Montag, 3. März 2014

Noch ein ganz besonderer Dank

Heute muss ich noch einen ganz besonderen Dank loswerden.
Mein allerliebster Lieblingshase hält es nämlich jetzt schon genau 9 Jahre mit mir aus. Heute vor 9 Jahren habe ich den ersten Kuss von ihm bekommen - und ich weiß bis heute nicht, wie ich vom Auto in meine Wohnung gekommen bin, so durch den Wind war ich. Da hat alles gekribbelt, da waren Horden von Schmetterlingen im Bauch, da klingelte die Seele und das Herz pochte und alles war auf einmal richtig und vollständig.

Hase, ich liebe Dich über alles. Ich danke Dir, dass Du seit 9 Jahren mit mir durch Dick und Dünn und über alle Höhen und Tiefen gehst. Danke, dass Du immer für mich da bist, dass wir wundervolle Kinder haben, dass wir uns gemeinsam Träume verwirklichen - und dass wir nach wie vor von ähnlichen Dingen träumen. Danke, dass Du mich nimmst, wie ich bin und mich vollständig machst.
Ich bin froh, Dich zu haben.

Steckbrief

Ich wurde von einer Freundin aufgefordert, einen Steckbrief zu erstellen, hier also bitte schön:

Name: Julia 

Spitzname: Julchen, Jul, Jule
Geburtstag: anno 1977...
Geburtsort: Wertingen
Größe: 1,63
Gewicht: ich hab keine Waage, aber geschätzte 15 kg zu viel... Ich schiebs aufs Cortison und will nichts anderes hören. Und ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wieviele Jahre Cortison nachwirkt.....
Augenfarbe: grün-braun
Haarfarbe: derzeit nicht verfügbar - und dann wird's spannend :-)
Lieblingsfarbe: ROT
Lieblingsessen: Rouladen mit Spätzle, Sunntas-Brahla, Rindersteak (medium)
Lieblingssong: "Steh auf" von den Toten Hosen, in romantischerer Stimmung gerne auch mal "You'll be in my heart" von Phil Collins. "You raise me up" oder "Hallelujah" oder "Little Fighter" oder....... gehören auch noch in die engere Auswahl. Ich kann mich nicht entscheiden. Ich mag gute Musik mit Beat und mit Melodie und mit Sinn.
Lieblingsfilm: ich mag nach wie vor "Pretty Woman" und ich liebe den Walt Disney "Robin Hood" und "Shrek" und die Kurzfilme von Pixar, "Jenseits der Stille" ist toll, "Hinter dem Horizont" fand ich damals auch nicht schlecht, "Das Piano" hab ich wirklich oft gesehen, "Hidalgo"fand ich auch gut. "Much Ado About Nothing" war ebenfalls toll - und je länger ich nachdenke, desto mehr fallen mir ein....
Lieblingsbuch: "Der kleine Prinz", die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett und die Mittelalterkrimis von Andrea Schacht. Außerdem "Der Medicus", "Die Säulen der Erde", "Anleitung zum Unglücklichsein", "Herr Röslein", "Ferien auf Saltkrokan" (und fast alle anderen Astrid LIndgren Bücher) und ganz viele Kinderbilderbücher.
Lieblingsserien: Monk, Dr. House, The Big Bang Theory, Shaun das Schaf
Hobbys: Lesen, Musik, Nähen, Stricken, Häkeln, Puzzles, mich mit Freunden treffen, Bloggen
Beruf: Diplom Schlauberger ... (ok, die offizielle Bezeichnung lautet Diplom Sozialpädagogin (FH)  ) und MUTTER (also Mädchen für Alles)
Stärken: ich kann gut zuhören, ich bin super im Reframen, ich kann meistens klar denken, ich bin in der Lage, mir eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten, ich bin immer für Freunde da, ich lasse mir selten die gute Laune verderben, ich bin verlässlich, deutsche Rechtschreibung und Grammatik...
Schwächen: Schokolade, Haushalt, momentan sehr schlechte Nerven
Ziele: 85 werden
Lebensmotto: "Kopf hoch, auch wenn der Hals schmutzig ist"
Das mag ich: Ehrlichkeit, Sonne, Hängematten, Pferde, Katzen, Hunde, meinen Mann und meine Kinder, Eis, Spätzle, Musik, Kino, 200g medium gebratenes Rinderhüftsteak mit Salat, Tunkeier, barfuß am Strand laufen, Hühnergötter suchen, auf nem Berg stehen, Spazieren gehen, Sterne, baden, lesen, Schokoladenkuchen, Geburtstag, Weihnachten, Silvester, lange schlafen (und noch ungefähr 2 Mio andere Dinge)
Das mag ich nicht: angelogen werden, Menschen, die andere ausnutzen, Rosenkohl, Leber, Bananen, pink, die Vorstellung eines langsamen und qualvollen Todes, Geldsorgen, Angst, Horrorfilme, Psycho-Thriller, Techno (und weitere 2 Mio Dinge)
Haustiere: Hund, Katze, Urzeitkrebse (3 Kinder und einen Mann)
Raucher?: Nein
Lieblingseis: Joghurt
Piercings/Tattoos: Ohrlöcher und ein Tattoo
Einfach oder kompliziert: Kann ich nicht sagen, müssen die anderen beurteilen. Ich würde ja behaupten total einfach...
Schuhgröße: 38
Geschwister: 1 Bruder
Lieblingsradiosender: Bayern 2, Rock Antenne
Idole: keine, als Kind: meine Cousine und Jutta
Wie viele Kinder willst Du?: ich hab alle, die ich wollte
Mit was sollte man Dich nicht alleine lassen?: mit Schokolade
Deine Grundstimmung: pragmatisch optimistisch
Was trägst Du beim Schlafen?: T-Shirt
Lieblingstier: Giraffe, Erdmännchen
Deine Merkmale: Raumeffizienz
Bist Du verliebt?: Ja, seit 9 Jahren in den selben Mann
Schon mal ein Mädchen geküsst?: Nein, ich bin stock-schwul
Worte, die Dich so sehr berührt haben, dass sie Dir nicht mehr aus dem Kopf gehen:
"Ich wollte kein zweites Kind", "Hättest Du was getan, hättest Du ein gutes Abitur machen können", "Ich bin stolz auf Dich", "Ich liebe Dich", "Mit Dir kann ich alles schaffen"
Bereiste Länder: Ich hab noch kein Land "bereist", aber ich war schon in: England, Frankreich, Irland, Türkei, USA, Deutschland, Österreich, Italien, Tschechei, Dänemark
Bist Du oft krank?: Nein, aber wenn, dann gscheit...



So, wer Lust hat, kann das jetzt auch für sich machen :-)



Samstag, 1. März 2014

Freundschaft ist...

