träume, Wünsche, Erinnerungen usw. hängen. Und die gehen zum Teil auch flöten. Was man sich dabei immer wieder bewusst machen sollte ist: Man selbst entscheidet, was man an Erinnerungen behält und was man loslässt. Selbst wenn man sich von Dingen oder Menschen trennt (oder getrennt wird) muss man dasjenige oder denjenigen ja nicht völlig vergessen und aus seinem Leben streichen. Manchmal ist es besser, das zu tun - aber ob man das tut, kann jeder selbst entscheiden.
Und wenn man mal wieder so richtig aufgeräumt hat und überflüssigen Ballast losgeworden ist, dann stellt sich - nach dem Gefühl des Verlustes und der Angst, einen Fehler begangen zu haben - sehr oft (ja, ich wage zu behaupten: in den allermeisten Fällen) ein Gefühl der Leichtigkeit und der Freiheit ein.
Deshalb mein Aufruf: Macht Frühjahrsputz - wenn nicht in Euren Häusern, so doch in Euren Köpfen und Herzen.

Dienstag, 11. Februar 2014

GdB

Jetzt ist es amtlich: Ich bin nicht normal. Und wenn man nicht normal ist, bekommt man einen Behindertenausweis :-)
In diesem Falle ist also nicht normal sogar ziemlich positiv. Ich bin im Sinne des §2 SGB IX behindert. Falls jemand nicht so vertraut ist mit dem SGB IX, hier der Text des §2:

(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.
(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.
(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen).

Quelle: Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

Da ich einen GdB von 50 zuerkannt bekommen habe, bin ich also streng genommen sogar schwerbehindert. Ich kenne Menschen, die jetzt sagen werden "DAS habe ich schon immer gewusst". Jaja, lästert ihr ruhig :-)
Ich habe dafür jetzt einen erhöhten Steuerfreibetrag, mehr Urlaubsanspruch und verstärkten Kündigungsschutz. Ich erhöhe die Behindertenquote meines Arbeitgebers und senke dadurch die Ausgleichsabgabe (falls eine gezahlt werden muss).
Das Ganze erst mal für 5 Jahre, weil ich in 5 Jahren ja geheilt sein könnte.
Mir erst mal egal. Momentan ist es so und damit bin ich ganz zufrieden.

Montag, 10. Februar 2014

Krankenkassen-Auskotz-Post

Wie sagte ein Freund von mir erst kürzlich: "Krankenkassen sind die,die mit Kranken Kasse machen"...
So langsam aber sicher glaube ich das auch.
Ich bin seit Oktober krankgeschrieben. Somit müsste ich (grob gerechnet) seit Dezember Krankengeld bekommen. Krieg ich aber nicht. Ende Januar klebte auf meinem Krankengeldauszahlungsschein (das ist der Wisch, auf dem man sich vom Arzt seine andauernde Krankheit bestätigen lassen muss - alle zwei Wochen) ein Post-It mit dem Hinweis "beim Arbeitgeber wegen Verdienstbescheinigung nachgefragt". Danke aber auch. Wenn sie eine Verdienstbescheinigung brauchen, hätten sie mir das doch mit Beginn des Zeitraums für den mir Krankengeld zusteht, mitteilen können, oder? Hätten sie mir das Formular für die Lohnbescheinigung geschickt, hätte ich es direkt zu uns in die Personalabteilung gebracht. Hätten sie mir gesagt, ich soll die Abrechnungen der letzten drei Monate vorlegen hätten sie die sofort bekommen. Hat aber keiner. Mir wurde nur das Formular für den Nachweis der Krankheit geschickt mit dem Hinweis, dass ich immer spätestens an dem Tag, an dem die alte Bestätigung abläuft die neue holen muss...

Jetzt ist es ja so, dass ich seit über 10 Jahren bei der selben Kasse bin. Die kriegen jeden Monat von mir und meinem Arbeitgeber einen festgesetzten Prozentsatz meines Gehaltes. Da sollte man doch eigentlich meinen, die könnten zurückrechnen, wie viel ich also verdient habe. So schwer ist das gar nicht, der gute alte Dreisatz hilft da wirklich weiter... Tja, Pustekuchen, können sie nicht. Sonst müssten sie ja auch tatsächlich sofort auszahlen und könnten nicht noch 3 Monate mit meinem Geld arbeiten. Und ist ja kein Problem, ich bin ja krank zu Hause, ich kann ja auch praktisch kein Geld ausgeben... Was jemand macht, der alleinerziehend ist und kein zweites Gehalt in petto hat, weiß ich nicht und will ich mir auch gar nicht vorstellen.

Statt sich mit meiner Auszahlung zu beschäftigen hat die Krankenkasse übrigens lieber meinen Arzt um Stellungnahme gebeten, wie lange die Arbeitsunfähigkeit wohl bestehen wird.
Ich habe mich dann mit einem eher unfreundlichen Brief an die Kasse gewandt, in dem ich bemerkte, dass ich nicht verstehen kann, warum sie es nicht schaffen, mein Krankengeld zu berechnen, sich aber schon mal drum kümmern, wann ich wieder arbeiten kann - obwohl ihnen klar sein müsste, dass noch nicht mal die Chemo durch ist und obwohl sie wissen, dass eine Bestrahlung folgen wird.
Als Antwort erhielt ich eine sehr unfreundliche Mail von einer augenscheinlich extrem genervten Sachbearbeiterin, die Erklärung, dass sie beim Arzt nachfragen müssen, um etwaige weitere Therapieschritte planen zu können.... ???? Bislang ging ich immer davon aus, dass die Therapieschritte von meinen Ärzten geplant werden. Aber wenn das jetzt die Krankenkasse macht, dann kann das ja heiter werden. Wenn sie dabei genauso sorgfältig und zügig arbeiten wie bei der Berechnung des Krankengeldes, dann brauche ich vor 2015 nicht mit Bestrahlungen zu rechnen...
Nein, Scherz beiseite. Natürlich haben die nichts mit der Planung der Therapie zu tun, erst wenn es um Anschlussheilbehandlung geht, sind sie dabei. Und das ist auch gut so, sonst würde das Ganze noch mehr drunter und drüber gehen.

Übrigens hat sich die "nette Dame" großzügigerweise bereit erklärt, aufgrund der letzten 3 abgerechneten Monate mein Krankengeld zu berechnen. Die habe ich ihr am Donnerstag sofort gemailt - jetzt bin ich mal gespannt, wann denn dann endlich mal Geld fliest. Es ist nämlich gar nicht so, dass wir das hier im Übermaß hätten und es so locker ist ohne...

wie könnte es anders sein?