... kurz durchläuten und fragen, wie es einem geht
... gemeinsam Frühstücken und dabei über Gott und die Welt plaudern
... gemeinsam bis nachts um halb drei den Fasching verweigern
... ein Engelchen geschickt bekommen
... sehen, dass man online ist und angechattet werden
... Bücher tauschen
... zuhören und nachfragen
... miteinander reden, lachen schweigen
... vielleicht auch mal miteinander weinen
... sich in den Arm nehmen, wenn einer das braucht
... lange nichts voneinander hören und dann da anknüpfen können, wo man aufgehört hat
... sich zu mögen und aneinander zu denken
... auszuhalten, dass es Phasen gibt, in denen man keinen Platz im Leben des anderen hat
... miteinander kochen und essen
... miteinander Musik machen
... stundenlang über völlig belanglose Dinge quatschen können
... nichts sagen zu müssen
... gemeinsam spazieren zu gehen
... jemanden zu haben, mit dem man seine Gedanken, Wünsche, Träume und Ängste teilen kann
... so sein zu dürfen, wie man ist
... ehrliche Rückmeldungen zu bekommen - auch zu schwierigen Themen
... trotzdem seine eigenen Entscheidungen fällen zu dürfen
... in schönen und in schlimmen Situationen im Leben nicht alleine zu sein
... nachts um 3 jemanden anrufen können, weil man unbedingt jemanden braucht




Ich habe im letzten halben Jahr festgestellt, dass ich doch einige Freunde habe. Bei manchen habe ich das Gefühl, dass in der Zeit aus Bekanntschaften Freundschaften wurden. Das ist ein schönes Gefühl. Und ich danke Euch allen, dass Ihr da seid, dass es Euch gibt, dass Ihr einen Teil meines Weges mit mir geht.
Ihr seid toll und es ist schön, dass es Euch in meinem Leben gibt.

Danke

Dienstag, 25. Februar 2014

"Heute war ein schöner Tag...

... mit allen, die ich gerne mag".
Der Satz ist aus einem der Lieblingsbücher meiner Kinder.
Heute war so ein Tag. Na gut. Nicht mit "allen" - das wäre auch ein bisschen viel. Aber immerhin schon mal mit zweien.
Vormittags war ich bei meiner mittlerweile langjährigen Freundin Christina zum Frühstücken eingeladen. Es tut gut, sich mit jemandem einfach über alles mögliche zu unterhalten. Und da wir beide 3 Kinder haben und somit seit Jahren beim Kaffeetrinken auch gleichzeitig Kinder bändigten, genießen wir es jetzt so richtig, dass wir uns vormittags treffen können - und man sich in Zimmerlautstärke unterhalten kann, keiner dabei die Schränke ausräumt oder irgendwas erwischt, was er nicht haben soll. Einfach zwei Stunden in Ruhe am Tisch sitzen, essen, was man will, trinken, ohne dass man nen Lumpen braucht, ratschen ohne ständig durch ein "Mama, Maaaamaaaa" unterbrochen zu werden......
Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Kinder wirklich, aber Unterhaltungen ohne sie sind wesentlich einfacher :-)

Heute nachmittag hatten wir dann Besuch von Nina, einer neueren Freundin.Sie hatte letztes Jahr ihr Pferd hier stehen und es freut mich wirklich, dass der Kontakt nach ihrem Stallwechsel nicht abgerissen ist. Es gibt ja im Leben immer mal Leute, die nur kurze Gastspiele geben - ich hoffe, dass das in dem Fall nicht so ist. Mit ihr kann man nämlich richtig albern sein und obwohl ich theoretisch ihre Mutter sein könnte (wenn ich relativ früh angefangen hätte) ist doch eine ähnliche Wellenlänge vorhanden. Und Menschen, mit denen mal lachen kann sind schließlich Gold wert, oder?

Heute war insgesamt also einfach ein schöner Tag. Ohne große Anforderungen, ohne groß Tamtam, einfach nur mit normalen, netten Leuten und guten Gesprächen und Sonne und frischer Luft.
Balsam für die Seele und Kraft für die Dunkeltage, die noch kommen werden.

Danke auch an Euch!

Donnerstag, 20. Februar 2014

die Sache mit dem Glück

Ich hab ja schon ein paar Mal erwähnt: Ich bin glücklich. Wirklich und tief empfunden.
Ich habe den tollsten Mann der Welt, auch wenn er schnarcht und seine Wäsche vor dem Bett sammelt.
Ich habe die tollsten Kinder, auch wenn sie laut sind und nicht immer folgen und manchmal die Ohren auf Durchzug schalten.
Ich habe klasse Omas, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind und wir manchmal aneinandergeraten.
Ich habe wunderbare Menschen um mich herum, die mich überraschen, mich zum Lachen bringen, mich in den Arm nehmen und manchmal auch einfach nur mal kurz anrufen oder mailen.

Insgesamt bin ich also ein vom Leben verwöhnter Mensch, ein Glückskind.

Vielleicht bin ich aber auch nur glücklich, weil ich mich nicht danach sehne, unglücklich zu sein.
Weil ich nicht auf Gedeih und Verderb versuche, mein Leben mit Schwierigkeiten und Problemen vollzupacken.
Weil ich im Hier und Jetzt lebe und nicht viel Sinn darin finde, die Vergangenheit zu überhöhen und/oder mich danach zu sehnen.
Weil ich nicht dazu neige, anderen die Verantwortung für mein Leben zu geben oder für Dinge, die nicht funktionieren die Schuld zu verteilen.
Weil ich vieles von dem, was ich habe, durch harte Arbeit und wirkliches Kämpfen erreicht habe.
Weil ich mich schon durch einiges durchbeißen durfte.
Weil ich zwar oft nicht weiß, was ich will, aber meist ganz genau, was ich NICHT will.
Weil ich weiß, dass ich das allermeiste, was das Leben auf Lager hat, packen kann - und mit meinem Mann gemeinsam kann ich ALLES schaffen.
Weil ich so ziemlich den größten Dickschädel habe, den man sich vorstellen kann - kampflos aufgeben ist daher keine Möglichkeit.
Weil ich an mich/uns glaube.
Weil mit Humor das meiste viel leichter zu ertragen ist. Und wenn der Humor schräg genug ist, findet man beinahe überall irgendetwas Komisches - so wie das Leben an sich.
Weil ich bereit bin, positive Dinge zu sehen und mich darüber zu freuen.

Stellt sich also jetzt die Frage: Bin ich glücklich, weil mein Leben so toll ist oder ist mein Leben so toll, weil ich ein glücklicher Mensch bin? Wahrscheinlich ist das eine Frage, die genauso wenig zu klären ist, wie die Frage, wer zuerst da war - Henne oder Ei...
Und ganz ehrlich: Es ist mir völlig egal - Hauptsache, es bleibt so.
In diesem Sinne: Auf das Glücklichsein!!!


Mittwoch, 19. Februar 2014

soooo tolle Fotos

Ich hab Euch ja schon versprochen, dass ich Euch ein paar zeige und hier sind sie. Die supertollen Fotos von Patrizia Lofner (Biba Photodesign in Meitingen)













Dienstag, 18. Februar 2014

"Ich bin wieder hier...

... in meinem Revier, war nie wirklich weg, hab mich nur versteckt..." und das, obwohl ich Westernhagen gar nicht wirklich gerne mag - aber es passt. Ok, zugegebenermaßen nur dieser Teil des Liedes - aber ich finde, man sollte die Ansprüche nicht zu hoch schrauben.

So ist es. Ich hab mich versteckt. Aber jetzt geht's wieder aufwärts.
Nachdem ich mit dem Antibiotikum jetzt "In und Out" gemacht habe (rein, schlucken, kotzen), darf ich es weglassen. Seither geht es mir schon viel besser. Ich verstehe Bulemiker - Übergeben kann befreiend sein...
Aber unabhängig von den unappetitlichen Bereichen des Ganzen:
Ich stehe wieder. Wacklig zwar, aber doch auf meinen Füßen. Und somit geht es jetzt wieder aufwärts. Wohin auch sonst?