Am Donnerstag kommt die vorletzte Chemo und jetzt ratete mal... RICHTIG, ich bin erkältet. Anscheinend muss das so sein. Ich krieg diesen doofen Infekt seit Dezember nicht wirklich weg - und immer eine Woche vor der Chemo (also in der grünen Woche, wo es einem ja gut geht :-)  ) kommt sie voll durch. Ich keuche, ich rotze, die Augen tränen und ab und zu greife ich heimlich zum Fieberthermometer, weil ich nicht weiß, ob ich Hitzewallungen oder Fieber habe. Sind aber wohl nur Hitzewallungen... Tja, man wird alt.
Unabhängig davon nervt der Zustand ungemein und was der Krebs bisher nicht geschafft hat, schafft die Erkältung zunehmend: Ich beginne zu jammern. Ich liege auf dem Sofa und jammere vor mich hin und wenn es keiner hört, setzte ich mich im Büro neben meinen Mann und erzähle explizit, wie weh das husten tut und dass ich echt krank bin. Das hilft zwar auch nicht, bringt mir aber immerhin ab und zu ein mitleidiges Brummen ein. Ist ja auch schon was wert und erinnert mich an meinen alten Teddybär. Das wiederum gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit - und somit bringt es natürlich schon was :-)

Ich hoffe also einfach, dass die Blutwerte am Donnerstag so weit in Ordnung sind, dass die Chemo läuft - ich habe nämlich keine Lust auf weitere Verzögerungen.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Sport

Es gilt mittlerweile als gesichert, dass 3 Stunden Bewegung in der Woche (dazu gehört schon schnelleres Spazierengehen oder Gartenarbeit) das Risiko eines Rezidivs oder einer Neuerkrankung reduzieren. Wer meinen Stechschritt kennt, weiß, dass es "langsames" Spazierengehen bei mir sowieso nicht gibt.
Anfangs habe ich also 2x pro Woche ein Date mit meiner Mutter gemacht und wir sind spazieren gegangen. Momentan sind die Feldwege hier rundherum so matschig, dass man da zwar seine Schuhe lassen kann - aber spazierengehen ist eher nicht drinnen. Auf der Straße macht das Ganze nur begrenzt Spaß - und was hilft es, nicht an Krebs, sondern an einem Auto zu sterben?
Ein Fitness-Studio kann ich mir nicht leisten - und ich hätte ja immer die bequeme Ausrede, dass ich wegen der Kinder nicht gehen kann.
Im heutigen Internetzeitalter ist das aber alles kein Problem.
Man besuche youtube und gebe dort mal "Bauch, Beine, Po" ein - und dann hat man eine RIESEN Auswahl.
Ich habe mich für den Kanal "wellshapedTV" entschieden und mache jetzt täglich zwischen  30 und 60 Minuten verschiedenste Trainingseinheiten. Ich hab schon ein wenig Pilates und ein bisschen BBP und einmal sogar Aerobic versucht.
Fazit:
1.) Ich werde versuchen, das durchzuziehen
2.) Vielleicht gönne ich mir zwischendurch mal ein XXL-Senioren-Training
3.) Für Aerobic bin ich tatsächlich koordinatorisch zu doof
4.) Der Kauf einer Gymnastik-Matte lohnt sich
5.) Ich habe in der letzten Woche Muskeln benützt, von denen ich schon gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe - danach war mir das dann um so klarer...

Mittwoch, 5. Februar 2014

Weltkrebstag überlebt

Am 05.02. ist Weltkrebstag. Prinzipiell sind solche Tage ja immer ganz ok, um etwas Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge zu lenken. Wobei - wenn man ehrlich ist, verstreichen viele der Gedenktage ja völlig unbemerkt. Oder wusste von Euch jemand, dass am 19. 02. der Tag der Minzschokolade oder am 31.03. der Tag des Bunsenbrenners ist? Man findet da ziemlich viele eher skurrile Tage in der Liste. Und da ist es ganz gut, dass man die nicht alle kennt. Sonst müsste ich übermorgen meinen Nachbarn mit allen Fingern winken....
Gestern war also Weltkrebstag. Nicht so skurril und durchaus sinnvoll. Allerdings ist mein Fassungsvermögen, was das Thema Krebs und die neuere Forschung usw. angeht derzeit eher begrenzt. Und gestern war es mir dann irgendwann zu viel.
Praktischerweise waren wir gestern beim Fotografieren (die ersten richtigen Familienfotos seit beinahe 7 Jahren) - somit bin ich der Berichterstattung für 2 Stunden ausgekommen. Danke hier nochmal an Patty von Biba-Photodesign.

Samstag, 1. Februar 2014

neuer Comic

Ich muss gestehen, ich bin Comic-Fan.
Allerdings nicht so seltsame Hau-drauf-Zonk-BOING-Dinger, sondern so richtig gute.
Asterix finde ich nach wie vor lesenswert. Lucky Luke bringen wir gerade unseren Kindern näher. Die Peanuts oder Calvin und Hobbes, Baby Blues - alles wirklich tolle und lesenswerte und oft sehr hintergründige Kunstwerke.
In meiner Kindheit gab es noch Pferde-Cartoons mit sehr, sehr dicken Ponys. Keine Ahnung, von wem die waren, die habe ich nie mehr gefunden. Jetzt habe ich aber etwas gefunden, was in diese Richtung geht. Wenn ich mir die Ponys anschaue, könnte es sogar die selbe Zeichnerin sein. Auf jeden Fall bin ich verliebt in Fergus das Pferd. Auf Facebook findet man mehr.


Hat nichts mit Krebs zu tun? Ja und? - Macht nichts! Es gibt ja schließlich noch ganz viel Leben außen drum herum...

Donnerstag, 30. Januar 2014

ganz neue Möglichkeiten

Gestern waren wir im Klinikum Bogenhausen um mal von einem Fachmann zu hören, wie der das mit dem Wiederaufbau denn sieht.
Das Ganze war eigentlich ganz lustig. Vor allem, weil wir in einen Raum gesetzt wurden (ich will da nicht arbeiten: Untergeschoss, kein natürliches Licht - aber muss ich ja zum Glück auch nicht) und dann ungefähr 6x ein Assistenzarzt rein kam um sich kurz an den PC zu setzen, krampfhaft in den Bildschirm zu schauen und zu sagen "Oberarzt kommt gleich". Er hat mich auch 3x gefragt, ob ich zum ersten Mal da bin und ob schon operiert ist - ich bin nicht sicher, dass er es nach dem 3. Mal verstanden hatte...
Die Beratung durch den Oberarzt Dr. Dornseifer war aber echt top und er hat sich richtig lange Zeit genommen.
Er hat die gleiche Vorgehensweise wie der plastische Chirurg in Augsburg vorgeschlagen. Allerdings hat er dem Arzt aus der Strahlenklinik klar widersprochen: Es gibt keine medizinische Notwendigkeit, die OP in einem bestimmten Zeitfenster zu machen. Ich kann den Wiederaufbau IMMER machen lassen, egal wann. Er würde lediglich empfehlen, dass man bei der Entfernung der zweiten Brust die Haut erhält, weil man sonst ja schauen muss, wo man die Haut für zwei Brüste herbekommt - da wird es dann mit dem Material am Bauch schon fast knapp.
Nett ist, dass er das Ganze schildert, als wäre es ein Spaziergang. Nein, Schmerzen halten sich im Rahmen, die sind nicht so schlimm, das ist auch keine komplizierte OP, das ist reines Handwerk und nach einer Woche steht man wieder. Alles kein Problem. Bei der ersten OP würde er nur die grundlegenden Voraussetzungen schaffen und dann durch Lipo-Filling (also Fett an den Reiterhosen absaugen und oben einspritzen) dann in 1 - 3 Nach-OPs (sind dann ja nur gaaaanz kleine OPs) noch die perfekte Form geben. Das wäre also das Total-Lifting-Programm. Brüste neu, Bauch gestrafft und Oberschenkel abgesaugt...