Sonntag, 16. Februar 2014

Abs und Aufs

Trotz aller positiver Einstellung und dem Glauben an Heilung und dem Verweigern von Nebenwirkungen gibt es einfach Tage, an denen es einem nicht gut geht.
Ich hatte seit Mittwoch ein derartiges Loch. 
Als mir mein Onkologe dann am Donnerstag eröffnet hat, dass er die Chemo nicht machen will, hätte ich fast den Boden unter den Füßen verloren. Jetzt könnte man natürlich sagen, es hätte keine großen Unterschied gemacht, ob sie am Donnerstag oder am Montag läuft. Aber doch - das hätte es schon. Für mich. Warum kann ich nicht mal genau erklären. Es hat mich so viel Überwindung gekostet, da am Donnerstag hinzugehen. Ich hatte für Donnerstag und Freitag schon alles geregelt mit den Kindern. Es war für mich ein mentaler Stichpunkt, am 13.02. meine vorletzte Chemo zu bekommen - und wenn das nicht geklappt hätte, hätte sich ein richtig tiefes Loch aufgetan.
Der Kompromiss war ja, die Chemo läuft und ich nehm Antibiotika. Antibiotika und ich  - wir vertragen uns sehr selten. Ich reagiere darauf meist mit Übelkeit und/oder Durchfall. Kein Wunder also, dass es diesmal nach der Chemo einfach härter war, als die vorherigen Male.
Die letzten 3 Tage habe ich nachmittags zwei Stunden komatös auf dem Sofa verbracht. Insgesamt fühle ich mich noch ziemlich wackelig - aber es geht langsam bergauf.
Nichtsdestotrotz merkt man, dass so eine Chemotherapie einfach kein Spaziergang für den Körper ist und dass 5 Monate Nichts-Tun nicht eben förderlich für die psychische Gesundheit sind. 

So, und jetzt geht es wieder aufwärts. Gestern saß ich eine Stunde in der Sonne im Liegestuhl und habe das Frühlingswetter genossen. Ich habe die ersten Schneeglöckchen im Garten entdeckt, die Tulpen wachsen wie wild und die Vögel können sich gar nicht mehr beruhigen. Auch wenn heute das Wetter eher trüb ist - insgesamt stehen die Zeichen auf Frühling. Und Frühling heißt: neue Lebenskräfte, Sonne und viel frische Luft. 
Und wenn ich wieder graue Minuten habe, dann schau ich mir die Fotos von Patty an und muss Lachen und dann ist eh schon alles nicht mehr so schlimm.
Die Fotos zeige ich Euch, wenn ich alle habe. Patty hat nämlich ein wirklich tolles Fotoshooting mit uns gemacht und mir vorab schon mal ein paar gezeigt, mehr wird aber noch nicht verraten :-)

Freitag, 14. Februar 2014

Krankengeld

Nachdem ich kürzlich über die Krankenkasse geschimpft habe, muss ich jetzt natürlich auch sagen, dass mein Krankengeld mittlerweile da ist. Nachdem ich die drei Abrechnungen gemailt habe und nach 4 Tagen nachgefragt habe, wurde mir gesagt, dass das Krankengeld berechnet und auf den nächsten Tag angewiesen sei - und tatsächlich war es am nächsten Tag da. Hut ab!
Ich habe mich natürlich dann auch bei meiner Sachbearbeiterin freundlichst bedankt. Man darf diese armen Menschen ja nicht immer nur anmaulen.
Mal sehen, was dieses Kapitel in Zukunft noch bringen wird.

Donnerstag, 13. Februar 2014

nur noch eine ...

Ich hab ja seit über einer Woche eine Erkältung. Mieser fester Reizhusten, Nebenhöhlen ein bisschen zu. Kein Fieber, nichts Ungewöhnliches für die Jahreszeit. Ich war beim Arzt, Lunge so weit ok.
Ich bin ja momentan etwas therapiemüde. Gestern abend hatte ich das heulende Elend, weil mir schon beim Gedanken an die Chemo übel und flau im Magen wurde. Es hat mich also wirklich Überwindung gekostet, da heute hinzugehen. Und dann sag ich Doofkopf zur Assistentin: "Ich hatte schon Angst, dass sie wegen der Erkältung nicht laufen kann.". Sie hat mich daraufhin gefragt, ob ich Fieber hatte/habe (nein) und gemeint, sie würde ihn (Dr. Hochdörfer) fragen. Und dann kam sie, hängt mich ab und sagt: "Er hat entschieden, wir machen sie nicht. Montag nochmal kommen." Auf Nachfrage hat sie gemeint, die Blutwerte wären ok - und dann hab ich doch einfach nochmal mit ihm gesprochen.
Dr. Hochdörfer hat dann gemeint, er würde es nicht machen und auch seiner Frau nicht empfehlen - aber er könne durchaus verstehen, dass ich das Ganze gerne rum hätte.
Als ich ihn fragte, was denn im schlimmsten Fall passieren könne meinte er: "Im schlimmsten Fall sterben Sie."
Nachdem er mich abgehört und meine Mandeln angeschaut hat, hat er dann gemeint, dass mit 60-70%Wahrscheinlichkeit gar nichts passieren wird, ich mit 20 % Wahrscheinlichkeit eine Lungenentzündung bekomme und mit 10% Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus müsste. Seine Empfehlung war dann: er gibt mir Antibiotika und wir machen die Chemo am Montag.
Und im Endeffekt haben wir uns auf: Chemo heute + Antibiotika geeinigt.

Jetzt werde ich natürlich alles daran setzen, am nächsten Donnerstag zur Blutuntersuchung zu gehen und danach zu ihm - und so fit wie nur irgendwie möglich zu sein!
Hoffentlich vertrage ich die beiden Antibiotika - das ist bei mir ja nicht immer so sicher.


Mittwoch, 12. Februar 2014

Frühjahrsputz

Ich habe ja schon ein paar Mal erwähnt, dass ich nicht unbedingt die super Hausfrau bin.  Deshalb mache ich den selten bei mir zu Hause in der Wohnung. Nichtsdestotrotz mache ich ihn mental.
Und weil das Wetter so frühlingshaft ist, ist jetzt wohl die richtige Zeit dafür.
Ich kann Euch das nur empfehlen.
Überlegt Euch mal, was Euch gut tut und was nicht. Überlegt Euch, von was Ihr Euch trennen könnt und wovon nicht. Und vielleicht auch mal, warum von dem einen ja und von dem anderen nein.
Eines der schmerzhaftesten Kapitel beim Frühjahrsputz ist, wenn man "Freunde" aussortieren muss. Wenn man feststellt, dass Menschen, die einem was bedeutet haben, denen gegenüber man gewisse Erwartungen hatte, aus welchen Gründen auch immer nicht bereit oder in der Lage sind, diese Erwartungen zu erfüllen. Oder man deutlich gesagt/gezeigt bekommt, dass man selbst diesen Menschen eben nicht so viel bedeutet.
Autsch, das tut weh - aber wenn es nicht die große Liebe ist, die einen von Jetzt auf Gleich für die blonde Nachbarin verlässt, bringt es einen nicht um.
Der Abschied von manchen Dingen oder Menschen tut wirklich weh - und schmerzt auch einige Zeit danach noch. Von anderen Dingen und Menschen trennen wir uns leicht. Tatsache ist: Immer wieder mal ausmisten hilft oft, etwas klarer zu sehen. Es hilft, wieder von Dingen umgeben zu sein, die einem gefallen und die einem gut tun, statt überall Sachen stehen zu haben, die man weder mag noch braucht oder die schon lange kaputt sind und einem den Blick auf andere, vielleicht wichtigere Dinge verstellen.
Genauso hilft es, sich ab und zu von Menschen zu verabschieden, mit denen man ein Stück Weg gegangen ist. Weil sie einem nicht mehr gut tun, weil sie einen anderen Weg einschlagen, weil sich herausstellt, dass man tatsächlich von Anfang an nicht miteinander gegangen ist, sondern nur notgedrungen nebeneinander herlief (oder meinetwegen auch nur zufällig in der S-Bahn nebeneinander stand, weil nichts anderes mehr frei war).
Loslassen ist schwer und es tut weh. Weil man nicht nur das kaputte/hässliche Ding oder die nicht mehr existente Freundschaft wegwirft oder loslässt, sondern daran ja auch Hoffnungen, Träume, Wünsche, Erinnerungen usw. hängen. Und die gehen zum Teil auch flöten. Was man sich dabei immer wieder bewusst machen sollte ist: Man selbst entscheidet, was man an Erinnerungen behält und was man loslässt. Selbst wenn man sich von Dingen oder Menschen trennt (oder getrennt wird) muss man dasjenige oder denjenigen ja nicht völlig vergessen und aus seinem Leben streichen. Manchmal ist es besser, das zu tun - aber ob man das tut, kann jeder selbst entscheiden.
Und wenn man mal wieder so richtig aufgeräumt hat und überflüssigen Ballast losgeworden ist, dann stellt sich - nach dem Gefühl des Verlustes und der Angst, einen Fehler begangen zu haben - sehr oft (ja, ich wage zu behaupten: in den allermeisten Fällen) ein Gefühl der Leichtigkeit und der Freiheit ein.
Deshalb mein Aufruf: Macht Frühjahrsputz - wenn nicht in Euren Häusern, so doch in Euren Köpfen und Herzen.

Dienstag, 11. Februar 2014

GdB

Jetzt ist es amtlich: Ich bin nicht normal. Und wenn man nicht normal ist, bekommt man einen Behindertenausweis :-)
In diesem Falle ist also nicht normal sogar ziemlich positiv. Ich bin im Sinne des §2 SGB IX behindert. Falls jemand nicht so vertraut ist mit dem SGB IX, hier der Text des §2:

(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.
(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.
(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen).

Quelle: Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

Da ich einen GdB von 50 zuerkannt bekommen habe, bin ich also streng genommen sogar schwerbehindert. Ich kenne Menschen, die jetzt sagen werden "DAS habe ich schon immer gewusst". Jaja, lästert ihr ruhig :-)
Ich habe dafür jetzt einen erhöhten Steuerfreibetrag, mehr Urlaubsanspruch und verstärkten Kündigungsschutz. Ich erhöhe die Behindertenquote meines Arbeitgebers und senke dadurch die Ausgleichsabgabe (falls eine gezahlt werden muss).
Das Ganze erst mal für 5 Jahre, weil ich in 5 Jahren ja geheilt sein könnte.
Mir erst mal egal. Momentan ist es so und damit bin ich ganz zufrieden.

Montag, 10. Februar 2014

Krankenkassen-Auskotz-Post

Wie sagte ein Freund von mir erst kürzlich: "Krankenkassen sind die,die mit Kranken Kasse machen"...
So langsam aber sicher glaube ich das auch.
Ich bin seit Oktober krankgeschrieben. Somit müsste ich (grob gerechnet) seit Dezember Krankengeld bekommen. Krieg ich aber nicht. Ende Januar klebte auf meinem Krankengeldauszahlungsschein (das ist der Wisch, auf dem man sich vom Arzt seine andauernde Krankheit bestätigen lassen muss - alle zwei Wochen) ein Post-It mit dem Hinweis "beim Arbeitgeber wegen Verdienstbescheinigung nachgefragt". Danke aber auch. Wenn sie eine Verdienstbescheinigung brauchen, hätten sie mir das doch mit Beginn des Zeitraums für den mir Krankengeld zusteht, mitteilen können, oder? Hätten sie mir das Formular für die Lohnbescheinigung geschickt, hätte ich es direkt zu uns in die Personalabteilung gebracht. Hätten sie mir gesagt, ich soll die Abrechnungen der letzten drei Monate vorlegen hätten sie die sofort bekommen. Hat aber keiner. Mir wurde nur das Formular für den Nachweis der Krankheit geschickt mit dem Hinweis, dass ich immer spätestens an dem Tag, an dem die alte Bestätigung abläuft die neue holen muss...

Jetzt ist es ja so, dass ich seit über 10 Jahren bei der selben Kasse bin. Die kriegen jeden Monat von mir und meinem Arbeitgeber einen festgesetzten Prozentsatz meines Gehaltes. Da sollte man doch eigentlich meinen, die könnten zurückrechnen, wie viel ich also verdient habe. So schwer ist das gar nicht, der gute alte Dreisatz hilft da wirklich weiter... Tja, Pustekuchen, können sie nicht. Sonst müssten sie ja auch tatsächlich sofort auszahlen und könnten nicht noch 3 Monate mit meinem Geld arbeiten. Und ist ja kein Problem, ich bin ja krank zu Hause, ich kann ja auch praktisch kein Geld ausgeben... Was jemand macht, der alleinerziehend ist und kein zweites Gehalt in petto hat, weiß ich nicht und will ich mir auch gar nicht vorstellen.

Statt sich mit meiner Auszahlung zu beschäftigen hat die Krankenkasse übrigens lieber meinen Arzt um Stellungnahme gebeten, wie lange die Arbeitsunfähigkeit wohl bestehen wird.
Ich habe mich dann mit einem eher unfreundlichen Brief an die Kasse gewandt, in dem ich bemerkte, dass ich nicht verstehen kann, warum sie es nicht schaffen, mein Krankengeld zu berechnen, sich aber schon mal drum kümmern, wann ich wieder arbeiten kann - obwohl ihnen klar sein müsste, dass noch nicht mal die Chemo durch ist und obwohl sie wissen, dass eine Bestrahlung folgen wird.
Als Antwort erhielt ich eine sehr unfreundliche Mail von einer augenscheinlich extrem genervten Sachbearbeiterin, die Erklärung, dass sie beim Arzt nachfragen müssen, um etwaige weitere Therapieschritte planen zu können.... ???? Bislang ging ich immer davon aus, dass die Therapieschritte von meinen Ärzten geplant werden. Aber wenn das jetzt die Krankenkasse macht, dann kann das ja heiter werden. Wenn sie dabei genauso sorgfältig und zügig arbeiten wie bei der Berechnung des Krankengeldes, dann brauche ich vor 2015 nicht mit Bestrahlungen zu rechnen...
Nein, Scherz beiseite. Natürlich haben die nichts mit der Planung der Therapie zu tun, erst wenn es um Anschlussheilbehandlung geht, sind sie dabei. Und das ist auch gut so, sonst würde das Ganze noch mehr drunter und drüber gehen.

Übrigens hat sich die "nette Dame" großzügigerweise bereit erklärt, aufgrund der letzten 3 abgerechneten Monate mein Krankengeld zu berechnen. Die habe ich ihr am Donnerstag sofort gemailt - jetzt bin ich mal gespannt, wann denn dann endlich mal Geld fliest. Es ist nämlich gar nicht so, dass wir das hier im Übermaß hätten und es so locker ist ohne...

wie könnte es anders sein?