Interessanterweise wurde nie in Frage gestellt, dass ich diese OP überhaupt machen will. Nur das WANN schien fraglich.
Er hat mich dann auch gleich zum Fotografieren geschickt. Als ich dort gut gelaunt ankam und grinste wurde ich von der Fotografin gefragt: "Finden Sie das lustig?"... Hm, nein? Wobei - eigentlich fand ich es schon lustig, dass man aus dem Fenster direkt ins Fenster des gegenüberliegenden Hochhausese schauen konnte... Für Oben-Ohne-Aufnahmen ein traumhaftes Setting  :-)

Oh, in punkto Oben Ohne: Als der Herr Dr. Dornseifer sich die Verhältnisse vor Ort (wieviel Bauchmaterial gibt es, welche Körbchengröße lässt sich draus basteln) anschauen wollte und ich meine Pulli auszog - landete die Perücke gleich mit auf dem Stuhl... Er hatte auch ne (rasierte) Glatze. Ich also: "Jetzt haben wir die selbe Frisur." Er: "Ich hab ein paar mehr" ich: "Aber meine kommen wieder" Er: "Dann haben Sie bald wieder Vorsprung."... Nur dem Assistenzarzt war es sichtlich peinlich.

Ich weiß jetzt also, was medizinisch möglich ist. Ich weiß, dass ich aus jeder Situation und zu jeder Zeit alle Möglichkeiten habe. Ich weiß, dass es dem Operateur am Liebsten wäre, wenn auf der rechten Seite noch Haut da wäre.
Was ich nicht weiß ist, ob ich das überhaupt will. Will ich tatsächlich diese OP? Will ich tatsächlich "neue" Brüste? Ich, die noch nie wert auf ihr Äußeres gelegt hat? Macht das aus mir einen anderen Menschen? Oder macht es nur das Ganze für andere einfacher? Was wäre wenn ich einfach die zweite Seite angleichen lasse (vielleicht nicht unbedingt mit Narbe quer drüber - aber darüber kann man ja sicher reden) und falls ich doch mal das Bedürfnis nach Dekolltee haben sollte greife ich auf Prothesen zurück?
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich beim Entscheiden solcher Dinge echt grottig schlecht bin? Aber irgendwann werde ich es entscheiden müssen. Wie auch immer.


Was ich Euch noch erzählen wollte (zum Thema "ganz neue Möglichkeiten"):
Ich habe jetzt auch ganz neue Möglichkeiten von Mini-Wellness: Ich kann jetzt meine Kopfhaut peelen und danach einölen. So gut ist es meiner Kopfhaut noch NIE gegangen :-)

Freitag, 24. Januar 2014

4/6 oder gekürzt 2/3 durch

Ja, ich beherrsche noch die grundlegende Mathematik. Ich kann noch Brüche kürzen :-)
Es sind nur noch 2 Chemos, dann ist das durch.
Mir geht's den Umständen entsprechend gut. Ich bin diesmal nicht ganz so müde wie die letzten Male nur das flaue Gefühl im Bauch nervt. Aber auch das vergeht wieder. Immerhin kann ich alles essen und trinken. Alles schmeckt so, wie's schmeckt. Das ist doch für so einen Gerne-Esser wie mich schon mal sehr wichtig.
Morgen belohne ich mich für das Überstehen mit einem Besuch in der Buttinette. Ich hab meiner Mama zu Weihnachten einen Gutschein für ein selbstgenähtes Dirndl geschenkt - und dafür brauchen wir jetzt noch ein paar Borten und Bänder und Tüddelkram. Das wird dann morgen (hoffentlich) ausgesucht. Falls sich meine Frau Mutter zu einer Entscheidung durchringen kann :-)
Sonst steht jetzt erst mal nichts Großes an. Doch, nächste Woche habe ich Termin in Bogenhausen zu einem Infogespräch über eine mögliche Wiederaufbau-OP. Ich tendiere ja immer mehr dazu, keine zu machen, aber um das wirklich entscheiden zu können, brauche ich Informationen vom Fachmann. Also hören wir uns das Ganze halt mal an.
Schaden kann es ja nicht. Unentschieden bin ich ja jetzt schon.

Dienstag, 21. Januar 2014

brauch mal Eure Hilfe

Heute brauche ich mal Eure Hilfe und Eure Ideen.
Ich hab ja nur noch 3 Chemos. Und ich habe beschlossen, dass ich mich jetzt nach jeder ein bisschen belohnen werde - momentan habe ich nämlich überhaupt keine Lust mehr auf den Mist und damit ich mir nicht selber durch grobe Unlust und miese Einstellung die Nebenwirkungen ans Knie binde, brauche ich einen positiven Ausgleich.
Das Ganze sollte nicht zu viel kosten (ein Wellnesswochenende nach jeder Chemo wäre toll, ist aber leider nicht finanzierbar). 
Dummerweise fällt mir nichts, aber auch gar nichts ein.
Habt Ihr Ideen? Dann bitte, bitte, bitte, hinterlasst mir einen Kommentar und macht mir einen Vorschlag. Ich wäre zutiefst zu Dank verpflichtet!

Mittwoch, 15. Januar 2014

Vorbesprechung in der Strahlenklinik - oder: ZK umsonst die 3.

Mein Onkologe hat mir ja vor Beginn der Chemotherapie schon gesagt, dass man sich nach dem 3. Zyklus in der Strahlenklinik vorstellt, um die Bestrahlungen vorzubesprechen und um zu klären, wie das dann läuft. 3. Zyklus ist durch, also hat er mir einen Termin in der Strahlenklinik gemacht. Er war ja selbst ziemlich unentschieden, ob er ZK oder eine freie Praxis präferieren würde und hat letztlich fürs ZK gestimmt.
Anscheinend ist dieses Vorgehen aber fürs ZK doch nicht normal. Der Arzt war so verunsichert, dass er vorsichtshalber in Rehling angerufen hat, ob er jetzt die Bestrahlungen zwischenschieben soll (ich hab ihm zwar dreimal erklärt, dass das nicht der Fall ist - aber besser nochmal beim Kollegen nachgefragt...). Netterweise hat er mir dann auch noch ganz genau erklärt, was "bestrahlungsinduzierte Pneumonie" heißt. Mir hat sich das Wort sowieso erschlossen, aber immerhin mal ein Arzt, der seine Patienten nicht mit dem Medizinerdeutsch alleine lässt.
Als es um die Frage Bestrahlung und Wiederaufbau ging hat er noch einen Kollegen dazugeholt.
Fazit:
Es werden 28 Bestrahlungen gemacht. Es besteht die Gefahr, dass die Lunge dabei erwischt wird (klar, ist ja nicht mehr viel drüber). Es kann sein, dass das Bindegewebe durch die Bestrahlungen vernarbt - wie sich das auf das "kosmetische Ergebnis" eines Wiederaufbaus auswirkt bzw. auf das Aussehen meiner Brust kann mir vorher keiner sagen. Es kann im Bereich der Bestrahlungen zu Wundheilungsstörungen kommen (was für einen Wiederaufbau natürlich auch nicht wirklich optimal ist) und laut Aussage des dazugerufenen Arztes sollte der Wiederaufbau 6 Monate bis spätestens 1 Jahr nach der Bestrahlung erfolgen - keinesfalls erst 3 oder 5 Jahre danach...

Ich werde mir jetzt einfach einen Termin beim plastischen Chirurgen machen und mich von dem beraten lassen und hören, was der zum Thema bestrahltes Gewebe und Wiederaufbau meint.