Am Donnerstag kommt die vorletzte Chemo und jetzt ratete mal... RICHTIG, ich bin erkältet. Anscheinend muss das so sein. Ich krieg diesen doofen Infekt seit Dezember nicht wirklich weg - und immer eine Woche vor der Chemo (also in der grünen Woche, wo es einem ja gut geht :-)  ) kommt sie voll durch. Ich keuche, ich rotze, die Augen tränen und ab und zu greife ich heimlich zum Fieberthermometer, weil ich nicht weiß, ob ich Hitzewallungen oder Fieber habe. Sind aber wohl nur Hitzewallungen... Tja, man wird alt.
Unabhängig davon nervt der Zustand ungemein und was der Krebs bisher nicht geschafft hat, schafft die Erkältung zunehmend: Ich beginne zu jammern. Ich liege auf dem Sofa und jammere vor mich hin und wenn es keiner hört, setzte ich mich im Büro neben meinen Mann und erzähle explizit, wie weh das husten tut und dass ich echt krank bin. Das hilft zwar auch nicht, bringt mir aber immerhin ab und zu ein mitleidiges Brummen ein. Ist ja auch schon was wert und erinnert mich an meinen alten Teddybär. Das wiederum gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit - und somit bringt es natürlich schon was :-)

Ich hoffe also einfach, dass die Blutwerte am Donnerstag so weit in Ordnung sind, dass die Chemo läuft - ich habe nämlich keine Lust auf weitere Verzögerungen.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Sport

Es gilt mittlerweile als gesichert, dass 3 Stunden Bewegung in der Woche (dazu gehört schon schnelleres Spazierengehen oder Gartenarbeit) das Risiko eines Rezidivs oder einer Neuerkrankung reduzieren. Wer meinen Stechschritt kennt, weiß, dass es "langsames" Spazierengehen bei mir sowieso nicht gibt.
Anfangs habe ich also 2x pro Woche ein Date mit meiner Mutter gemacht und wir sind spazieren gegangen. Momentan sind die Feldwege hier rundherum so matschig, dass man da zwar seine Schuhe lassen kann - aber spazierengehen ist eher nicht drinnen. Auf der Straße macht das Ganze nur begrenzt Spaß - und was hilft es, nicht an Krebs, sondern an einem Auto zu sterben?
Ein Fitness-Studio kann ich mir nicht leisten - und ich hätte ja immer die bequeme Ausrede, dass ich wegen der Kinder nicht gehen kann.
Im heutigen Internetzeitalter ist das aber alles kein Problem.
Man besuche youtube und gebe dort mal "Bauch, Beine, Po" ein - und dann hat man eine RIESEN Auswahl.
Ich habe mich für den Kanal "wellshapedTV" entschieden und mache jetzt täglich zwischen  30 und 60 Minuten verschiedenste Trainingseinheiten. Ich hab schon ein wenig Pilates und ein bisschen BBP und einmal sogar Aerobic versucht.
Fazit:
1.) Ich werde versuchen, das durchzuziehen
2.) Vielleicht gönne ich mir zwischendurch mal ein XXL-Senioren-Training
3.) Für Aerobic bin ich tatsächlich koordinatorisch zu doof
4.) Der Kauf einer Gymnastik-Matte lohnt sich
5.) Ich habe in der letzten Woche Muskeln benützt, von denen ich schon gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe - danach war mir das dann um so klarer...

Mittwoch, 5. Februar 2014

Weltkrebstag überlebt

Am 05.02. ist Weltkrebstag. Prinzipiell sind solche Tage ja immer ganz ok, um etwas Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge zu lenken. Wobei - wenn man ehrlich ist, verstreichen viele der Gedenktage ja völlig unbemerkt. Oder wusste von Euch jemand, dass am 19. 02. der Tag der Minzschokolade oder am 31.03. der Tag des Bunsenbrenners ist? Man findet da ziemlich viele eher skurrile Tage in der Liste. Und da ist es ganz gut, dass man die nicht alle kennt. Sonst müsste ich übermorgen meinen Nachbarn mit allen Fingern winken....
Gestern war also Weltkrebstag. Nicht so skurril und durchaus sinnvoll. Allerdings ist mein Fassungsvermögen, was das Thema Krebs und die neuere Forschung usw. angeht derzeit eher begrenzt. Und gestern war es mir dann irgendwann zu viel.
Praktischerweise waren wir gestern beim Fotografieren (die ersten richtigen Familienfotos seit beinahe 7 Jahren) - somit bin ich der Berichterstattung für 2 Stunden ausgekommen. Danke hier nochmal an Patty von Biba-Photodesign.

Samstag, 1. Februar 2014

neuer Comic

Ich muss gestehen, ich bin Comic-Fan.
Allerdings nicht so seltsame Hau-drauf-Zonk-BOING-Dinger, sondern so richtig gute.
Asterix finde ich nach wie vor lesenswert. Lucky Luke bringen wir gerade unseren Kindern näher. Die Peanuts oder Calvin und Hobbes, Baby Blues - alles wirklich tolle und lesenswerte und oft sehr hintergründige Kunstwerke.
In meiner Kindheit gab es noch Pferde-Cartoons mit sehr, sehr dicken Ponys. Keine Ahnung, von wem die waren, die habe ich nie mehr gefunden. Jetzt habe ich aber etwas gefunden, was in diese Richtung geht. Wenn ich mir die Ponys anschaue, könnte es sogar die selbe Zeichnerin sein. Auf jeden Fall bin ich verliebt in Fergus das Pferd. Auf Facebook findet man mehr.


Hat nichts mit Krebs zu tun? Ja und? - Macht nichts! Es gibt ja schließlich noch ganz viel Leben außen drum herum...

Donnerstag, 30. Januar 2014

ganz neue Möglichkeiten

Gestern waren wir im Klinikum Bogenhausen um mal von einem Fachmann zu hören, wie der das mit dem Wiederaufbau denn sieht.
Das Ganze war eigentlich ganz lustig. Vor allem, weil wir in einen Raum gesetzt wurden (ich will da nicht arbeiten: Untergeschoss, kein natürliches Licht - aber muss ich ja zum Glück auch nicht) und dann ungefähr 6x ein Assistenzarzt rein kam um sich kurz an den PC zu setzen, krampfhaft in den Bildschirm zu schauen und zu sagen "Oberarzt kommt gleich". Er hat mich auch 3x gefragt, ob ich zum ersten Mal da bin und ob schon operiert ist - ich bin nicht sicher, dass er es nach dem 3. Mal verstanden hatte...
Die Beratung durch den Oberarzt Dr. Dornseifer war aber echt top und er hat sich richtig lange Zeit genommen.
Er hat die gleiche Vorgehensweise wie der plastische Chirurg in Augsburg vorgeschlagen. Allerdings hat er dem Arzt aus der Strahlenklinik klar widersprochen: Es gibt keine medizinische Notwendigkeit, die OP in einem bestimmten Zeitfenster zu machen. Ich kann den Wiederaufbau IMMER machen lassen, egal wann. Er würde lediglich empfehlen, dass man bei der Entfernung der zweiten Brust die Haut erhält, weil man sonst ja schauen muss, wo man die Haut für zwei Brüste herbekommt - da wird es dann mit dem Material am Bauch schon fast knapp.
Nett ist, dass er das Ganze schildert, als wäre es ein Spaziergang. Nein, Schmerzen halten sich im Rahmen, die sind nicht so schlimm, das ist auch keine komplizierte OP, das ist reines Handwerk und nach einer Woche steht man wieder. Alles kein Problem. Bei der ersten OP würde er nur die grundlegenden Voraussetzungen schaffen und dann durch Lipo-Filling (also Fett an den Reiterhosen absaugen und oben einspritzen) dann in 1 - 3 Nach-OPs (sind dann ja nur gaaaanz kleine OPs) noch die perfekte Form geben. Das wäre also das Total-Lifting-Programm. Brüste neu, Bauch gestrafft und Oberschenkel abgesaugt...