Samstag, 11. Januar 2014

"Bitte zusteigen! Vorsicht bei der Abfahrt" - das Gedankenkarusell dreht und dreht und dreht sich

Ich komme mir ein bisschen vor, wie auf dem Rummel. Ich mache mir momentan Gedanken um die Themen Anschlußheilbehandlung und Wiederaufbau. Und es ist echt wie Karusellfahren. Mein Hirn steigt ein, kreist immer wieder um die selben Dinge, bedenkt die Vor- und Nachteile, versucht, über den Tellerrand die Konsequenzen abzusehen, kann sie nur erahnen und steigt letztlich am selben Punkt aus, wie es eingestiegen ist. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Karusellfahren nicht mag?
Jetzt werden sich viele fragen "Was muss man bei Anschlussheilbehandlung überlegen? Urlaub auf Krankenkassenkosten ist doch ok - würde ich sofort machen." Ja, von wegen. Da gibt es ganz schön viel zu bedenken. 3 Wochen AHB bedeuten nämlich schon mal 3 Wochen ohne meine Kinder. Will ich das? Gut, ich könnte meine Kinder (oder einen Teil davon) mitnehmen - aber will ich das? Will ich, dass das Thema "Krebs", das bis jetzt für sie weder bedrohlich noch im Mittelpunkt ist, für sie durch diese 3 Wochen vielleicht erst zum Thema wird? Will ich haben, dass sie 3 Wochen lang permanent mit Menschen konfrontiert sind, die auch "krank" sind - von denen es vielleicht einigen nicht so gut geht wie mir? Will ich meine Kinder 3 Wochen aus ihrem Alltag reißen um dort dann ständig mit ihnen zusammenzuhängen. Einerseits würde uns die Nähe sicher nicht schaden, auf der anderen Seite heißt es auch um 20 Uhr im Zimmer zu sein, weil die Kinder ja irgendwann ins Bett müssen.
Also doch eher 3 Wochen ohne Kinder. Aber halte ich das aus? Und was ist, wenn ich die Kinder gar nicht so sehr vermisse, wie es sich für eine gute Mutter gehört? Muss ich dann damit klar kommen, dass ich keine "gute Mutter" bin? Und was, wenn hier alles ohne mich wunderbar funktioniert und mich die Kinder gar nicht wirklich vermissen? Verkraftet mein angeschlagenes Ego das?
Die Meinung meines Onkologen zum Thema "AHB" war eindeutig: "Ich würde nicht gehen. Für AHB gibt es zwei Gründe: 1. Geld in strukturschwache Gebiete bringen, 2. eine Möglichkeit für die Krankenkasse schaffen, ihre Arbeitsfährigkeit beurteilt zu bekommen.". Er meinte nur in Hinblick auf die 3 Kinder: "Überlegen Sie sich, ob sie einfach mal 3 Wochen brauchen, in denen Sie für niemanden zuständig sind..." Meine Anfrage auf AHB quittierte er mit den Worten: "Da machen sie besser Familienurlaub".
Tja, die Vorstellung von 3 Wochen in denen man für nichts und niemanden zuständig ist hat schon was - aber ich habe ja im letzten halben Jahr schmerzhaft gelernt, dass die VORSTELLUNG von vielen Dingen (Auszeit, mehr Freizeit, Tage im Bett, ...) eigentlich ganz nett ist - die UMSETZUNG allerdings selten dem entspricht, was man sich vorgestellt hat...
Erste Runde Gedankenkarusell beendet.
Zweite Runde: Wiederaufbau
Soll ich ihn überhaupt machen? Wenn ja, wie? Wo? Was heißt das? Ewige Schmerzen? Riesige Narben? Lohnt sich der Aufwand? Wie ist das danach im Krankenhaus? Will ich das überhaupt? Oder lasse ich einfach nur die zweite Seite auch entfernen? Was wenn ich dann in 5/10/15 Jahren feststelle, dass ich doch todunglücklich damit bin - ist ein Aufbau dann immer noch möglich oder muss ich jetzt die "richtige" endgültige Entscheidung fällen?
Hier werde ich wohl einen Beratungstermin bei irgendeinem plastischen Chirurgen machen und mir die Fragen beantworten lassen. Vielleicht kann mir der ja auch Fotos zeigen, wie das nach OP/nach ein paar Jahren aussieht... Mal sehen, ob das meine Entscheidungsfähigkeit beeinflusst...

Ansonsten hab ich jetzt doch Nebenwirkungen :-) 
Ich hab mir - was nicht unüblich ist - auf der kaputten Mundschleimhaut einen Soor geholt und spül jetzt mit irgendeinem komischen Mittel, das (wahrscheinlich) nach Orangen schmeckt (immerhin sind's keine Bananen...). 
An meine Hitzewallungen gewöhne ich mich langsam. Da das Klinikum die Stanze nochmal beprobt hat und festgestellt hat, dass dieses Gewebe tatsächlich minimal östrogenreaktiv war werde ich wohl doch Tamoxifen bekommen - da kann ich mich an Wechseljahrsbeschwerden schon mal gewöhnen, die werden mich ein paar Jahre begleiten. Bei Entfernung der Eierstöcke sowieso :-)

Ihr seht also: Mir geht es prinzipiell gut, mein Hirn spielt Jahrmarkt und irgendwie wird es sich alles in die eine oder andere Richtung klären.
Wahrscheinlich von selbst. Wahrscheinlich werde ich eine AHB beantragen, die Zusage kriegen und sie dann ablehnen, weil sie genau in die Zeit unseres Familienurlaubs fällt :-)  Dann hätte ich mir die ganzen Gedankenkreisereien sparen können... Aber so ist es ja meistens im Leben: Man sollte sich nicht so viele Gedanken um ungelegte Eier machen....

Sonntag, 5. Januar 2014

Dinge, die die Welt nicht braucht

Kennt ihr das: Wenn man erkennbar schwanger ist, erzählen einem plötzlich alle Menschen von ihren 28- Stunden-Wehen-Horror-Geburtserlebnissen. Alle. Egal, ob man das hören will, oder nicht - wenn wir ehrlich sind, will das nämlich eigentlich NIEMAND hören. Trotzdem kommt so gut wie keiner und sagt: "Mach Dir keine Sorgen, ich hab das auch schon hinter mir, das ist kein Problem, das schaffst Du. Ja, das tut weh, aber aushaltbar und danach ist nicht sofort alles vergessen - aber Hormone sind eine tolle Erfindung, die machen das dann schon."
So was würde man gerne hören. Statt dessen bekommt man die Geschichten von der Steißlagen-Zangen-Geburt, die doch noch im Notkaiserschnitt endete...
Gerne genommen auch bei Erstgebährenden - danke, beruhigt ungemein.
Alternativ wird einem gesagt, was man wie machen muss, was man keinesfalls tun/essen/trinken/denken darf usw. Besonders gute Ratschläge kriegt man übrigens von Menschen OHNE Kinder...

Ähnlich ist es, wenn man die Diagnose Krebs bekannt macht.
Entweder wird einem vom verstorbenen Onkel/Opa/Tante/Nachbarn erzählt, der bereits X Monate nach der Diagnosestellung tot war oder man bekommt gesagt, was man unbedingt tun muss oder vorher hätte tun müssen.
Ganz besonders gerne werden dann Filme oder Artikel aufgefahren mit so schönen Überschriften wie "die verschwiegenen Wahrheiten über Krebs" oder "Der Krebs-Report" oder "Krebs - das wird verheimlicht". Die Qunitessenz dieser "wissenschaftlichen" Dossiers ist meist die selbe.
a) Die Pharmaindustrie betrügt uns alle. Sie enthalten uns die wirkungsvollen aber günstigen Präparate vor, weil sie nicht daran verdienen können und geben uns teure wirkungslose Sachen, die uns krank halten
b) Die Übersäuerung des Körpers, die von unsachgemäßer Ernährung herrührt ist Schuld an Krankheiten wie Krebs, Aids, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Verstopfung (und ich bin sicher, dass das nicht alle sind)
c) Man kann Krebs durch Ernährung besiegen - oder indem man Mittel nimmt, die die Übersäuerung des Körpers ausgleichen. Gutmenschen verkaufen uns derartige Mittel für lächerliche Summen...
d) Man hat seine Erkrankung selbst herbeigeführt.
...

zu a) Ich bin prinzipiell kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Ich halte nichts davon, immer davon auszugehen, dass mich Gott und die Welt betrügt. Wenn sie es gut machen, ist es mir egal...
Ich glaube auch nicht daran, dass in der Pharmaindustrie irgendwer aus purer Menschenliebe irgendetwas entwickelt. Die sind dort, um Geld zu verdienen. Und sicherlich ist mit einer Krankheit wie Krebs, die X Millionen Mal auftritt mehr verdient als mit der Mondscheinkrankheit, die nur einige 100x auftritt. Das ist ethisch verwerflich und bedenklich - wirtschaftlich nachvollziehbar. Trotz allem bin ich überzeugt, dass auch die Pharmaindustrie wirkungsvolle Mittel bereit hält. Wie sagte ein Freund von mir letztens: "Ich bin ein großer Anhänger von Homöopathie und Naturheilkunde - aber einen reanimationspflichtigen Patienten heilt man nicht mit Handauflegen und Kügelchen." - so ist das eben im Leben.
Und ich habe in den letzten 10 Jahren die Pharmaindustrie nur wenig unterstützt. Ab und an mal Schmerztabletten, 2 oder 3x Antibiotika, ansonsten noch Narkosemittel, weil ich den Kaiserschnitt ohne ziemlich doof gefunden hätte - mehr haben die an mir nicht verdient. Weil ich ein relativ gesunder Mensch war. Da haben manche Menschen für die in Punkt c) angesprochenen Mittelchen (deren Wirksamkeit medizinisch nicht erwiesen ist - auch nicht nicht-erwiesen, schlicht nicht erforscht...) deutlich mehr ausgegeben.

zu b) Ich glaube nicht an monokausale Zusammenhänge. Die gibt es nur sehr selten im Leben. Alles hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab, dass ich es extrem unglaubwürdig finde, zu sagen "weil A, darum B". Was das Ganze für mich noch unglaubwürdiger macht ist die Tatsache, dass A nicht nur B, sondern auch noch C - H auslösen soll...
Hierzu empfehle ich jedem dieses Video. Echt sehenswert. Vor allem die letzten 2,5 Minuten.

zu c) Ich glaube, dass Ernährung sich auf unsere Gesundheit auswirkt. Dass Zucker, Weißmehl, Kaffee, Fett usw. in zu hohem Maße ungesund sind, weiß jeder von uns. Das ist nichts Neues oder Bahnbrechendes. Es heißt aber nicht, dass der Genuß von Zucker oder Weißmehl krebsauslösend ist. Hier ist es wie in ganz vielen Bereichen: Man findet für beide Seiten Studien. Es gibt die einen, die sagen: Ganz darauf verzichten hilft. Es gibt die anderen, die sagen: Krebs kann man nicht aushungern. Wenn er keine Energie mehr zugeführt bekommt, holt er sich die nötige Energie aus dem Körper des Wirtes. Krebs kann man nicht aushungern.
Jetzt muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er gehen will und welcher sich für einen selbst richtig anfühlt.
Ich halte es eher damit, in Maßen und mit Genuss zu essen, als mir alles zu verbieten - ohne Garantie, dass das irgendwie helfen würde.
Mein Onkologe hat mir von Anfang an gesagt: Es gibt keine Krebsdiät. Wenn sie das Gefühl haben, etwas essen/tun zu müssen, dann essen/tun Sie das - aber lassen Sie sich nicht einreden, dass es etwas ändern würde, wenn Sie etwas anderes gegessen/getan hätten. Und wenn man Ihnen etwas für viel Geld verkaufen will, dann passen Sie auf und hinterfragen Sie gut.
Was mich immer interessieren würde: Was machen Menschen, die wirklich daran glauben, dass das alles nur an der Übersäuerung liegt, wenn sie selbst eine Krebsdiagnose bekommen? Wankt dann das Weltbild oder stellen sie sich konsequenterweise gegen die Schulmedizin und lassen keine Chemotherapie zu?

zu d) Man hat im Leben vieles selbst zu verantworten. Das wenigste davon ist an einem bestimmten Punkt schief gelaufen oder ausgeartet. Man kann so gut wie nie sagen: "Hätte ich das nicht getan, wäre jenes nicht passiert". Da sind wir wieder bei den monokausalen Zusammenhängen. Klappt nicht. Dazu ist das Leben zu komplex.
Was ich aber sicher glaube ist, dass kein Mensch, der an einer ernsthaften Krankheit leidet - egal, welche das ist - Vorwürfe oder Vorhaltungen braucht, dass er sich das Ganze selbst zuzuschreiben hat. In dieser Situation braucht man Hilfe, braucht man Freunde, braucht man Leute, die einfach nur da sind, ohne gute Tipps und ohne Wenn und Aber - einfach nur so. Und man braucht eine möglichst gute ärztliche Versorgung. Weil das Leben schön ist und jeder das Recht hat, es so lange wie möglich zu haben und zu genießen.

So, mein Wort zum Sonntag.

Freitag, 3. Januar 2014

BERGFEST

3. Chemo durch, Hälfte überstanden.
Das Paar Socken, dass seit nem dreiviertel Jahr unvollendet ist fertig gestrickt. Am Dreieckstuch weitergestrickt, Kaffee getrunken mit ner netten Chemo-Kollegin danach noch ein paar Altlasten von 2013 erledigt und DANN die Sofa-Nordwand bestiegen.
Bis jetzt ist alles gut. Die anfänglich angeschwollenen Finger (ich habe mir schon überlegt, meine heißgeliebten Eheringe ab jetzt um den Hals zu tragen) sind wieder abgeschwollen.
Ich hab ja beschlossen, dass ich das weiterhin ohne gravierende Nebenwirkungen mache. Bis jetzt funktioniert der Plan.
So mehr philosophische (oder literarische) Ergüsse sind heute nicht von mir zu erwarten. Chemohirn lässt grüßen (ich hatte schon befürchtet, nach der Still-Demenz jetzt tatsächlich selbst für meine Vergesslichkeit und Verplantheit gerade stehen zu müssen - aber jetzt habe ich DIE Ausrede für den Rest meines langen Lebens: Call me Chemo-Brain!!!)

Sonntag, 29. Dezember 2013

Philosophisches zum Jahresende

Ich bin ja leidenschaftlicher Facebook-Nutzer und dort auch in einer Gruppe zum Thema "Brustkrebs". Dort habe ich schon eine ganze Menge wirklich tougher, netter, lustiger, toller und starker Frauen "kennen"gelernt. Immer wieder gibt es dort auch Frauen, die (noch) sehr mit ihrem Schicksal hadern, die große Angst haben oder die im Moment kein Licht am Ende des Tunnels sehen können.

Ich kann das gut verstehen. Manche Dinge im Leben (und solche nicht eben harmlosen Diagnosen gehören da eben dazu) drehen eben manchmal den Dimmer des Lebenslichtes auf "ziemlich dunkel". 