Interessanterweise wurde nie in Frage gestellt, dass ich diese OP überhaupt machen will. Nur das WANN schien fraglich.
Er hat mich dann auch gleich zum Fotografieren geschickt. Als ich dort gut gelaunt ankam und grinste wurde ich von der Fotografin gefragt: "Finden Sie das lustig?"... Hm, nein? Wobei - eigentlich fand ich es schon lustig, dass man aus dem Fenster direkt ins Fenster des gegenüberliegenden Hochhausese schauen konnte... Für Oben-Ohne-Aufnahmen ein traumhaftes Setting  :-)

Oh, in punkto Oben Ohne: Als der Herr Dr. Dornseifer sich die Verhältnisse vor Ort (wieviel Bauchmaterial gibt es, welche Körbchengröße lässt sich draus basteln) anschauen wollte und ich meine Pulli auszog - landete die Perücke gleich mit auf dem Stuhl... Er hatte auch ne (rasierte) Glatze. Ich also: "Jetzt haben wir die selbe Frisur." Er: "Ich hab ein paar mehr" ich: "Aber meine kommen wieder" Er: "Dann haben Sie bald wieder Vorsprung."... Nur dem Assistenzarzt war es sichtlich peinlich.

Ich weiß jetzt also, was medizinisch möglich ist. Ich weiß, dass ich aus jeder Situation und zu jeder Zeit alle Möglichkeiten habe. Ich weiß, dass es dem Operateur am Liebsten wäre, wenn auf der rechten Seite noch Haut da wäre.
Was ich nicht weiß ist, ob ich das überhaupt will. Will ich tatsächlich diese OP? Will ich tatsächlich "neue" Brüste? Ich, die noch nie wert auf ihr Äußeres gelegt hat? Macht das aus mir einen anderen Menschen? Oder macht es nur das Ganze für andere einfacher? Was wäre wenn ich einfach die zweite Seite angleichen lasse (vielleicht nicht unbedingt mit Narbe quer drüber - aber darüber kann man ja sicher reden) und falls ich doch mal das Bedürfnis nach Dekolltee haben sollte greife ich auf Prothesen zurück?
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich beim Entscheiden solcher Dinge echt grottig schlecht bin? Aber irgendwann werde ich es entscheiden müssen. Wie auch immer.


Was ich Euch noch erzählen wollte (zum Thema "ganz neue Möglichkeiten"):
Ich habe jetzt auch ganz neue Möglichkeiten von Mini-Wellness: Ich kann jetzt meine Kopfhaut peelen und danach einölen. So gut ist es meiner Kopfhaut noch NIE gegangen :-)

Freitag, 24. Januar 2014

4/6 oder gekürzt 2/3 durch

Ja, ich beherrsche noch die grundlegende Mathematik. Ich kann noch Brüche kürzen :-)
Es sind nur noch 2 Chemos, dann ist das durch.
Mir geht's den Umständen entsprechend gut. Ich bin diesmal nicht ganz so müde wie die letzten Male nur das flaue Gefühl im Bauch nervt. Aber auch das vergeht wieder. Immerhin kann ich alles essen und trinken. Alles schmeckt so, wie's schmeckt. Das ist doch für so einen Gerne-Esser wie mich schon mal sehr wichtig.
Morgen belohne ich mich für das Überstehen mit einem Besuch in der Buttinette. Ich hab meiner Mama zu Weihnachten einen Gutschein für ein selbstgenähtes Dirndl geschenkt - und dafür brauchen wir jetzt noch ein paar Borten und Bänder und Tüddelkram. Das wird dann morgen (hoffentlich) ausgesucht. Falls sich meine Frau Mutter zu einer Entscheidung durchringen kann :-)
Sonst steht jetzt erst mal nichts Großes an. Doch, nächste Woche habe ich Termin in Bogenhausen zu einem Infogespräch über eine mögliche Wiederaufbau-OP. Ich tendiere ja immer mehr dazu, keine zu machen, aber um das wirklich entscheiden zu können, brauche ich Informationen vom Fachmann. Also hören wir uns das Ganze halt mal an.
Schaden kann es ja nicht. Unentschieden bin ich ja jetzt schon.

Dienstag, 21. Januar 2014

brauch mal Eure Hilfe

Heute brauche ich mal Eure Hilfe und Eure Ideen.
Ich hab ja nur noch 3 Chemos. Und ich habe beschlossen, dass ich mich jetzt nach jeder ein bisschen belohnen werde - momentan habe ich nämlich überhaupt keine Lust mehr auf den Mist und damit ich mir nicht selber durch grobe Unlust und miese Einstellung die Nebenwirkungen ans Knie binde, brauche ich einen positiven Ausgleich.
Das Ganze sollte nicht zu viel kosten (ein Wellnesswochenende nach jeder Chemo wäre toll, ist aber leider nicht finanzierbar). 
Dummerweise fällt mir nichts, aber auch gar nichts ein.
Habt Ihr Ideen? Dann bitte, bitte, bitte, hinterlasst mir einen Kommentar und macht mir einen Vorschlag. Ich wäre zutiefst zu Dank verpflichtet!

Mittwoch, 15. Januar 2014

Vorbesprechung in der Strahlenklinik - oder: ZK umsonst die 3.

Mein Onkologe hat mir ja vor Beginn der Chemotherapie schon gesagt, dass man sich nach dem 3. Zyklus in der Strahlenklinik vorstellt, um die Bestrahlungen vorzubesprechen und um zu klären, wie das dann läuft. 3. Zyklus ist durch, also hat er mir einen Termin in der Strahlenklinik gemacht. Er war ja selbst ziemlich unentschieden, ob er ZK oder eine freie Praxis präferieren würde und hat letztlich fürs ZK gestimmt.
Anscheinend ist dieses Vorgehen aber fürs ZK doch nicht normal. Der Arzt war so verunsichert, dass er vorsichtshalber in Rehling angerufen hat, ob er jetzt die Bestrahlungen zwischenschieben soll (ich hab ihm zwar dreimal erklärt, dass das nicht der Fall ist - aber besser nochmal beim Kollegen nachgefragt...). Netterweise hat er mir dann auch noch ganz genau erklärt, was "bestrahlungsinduzierte Pneumonie" heißt. Mir hat sich das Wort sowieso erschlossen, aber immerhin mal ein Arzt, der seine Patienten nicht mit dem Medizinerdeutsch alleine lässt.
Als es um die Frage Bestrahlung und Wiederaufbau ging hat er noch einen Kollegen dazugeholt.
Fazit:
Es werden 28 Bestrahlungen gemacht. Es besteht die Gefahr, dass die Lunge dabei erwischt wird (klar, ist ja nicht mehr viel drüber). Es kann sein, dass das Bindegewebe durch die Bestrahlungen vernarbt - wie sich das auf das "kosmetische Ergebnis" eines Wiederaufbaus auswirkt bzw. auf das Aussehen meiner Brust kann mir vorher keiner sagen. Es kann im Bereich der Bestrahlungen zu Wundheilungsstörungen kommen (was für einen Wiederaufbau natürlich auch nicht wirklich optimal ist) und laut Aussage des dazugerufenen Arztes sollte der Wiederaufbau 6 Monate bis spätestens 1 Jahr nach der Bestrahlung erfolgen - keinesfalls erst 3 oder 5 Jahre danach...

Ich werde mir jetzt einfach einen Termin beim plastischen Chirurgen machen und mich von dem beraten lassen und hören, was der zum Thema bestrahltes Gewebe und Wiederaufbau meint.

Samstag, 11. Januar 2014

"Bitte zusteigen! Vorsicht bei der Abfahrt" - das Gedankenkarusell dreht und dreht und dreht sich

Ich komme mir ein bisschen vor, wie auf dem Rummel. Ich mache mir momentan Gedanken um die Themen Anschlußheilbehandlung und Wiederaufbau. Und es ist echt wie Karusellfahren. Mein Hirn steigt ein, kreist immer wieder um die selben Dinge, bedenkt die Vor- und Nachteile, versucht, über den Tellerrand die Konsequenzen abzusehen, kann sie nur erahnen und steigt letztlich am selben Punkt aus, wie es eingestiegen ist. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Karusellfahren nicht mag?
Jetzt werden sich viele fragen "Was muss man bei Anschlussheilbehandlung überlegen? Urlaub auf Krankenkassenkosten ist doch ok - würde ich sofort machen." Ja, von wegen. Da gibt es ganz schön viel zu bedenken. 3 Wochen AHB bedeuten nämlich schon mal 3 Wochen ohne meine Kinder. Will ich das? Gut, ich könnte meine Kinder (oder einen Teil davon) mitnehmen - aber will ich das? Will ich, dass das Thema "Krebs", das bis jetzt für sie weder bedrohlich noch im Mittelpunkt ist, für sie durch diese 3 Wochen vielleicht erst zum Thema wird? Will ich haben, dass sie 3 Wochen lang permanent mit Menschen konfrontiert sind, die auch "krank" sind - von denen es vielleicht einigen nicht so gut geht wie mir? Will ich meine Kinder 3 Wochen aus ihrem Alltag reißen um dort dann ständig mit ihnen zusammenzuhängen. Einerseits würde uns die Nähe sicher nicht schaden, auf der anderen Seite heißt es auch um 20 Uhr im Zimmer zu sein, weil die Kinder ja irgendwann ins Bett müssen.
Also doch eher 3 Wochen ohne Kinder. Aber halte ich das aus? Und was ist, wenn ich die Kinder gar nicht so sehr vermisse, wie es sich für eine gute Mutter gehört? Muss ich dann damit klar kommen, dass ich keine "gute Mutter" bin? Und was, wenn hier alles ohne mich wunderbar funktioniert und mich die Kinder gar nicht wirklich vermissen? Verkraftet mein angeschlagenes Ego das?
Die Meinung meines Onkologen zum Thema "AHB" war eindeutig: "Ich würde nicht gehen. Für AHB gibt es zwei Gründe: 1. Geld in strukturschwache Gebiete bringen, 2. eine Möglichkeit für die Krankenkasse schaffen, ihre Arbeitsfährigkeit beurteilt zu bekommen.". Er meinte nur in Hinblick auf die 3 Kinder: "Überlegen Sie sich, ob sie einfach mal 3 Wochen brauchen, in denen Sie für niemanden zuständig sind..." Meine Anfrage auf AHB quittierte er mit den Worten: "Da machen sie besser Familienurlaub".
Tja, die Vorstellung von 3 Wochen in denen man für nichts und niemanden zuständig ist hat schon was - aber ich habe ja im letzten halben Jahr schmerzhaft gelernt, dass die VORSTELLUNG von vielen Dingen (Auszeit, mehr Freizeit, Tage im Bett, ...) eigentlich ganz nett ist - die UMSETZUNG allerdings selten dem entspricht, was man sich vorgestellt hat...
Erste Runde Gedankenkarusell beendet.
Zweite Runde: Wiederaufbau
Soll ich ihn überhaupt machen? Wenn ja, wie? Wo? Was heißt das? Ewige Schmerzen? Riesige Narben? Lohnt sich der Aufwand? Wie ist das danach im Krankenhaus? Will ich das überhaupt? Oder lasse ich einfach nur die zweite Seite auch entfernen? Was wenn ich dann in 5/10/15 Jahren feststelle, dass ich doch todunglücklich damit bin - ist ein Aufbau dann immer noch möglich oder muss ich jetzt die "richtige" endgültige Entscheidung fällen?
Hier werde ich wohl einen Beratungstermin bei irgendeinem plastischen Chirurgen machen und mir die Fragen beantworten lassen. Vielleicht kann mir der ja auch Fotos zeigen, wie das nach OP/nach ein paar Jahren aussieht... Mal sehen, ob das meine Entscheidungsfähigkeit beeinflusst...

Ansonsten hab ich jetzt doch Nebenwirkungen :-) 
Ich hab mir - was nicht unüblich ist - auf der kaputten Mundschleimhaut einen Soor geholt und spül jetzt mit irgendeinem komischen Mittel, das (wahrscheinlich) nach Orangen schmeckt (immerhin sind's keine Bananen...). 
An meine Hitzewallungen gewöhne ich mich langsam. Da das Klinikum die Stanze nochmal beprobt hat und festgestellt hat, dass dieses Gewebe tatsächlich minimal östrogenreaktiv war werde ich wohl doch Tamoxifen bekommen - da kann ich mich an Wechseljahrsbeschwerden schon mal gewöhnen, die werden mich ein paar Jahre begleiten. Bei Entfernung der Eierstöcke sowieso :-)

Ihr seht also: Mir geht es prinzipiell gut, mein Hirn spielt Jahrmarkt und irgendwie wird es sich alles in die eine oder andere Richtung klären.
Wahrscheinlich von selbst. Wahrscheinlich werde ich eine AHB beantragen, die Zusage kriegen und sie dann ablehnen, weil sie genau in die Zeit unseres Familienurlaubs fällt :-)  Dann hätte ich mir die ganzen Gedankenkreisereien sparen können... Aber so ist es ja meistens im Leben: Man sollte sich nicht so viele Gedanken um ungelegte Eier machen....

Sonntag, 5. Januar 2014

Dinge, die die Welt nicht braucht

Kennt ihr das: Wenn man erkennbar schwanger ist, erzählen einem plötzlich alle Menschen von ihren 28- Stunden-Wehen-Horror-Geburtserlebnissen. Alle. Egal, ob man das hören will, oder nicht - wenn wir ehrlich sind, will das nämlich eigentlich NIEMAND hören. Trotzdem kommt so gut wie keiner und sagt: "Mach Dir keine Sorgen, ich hab das auch schon hinter mir, das ist kein Problem, das schaffst Du. Ja, das tut weh, aber aushaltbar und danach ist nicht sofort alles vergessen - aber Hormone sind eine tolle Erfindung, die machen das dann schon."
So was würde man gerne hören. Statt dessen bekommt man die Geschichten von der Steißlagen-Zangen-Geburt, die doch noch im Notkaiserschnitt endete...
Gerne genommen auch bei Erstgebährenden - danke, beruhigt ungemein.
Alternativ wird einem gesagt, was man wie machen muss, was man keinesfalls tun/essen/trinken/denken darf usw. Besonders gute Ratschläge kriegt man übrigens von Menschen OHNE Kinder...