Man kommt auf seiner Bergwanderung an einen Punkt, an dem man nur noch Abgrund oder Steilhang sieht. Der Weg führt scheinbar nach unten, den Klettersteig nach oben traut man sich nicht zu oder er macht einem Angst. Man fühlt sich alleine, selbst wenn man Menschen im Rücken hat, die einen vielleicht sichern würden. Aber wer traut schon in solchen Situationen anderen? Oder so einem läppischen Gurt?
An diesem Punkt hat man nicht viele Möglichkeiten. 
Man kann sich entscheiden, das Wagnis "Steilhang" zu wagen und sich auf andere/den Gurt was auch immer zu verlassen. Das kann gut gehen und man kommt gestärkt und mit dem Gefühl, in den tiefsten Tiefen der Seele ein Steinbock zu sein, oben an.
Vielleicht hat man zwischen durch einen Durchhänger, muss sich ins Seil fallen lassen - und dann zeigt sich, ob das Sicherungssystem wirklich hält. Das kann man erst wissen, wenn man es versucht oder wenn man es wirklich braucht. Ich würde sagen: Meistens hält es, aber es gibt sicher auch den einen oder anderen Fall von "Materialermüdung". Dann fällt man unter Umständen tief.
Oder man geht den Weg weiter, der scheinbar so steil nach unten führt. Auch hier kann man nicht sicher sein, wie das weiter geht. 
Vielleicht führt der Weg tatsächlich nicht zum Gipfel sondern ins Tal. Manchmal sind Täler sehr schön. Manchmal ist der Weg ins Tal wunderbar und belohnt einen an manchem Punkt noch mit unvergesslichen Aussichten und überraschenden Eindrücken. Wer weiß das vorher schon?
Eventuell geht er aber auch nur ein Stückchen bergab um sich dann wieder bergauf zu winden und man hat mit dem kurzen Stück bergab nur ein unwegsames Stück umgangen. Es sind ja bekanntlich nicht immer die kürzesten Wege die Besten. Es kann also auch sein, dass der kleine Umweg einen trotzdem bis ganz nach oben bringt. Anders, als man es erwartet hätte, aber Ziel ist Ziel...







Welchen Weg man geht muss jeder für sich entscheiden. Nicht jeder ist ein Kopf-durch-die-Wand-Steilhang-Mensch. Muss auch nicht jeder sein. Wenn wir alle gleich wären, wäre die Welt ziemlich langweilig - oder ziemlich anstrengend...
Ich wünsche jedem von Euch einfach nur, dass er seinen Weg findet und ihn geht. Ich wünsche Euch Menschen, die mit Euch gehen, wenn Ihr jemanden braucht. Und dass Ihr - wenn Ihr das wollt - auch mal Stücke alleine gehen könnt und dürft. Sind wir ehrlich: Manchmal gibt es nichts Schlimmeres, als wenn man seine Ruhe will und ständig ist jemand da...
Ich wünsche Euch, dass Ihr - egal wie steinig der Weg ist - immer noch die Fähigkeit behaltet, die schönen, liebenswerten oder wunderbaren (und manchmal auch die komischen) Kleinigkeiten zu sehen, die um Euch herum sind und geschehen.


Und für alle Nebenwirkungsgeplagten habe ich hier eine kleine Aufstellung der mir bislang bekannten Nebenwirkungen gemacht - und dazu, was mir dabei hilft und was sie für positive Nebeneffekte haben.
Wem noch etwas einfällt kann gerne einen Kommentar hinterlassen.





Nebenwirkung
was mir dagegen hilft, geholfen hat oder auch angeblich hilft
Positives
in den Tagen nach der Chemo das Gefühl von kleinen Pelztieren im Mund oder offene Stellen
Salbeitee
Zahnpasta mit Salbei
Mundspülung ohne Alkohol (aber – wen wundert’s) mit Salbei
Ananas
wenn es ganz schlimm ist hilft angeblich pürierte Ananas in Eiswürfelformen eingefrieren und dann lutschen
man isst nicht so viel. Gerade wenn man Cortison bekommt ist ja sonst die Gefahr recht groß, dass man über seine Verhältnisse isst
Haare fallen aus
rasieren
kein Geld für Shampoo oder Friseur
kein Kampf mit Spiegel, Bürste und Föhn (oder Fön?)
Bestellung ans Universum: Locken und ohne graue Haare (ich hoffe, das wird nicht wieder durcheinandergebracht)
Übelkeit
was kleines essen (Toast etc.)
ein Glas Saft trinken
Bewegung an der frischen Luft
zur Not: MCP-Tropfen
sorgt dafür, dass ich genug  trinke und an die frische Luft komme – da ist das nämlich nicht so schlimm
Knochenschmerzen
Wärme (Wärmflasche, Körnerkissen, Badewanne)
Bewegung
zur Not: Novalgin-Tropfen
wenn es nach der Leuko-Spritze kommt zeigt es hoffentlich, dass die Produktion der Leukos funktioniert
zwingt mich, mich zu bewegen
Fatigue, schnelle Ermüdung, nicht so viel Kraft
sich jeden Tag ein bisschen was vornehmen und sich wenn’s sein muss eben auch die Ruhe gönnen, die man braucht
wunderbare Entschuldigung für alles, was man überhaupt nicht tun möchte. So eine Chance, sich ums Bügeln/Straße kehren etc. zu drücken kriegt man im Leben nicht so oft. Das darf man schon mal ausnutzen
Hitzewallungen
Salbeitee
verbraucht wahrscheinlich Kalorieren (meine Hoffnung)
man braucht nicht so viele Pullis

geschwollene Augenlider
tränende Augen
Augentrost als Globuli oder Tropfen (Euphrasia)
falls man einen Beagle oder einen Basedow hat, sieht man seinem Hund mal wirklich ähnlich…
die Bindehäute werden mal wieder richtig durchgespült

Wassereinlagerungen
Bewegung
Brennesseltee
wenn sie wieder weg sind kommt man sich soooo schlank vor

Freitag, 27. Dezember 2013

Fazit - Jahresrückblick - Rückschau - Jahresabschluss - wie auch immer...

Nachdem das Jahresende mit großen Schritten auf uns zueilt ist es jetzt wohl Zeit, für einen Rückblick. Das machen schließlich alle so. Überall wird der XYZ des Jahres gekürt, man schaut sich die lustigsten, traurigsten, ergreifendsten oder sonst wasesten Momente des Jahres 2013 nochmal an. Wenn ich ehrlich bin kann ich mich an 2/3 davon nicht mehr erinnern oder ich könnte zumindest nicht mehr sicher sagen, dass es dieses Jahr war...
Also, lasst uns loslegen, damit wir es hinter uns bringen.

Mein Mensch des Jahres 2013 ist mein Mann. Weil er immer zu mir steht, weil er mir nicht ein einziges Mal das Gefühl gegeben hat, dass sich zwischen uns etwas ändert und weil ich weiß: mit ihm an meiner Seite kann ich alles schaffen. Mein Hase, danke, dass Du bei mir bist. Ich liebe Dich.
Außerdem küre ich meine Kinder zu den tollsten Kindern der Welt (auch wenn ich sie manchmal am liebsten verwursten würde). Und ich bedanke mich bei meiner Mama und meiner Schwiegermama, die wirklich alles tun, um uns zu unterstützen.

Soviel dazu.

Meine bedrückendsten Momente dieses Jahr waren eindeutig die Besuche bei meinem Frauenarzt und beim Radiologen, als beide gemeint haben: Sieht nicht gut aus. Die Zeit bis zur tatsächlichen Diagnose war heftig, bedrückend, beänstigend, einschneidend, stressig, lebensverändernd (- naja gut, so viel hat sich im Leben nicht verändert. Aber es kling gut...)

Es gab aber auch haufenweise schöne Momente dieses Jahr. Vor der Diagnose und auch nach der Diagnose.
Besonders beeindruckt hat mich, wie viele Menschen Anteil an meinem/unseren Leben nehmen. Ich habe Hilfe von Menschen angeboten bekommen, von denen ich es nicht erwartet hätte. Die Kindergärtnerin von Theresa z. B. hat angeboten, mal nachmittags mit den Kindern spazieren zu gehen oder zu spielen, damit ich etwas Ruhe habe. Wir kennen uns nur aus dem Kindergarten. Ich fand sie immer schon nett - aber sie hätte das nicht anbieten müssen. Hat sie aber. Und das hat mich wahnsinnig gefreut.
Ich habe von zwei alten Freundinnen (also "alt" im Sinne von "langjährig") einen supertollen Adventskalender geschenkt bekommen. Hätten sie nicht gemusst, haben sie aber gemacht.
Ich habe Bücherspenden und Kinokarten bekommen von Menschen, die mich zwar persönlich kennen, die aber nicht zu meinem engsten Freundeskreis gehören. Hätte keiner gemusst - und trotzdem haben Menschen das gemacht.
Ein Freund von dem ich es am allerwenigsten erwartet hätte hat mich im Krankenhaus besucht, obwohl er sichtlich Angst davor hatte, was ihn dort erwartet. Aber er hat es trotzdem getan.
All das war und ist wahnsinnig schön zu erleben. Mich haben Menschen in den Arm genommen, mit denen ich seit Jahren nicht mehr als ein "Hallo" gesprochen habe - und die Anteilnahme war nicht geheuchelt, sondern echt.
Ich habe im Internet und bei der Chemo sehr nette, starke, tolle Menschen kennengelernt, die ich bereits jetzt nicht mehr missen möchte, mit denen ich lustige und manchmal auch tiefschürfende Gespräche geführt habe und bei denen ich froh bin, sie jetzt in meinem Leben zu haben.
Meine Kollegen, die früher "nur" Kollegen waren - immerhin sind wir eigentlich alle Einzelkämpfer in unserem Job - sind näher gerückt. Uns verbindet jetzt tatsächlich Freundschaft - nicht nur die Arbeit. Natürlich nicht mit allen, aber mit ein paar.
Selbstverständlich haben sich auch Menschen verabschiedet. Vom einen oder anderen bin ich ein bisschen enttäuscht. Was mich z. B. ärgert ist, wenn man meiner Mama erzählt, man wolle sich unbedingt bei mir melden und es ginge einem so nahe - und es dann in 3 Monate nicht mal zu einer E-Mail schafft. Das braucht's nicht. Es muss sich keiner bei mir melden - ich bin auch keinem böse, der sich nicht meldet. Aber die große Ankündigung und dann nichts finde ich schwach.
Das wird aber locker von den vielen positiven Eindrücken überlagert.

Dann ist da noch die Sache mit dem "lebensverändernd".
Ein bisschen was in meinem Leben hat sich geändert - und trotz allem ist der Großteil gleich geblieben.
Ich arbeite momentan nicht - und das fehlt mir sehr. Und weil mir das fehlt (und wegen der Hormone und wegen 10000 anderer Dinge) bin ich momentan schneller mal unausgeglichen und genervt.  Das ist wohl die einschneidendste Veränderung, die es gegeben hat. Und ich brauche jetzt Mützen, weil es oben ohne einfach zu kalt ist. Dafür brauche ich jetzt keinen Fön mehr. Und kein Shampoo. Ich rechne in Chemo-Zyklen, weil ich weiß: am Chemotag und am Tag danach muss ich mehr Pausen einplanen. Und ich gehe bedeutend öfter spazieren als früher. Außerdem habe ich ca. 500g abgenommen - soviel in etwa hat die abgenommene Brust gewogen und ich bin jetzt quasi "oiseitert" oder "oaseitert" (einseitig).
Das war's aber schon an "großen" Veränderungen.
Ansonsten bin ich immer noch so, wie ich vorher auch war. Klein, gemein, voll schwarzen Humors, etwas morbid aber auch hilfsbereit, fröhlich und zu jedem Scheiß zu haben. Ich kann mich nach wie vor über die Ungerechtigkeit des Lebens amüsieren oder über die Dummheit mancher Menschen aufregen. Mit mir kann man nach wie vor über alles und nichts reden und es gibt immer noch viele, viele Themen, die nichts mit meiner Erkrankung zu tun haben. Ich sehe nach wie vor pragmatisch-optimistisch in die Welt, auch wenn mich manchmal ein Hauch von Angst anfliegt. Angst vor Rezidiven, vor Neuerkrankung, davor, dass meinen Kindern das selbe Schicksal blühen könnte. Aber die hatte ich vorher schon (halt ohne die Angst vor Rezidiven)...
Es ist also eigentlich noch alles so wie vorher.

Es gibt vieles im Jahr 2013, für das ich dankbar bin, es gibt ein bisschen was, auf das ich durchaus hätte verzichten können - aber im Schnitt war es ein Jahr, das genauso gut oder schlecht war, wie alle anderen auch.
Ich beende es, wie ich es angefangen habe: Glücklich

Sonntag, 22. Dezember 2013

fröhliche Weihnachten


Ich wünsche euch allen schöne, friedliche und stressarme Weihnachtstage. Lasst einfach mal den Alltag hinter Euch, holt Luft und genießt die Zeit mit Eurer Familie, mit Freunden oder auch mal alleine.

Für 2014 wünsche ich allen natürlich Gesundheit. Lasst es Euch gut gehen. Pfeift drauf, wenn einer mal blöd schaut, passt auf, dass Ihr selbst nicht aus dem Rahmen fallt. Und auch wenn man das eine oder andere nicht gleich scharf sieht - nicht so schlimm. Vertraut auf Euch und auf das Leben - vieles klärt sich von selbst.

In diesem Sinne: Habt ein tolles Jahr 2014 mit vielen schönen Überraschungen, ein paar guten Freunden und lieben Menschen um Euch herum. 
Ich wünsche Euch, dass ein paar Eurer Wünsche in Erfüllung gehen und es ein paar Dinge geben wird, an die Ihr Euch in 12 Monaten gerne zurückerinnert.
Habt Spaß, genießt das Leben und macht die Welt im kommenden Jahr ein bisschen besser.

Ganz liebe Grüße,
Julia 

ausnahmsweise mal ein Post, den es zu unterschreiben gilt...

Montag, 16. Dezember 2013

zur Abwechslung mal ein paar rührende Filmchen...

Oh mein Gott, ich habe eine Schreibblockade....
(Ihr müsst Euch jetzt vorstellen, wie ich hektisch hin und her laufe und mich dann theatralisch auf den Schreibtischstuhl sinken lasse, den Handrücken der rechten Hand an die Stirn gelegt und mich der Verzweiflung hingebe......)

Ok, ohne Witz: Mir geht's gut und es tut sich hier nichts, weil einfach vorweihnachtlicher Trubel angesagt ist, da ist keine Zeit für was anderes. Nur soviel: Ein Magen-Darm-Virus mag gemein sein, hat aber den großen Vorteil, dass man dadurch unheimlich schnell die Giftstoffe der Chemo aus dem Körper bekommt.....


Und weil mir tatsächlich nichts einfällt, was ich schreiben könnte, kriegt ihr jetzt ein paar Filme, die ich persönlich schön finde. Vorsicht, Taschentuch bereit halten, ist schon ein bisschen rührend.

Als erstes hätten wir hier einen Film, der etwas überraschend - aber trotzdem sehr rührend ist.
Und dann hätten wir noch die Werbung der deutschen Telekom. Ich telefoniere ja nicht mal über die - aber die Werbung erzählt von einem besonderen Projekt: Dem Tutu Project. Und das wiederum ist wirklich etwas Tolles. Schaut Euch doch mal die Bilder auf der Seite an. Ich finde es herzergreifend, was dieser Mann für seine Frau (und wie er zugibt auch für sich) tut. Und es sind tolle Bilder. UND ich liebe solche ausgefallenen Ideen. (Und: Ja, ich weiß, dass ich die Seite zweimal verlinkt habe, aber ich finde das Ganze so toll...)