Ähnlich ist es, wenn man die Diagnose Krebs bekannt macht.
Entweder wird einem vom verstorbenen Onkel/Opa/Tante/Nachbarn erzählt, der bereits X Monate nach der Diagnosestellung tot war oder man bekommt gesagt, was man unbedingt tun muss oder vorher hätte tun müssen.
Ganz besonders gerne werden dann Filme oder Artikel aufgefahren mit so schönen Überschriften wie "die verschwiegenen Wahrheiten über Krebs" oder "Der Krebs-Report" oder "Krebs - das wird verheimlicht". Die Qunitessenz dieser "wissenschaftlichen" Dossiers ist meist die selbe.
a) Die Pharmaindustrie betrügt uns alle. Sie enthalten uns die wirkungsvollen aber günstigen Präparate vor, weil sie nicht daran verdienen können und geben uns teure wirkungslose Sachen, die uns krank halten
b) Die Übersäuerung des Körpers, die von unsachgemäßer Ernährung herrührt ist Schuld an Krankheiten wie Krebs, Aids, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Verstopfung (und ich bin sicher, dass das nicht alle sind)
c) Man kann Krebs durch Ernährung besiegen - oder indem man Mittel nimmt, die die Übersäuerung des Körpers ausgleichen. Gutmenschen verkaufen uns derartige Mittel für lächerliche Summen...
d) Man hat seine Erkrankung selbst herbeigeführt.
...

zu a) Ich bin prinzipiell kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Ich halte nichts davon, immer davon auszugehen, dass mich Gott und die Welt betrügt. Wenn sie es gut machen, ist es mir egal...
Ich glaube auch nicht daran, dass in der Pharmaindustrie irgendwer aus purer Menschenliebe irgendetwas entwickelt. Die sind dort, um Geld zu verdienen. Und sicherlich ist mit einer Krankheit wie Krebs, die X Millionen Mal auftritt mehr verdient als mit der Mondscheinkrankheit, die nur einige 100x auftritt. Das ist ethisch verwerflich und bedenklich - wirtschaftlich nachvollziehbar. Trotz allem bin ich überzeugt, dass auch die Pharmaindustrie wirkungsvolle Mittel bereit hält. Wie sagte ein Freund von mir letztens: "Ich bin ein großer Anhänger von Homöopathie und Naturheilkunde - aber einen reanimationspflichtigen Patienten heilt man nicht mit Handauflegen und Kügelchen." - so ist das eben im Leben.
Und ich habe in den letzten 10 Jahren die Pharmaindustrie nur wenig unterstützt. Ab und an mal Schmerztabletten, 2 oder 3x Antibiotika, ansonsten noch Narkosemittel, weil ich den Kaiserschnitt ohne ziemlich doof gefunden hätte - mehr haben die an mir nicht verdient. Weil ich ein relativ gesunder Mensch war. Da haben manche Menschen für die in Punkt c) angesprochenen Mittelchen (deren Wirksamkeit medizinisch nicht erwiesen ist - auch nicht nicht-erwiesen, schlicht nicht erforscht...) deutlich mehr ausgegeben.

zu b) Ich glaube nicht an monokausale Zusammenhänge. Die gibt es nur sehr selten im Leben. Alles hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab, dass ich es extrem unglaubwürdig finde, zu sagen "weil A, darum B". Was das Ganze für mich noch unglaubwürdiger macht ist die Tatsache, dass A nicht nur B, sondern auch noch C - H auslösen soll...
Hierzu empfehle ich jedem dieses Video. Echt sehenswert. Vor allem die letzten 2,5 Minuten.

zu c) Ich glaube, dass Ernährung sich auf unsere Gesundheit auswirkt. Dass Zucker, Weißmehl, Kaffee, Fett usw. in zu hohem Maße ungesund sind, weiß jeder von uns. Das ist nichts Neues oder Bahnbrechendes. Es heißt aber nicht, dass der Genuß von Zucker oder Weißmehl krebsauslösend ist. Hier ist es wie in ganz vielen Bereichen: Man findet für beide Seiten Studien. Es gibt die einen, die sagen: Ganz darauf verzichten hilft. Es gibt die anderen, die sagen: Krebs kann man nicht aushungern. Wenn er keine Energie mehr zugeführt bekommt, holt er sich die nötige Energie aus dem Körper des Wirtes. Krebs kann man nicht aushungern.
Jetzt muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er gehen will und welcher sich für einen selbst richtig anfühlt.
Ich halte es eher damit, in Maßen und mit Genuss zu essen, als mir alles zu verbieten - ohne Garantie, dass das irgendwie helfen würde.
Mein Onkologe hat mir von Anfang an gesagt: Es gibt keine Krebsdiät. Wenn sie das Gefühl haben, etwas essen/tun zu müssen, dann essen/tun Sie das - aber lassen Sie sich nicht einreden, dass es etwas ändern würde, wenn Sie etwas anderes gegessen/getan hätten. Und wenn man Ihnen etwas für viel Geld verkaufen will, dann passen Sie auf und hinterfragen Sie gut.
Was mich immer interessieren würde: Was machen Menschen, die wirklich daran glauben, dass das alles nur an der Übersäuerung liegt, wenn sie selbst eine Krebsdiagnose bekommen? Wankt dann das Weltbild oder stellen sie sich konsequenterweise gegen die Schulmedizin und lassen keine Chemotherapie zu?

zu d) Man hat im Leben vieles selbst zu verantworten. Das wenigste davon ist an einem bestimmten Punkt schief gelaufen oder ausgeartet. Man kann so gut wie nie sagen: "Hätte ich das nicht getan, wäre jenes nicht passiert". Da sind wir wieder bei den monokausalen Zusammenhängen. Klappt nicht. Dazu ist das Leben zu komplex.
Was ich aber sicher glaube ist, dass kein Mensch, der an einer ernsthaften Krankheit leidet - egal, welche das ist - Vorwürfe oder Vorhaltungen braucht, dass er sich das Ganze selbst zuzuschreiben hat. In dieser Situation braucht man Hilfe, braucht man Freunde, braucht man Leute, die einfach nur da sind, ohne gute Tipps und ohne Wenn und Aber - einfach nur so. Und man braucht eine möglichst gute ärztliche Versorgung. Weil das Leben schön ist und jeder das Recht hat, es so lange wie möglich zu haben und zu genießen.

So, mein Wort zum Sonntag.

Freitag, 3. Januar 2014

BERGFEST

3. Chemo durch, Hälfte überstanden.
Das Paar Socken, dass seit nem dreiviertel Jahr unvollendet ist fertig gestrickt. Am Dreieckstuch weitergestrickt, Kaffee getrunken mit ner netten Chemo-Kollegin danach noch ein paar Altlasten von 2013 erledigt und DANN die Sofa-Nordwand bestiegen.
Bis jetzt ist alles gut. Die anfänglich angeschwollenen Finger (ich habe mir schon überlegt, meine heißgeliebten Eheringe ab jetzt um den Hals zu tragen) sind wieder abgeschwollen.
Ich hab ja beschlossen, dass ich das weiterhin ohne gravierende Nebenwirkungen mache. Bis jetzt funktioniert der Plan.
So mehr philosophische (oder literarische) Ergüsse sind heute nicht von mir zu erwarten. Chemohirn lässt grüßen (ich hatte schon befürchtet, nach der Still-Demenz jetzt tatsächlich selbst für meine Vergesslichkeit und Verplantheit gerade stehen zu müssen - aber jetzt habe ich DIE Ausrede für den Rest meines langen Lebens: Call me Chemo-Brain!!!)