Freitag, 13. Dezember 2013

Morphen für Anfänger

Kennt ihr das, wenn man am PC simuliert, wie ein Mensch aussähe, wenn er was weiß ich was wäre. Also z. B. wenn er 20 Jahre älter wäre oder wenn er rote Haare hätte oder wenn er sich die Nase operieren ließe....
Das nennt man Morphen.
Dazu braucht man normalerweise ein Programm und wahrscheinlich muss man das auch bedienen können, um anständige Ergebnisse zu erzielen.

Wir machen das für Anfänger. Wir schauen uns an, wie sehr mir meine Kinder ähneln würden, wenn wir alle die selbe Frisur hätten:




Beeindruckend, was man mit so wenig Technik machen kann, oder? Und, wer sieht mir am Ähnlichsten?

Montag, 9. Dezember 2013

blöde Kombination

So, uns hat's alle erwischt.
Das Krümelchen hat ja schon am Nikolaustag gespuckt. Wir anderen hatten noch einen Tag Pause - aber Sonntag war es dann bei uns allen so weit. Der Große und die Mittlere haben bei der Oma angefangen, ich hatte Durchfall und Jürgen hatte den ganzen Tag Magenschmerzen. Der ist dann erst abends über der Toilettenschüssel kollabiert. Gar nicht so lustig, wenn jemand in der Position (und bei diesem Anlass) ohnmächtig wird.
Ich habe mir dann heute tatsächlich einen knallroten Tag genommen. Nachdem ich heute nacht nicht wirklich viel geschlafen habe (man hört ja auf jedes Husten der Kinder und wartet nur darauf, dass man irgendwo ein Bett abziehen oder einen Kübel leeren muss - und Kinder werden soooo kuschelig, wenn sie krank sind), habe ich den ganzen Tag auf dem Sofa verbracht. Die 20 Minuten spazieren mit meiner Mama waren dann wirklich gut - aber alleine hätte ich mich heute tatsächlich nicht aus dem Haus getraut.
Heute ist also einer der Tage, an denen ich meiner Mama und meiner Schwiegermama wirklich dankbar bin, dass sie einfach da sind, wenn man sie braucht.
Die Kinder kamen also heute abend wieder völlig fit von der Oma und haben das Ganze hoffentlich hinter sich.
Jürgen steht auch wieder und bei mir fühlt es sich auch so an, als ginge es wieder bergauf.
Ich hätte jetzt Lust auf ne Pizza - aber das wäre für heute vielleicht doch ein bisschen zu viel für meinen Magen.
Insgesamt kann man sagen, dass ein Magen-Darm-Virus an sich schon nicht wirklich angenehm ist. Aber ein Magen-Darm-Virus auf kaputtes Chemo-Immunsystem und das dann noch mal 5 - das ist tatsächlich alles andere als schön. Und jetzt ist es hoffentlich vorbei...

Freitag, 6. Dezember 2013

Ampel-Model die Zweite

Ihr erinnert Euch noch an das Ampel-Model? Das mit der roten Woche nach der Chemo und so weiter?
Ich habe jetzt beschlossen, das zu modifizieren. Ich mache in der roten Woche (also in der Woche nach der Chemo) einfach die Sachen im Haushalt, die ich noch mehr hasse, als alle anderen (ich mag ja prinzipiell überhaupt keine Hausarbeit) - dann kann ich nach einer halben Stunde aufhören und ein bisschen vor mich hinjammern und mich aufs Sofa verkrümeln... Nach dieser Methode habe ich heute unsere Speisekammer aufgeräumt - und immerhin wieder 30cm Durchgangsbreite am Boden geschaffen :-)

Leider hat meine Kleinste den Plan den Rest des Tages NICHTS zu tun damit zu Nichte gemacht, dass SIE den Rest des Tages gekotzt hat. Ich habe also dafür drei Maschinen Spuck-Wäsche gewaschen und das dreiviertelte Wohnzimmer, Teile des Gangs und das Klo geputzt. Im Nachhinein hätte es sich gelohnt, einfach einen Kübel Wasser zu holen und das ganze Erdgeschoss zu putzen. Aber he: Ich bin in der roten Woche. Keine Hausarbeit...

Wenn das mal keine super Ausrede ist, oder?

Der Vorteil ist: Wenn man was zu tun hat, kriegt man keine Nebenwirkungen. Hat man nämlich überhaupt keine Zeit dafür. Auch so ein netter kleiner Magen-Darm-Virus hat also seine guten Seiten. Ich hoffe dennoch, dass ihn die beiden Großen nicht aufgegriffen haben, ich will nämlich morgen abend auf eine Party gehen - und ich kann keine kotzenden Kinder zur Oma geben... Außerdem hoffe ich natürlich, dass ich ihn nicht habe - aber welcher anständige Virus mag schon in einem Chemo-Körper wohnen? Ich würde das nicht wollen.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

unverkennbare Ähnlichkeit


Wenn wir ehrlich sind, haben der Engel und ich exakt die selbe Frisur.
Er hat die schönere Kopfform - aber da muss ich wohl jetzt damit leben...
Dafür hab ich den schöneren Pulli :-)




Was gibt es Neues: Ich hatte heute die zweite Chemo (und hab wieder 5 Stunden gebraucht). Fünf Stunden auf einem Stuhl sind der Horror - auch wenn man die Beine hochmachen kann. Ich hatte was zum Stricken dabei - aber nach den ersten 100 g Wolle war das auch nur noch bedingt spannend. Lesen war auch anstrengend. Man kriegt nämlich in der ersten Infusion Fenistil mit - und das macht ja bekanntlich müde. Dafür habe ich gleich noch nen Auftrag für einen Schal mitgenommen. Ist ja auch nicht schlecht. Den mach ich dann bis nächsten Donnerstag oder Freitag - bis ich halt zur Blutkontrolle gehe.

Jetzt heißt es abwarten, wie ich die zweite vertrage. Naja, die Haare können mir ja schon mal nicht mehr ausgehen. Die haben wir gestern noch völlig rasiert, weil die Stoppeln ja (wie unten erwähnt) ausgingen - aber nur sehr schwer von selbst ausfielen - und so tote Haare am Kopf jucken wie die Sau. Also weg damit. Sind ja eh schon hin. Passend zum Advent habe ich also jetzt die Christbaumkugel. Vielleicht darf Theresa sie ja mal bemalen. Vielleicht auch nicht - das Entscheide ich spontan.

Aber ihr müsst zugeben, dass die Ähnlichkeit zu diesem Engel schon gegeben ist, oder?

Dienstag, 3. Dezember 2013

Leo-Look

Gestern stand ich beim Ins-Bett-Bringen meiner Kinder neben dem Hochbett und meine mittlere Tochter hat ständig an meinen Stoppeln rumgezupft. Ich hab mir die ganze Zeit gedacht, was sie da wohl macht. Ihr hat es sichtlich Spaß gemacht. Als ich dann am Spiegel vorbeikam, war mir klar, was sie da gemacht hat....
Die Stoppeln sind alle locker und überall, wo sie rumgezupft hat, sind jetzt weiße Löcher im braunen Flaum. Sie hat also munter Muster auf meinem Kopf gebastelt. Und ich seh jetzt aus, wie ein Leopard (wo doch Leo-Look noch nie meines war...)